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04.10.2026
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Flagge in Flammen: Krawalle ĂĽberschatten das Einheitsfest in Bremen!

Flagge in Flammen: Krawalle ĂĽberschatten das Einheitsfest in Bremen!
Symbolbild: KI-generiert

Ganz Deutschland feiert seine Einheit, und in Bremen brennt Schwarz-Rot-Gold. Am Rande der zentralen Feierlichkeiten zum 3. Oktober haben Vermummte am Samstag eine Deutschlandfahne angezĂĽndet. Als die Polizei eingriff, wurden Beamte angegriffen, vier von ihnen erlitten Verletzungen. Schon in der Nacht davor hatte es Krawalle gegeben.

Fahnenstangen gegen Uniformen

Der Vorfall ereignete sich im Bremer „Viertel“, einem Stadtteil, der für seine linke Szene bekannt ist. Dort zog ein angemeldeter Aufzug unter dem Motto „Protest gegen Militarismus und Kriegstreiberei“ durch die Straßen. Mittendrin ging die Nationalflagge in Flammen auf.

Die Polizei Bremen wollte daraufhin die Identität von Beteiligten feststellen. Dabei seien Einsatzkräfte „unter anderem mit Fahnenstangen“ attackiert worden, teilte die Behörde mit. Die vier verletzten Beamten konnten ihren Dienst laut Polizei fortsetzen. Die Versammlung wurde aufgelöst, es gab Festnahmen. Ermittelt wird unter anderem wegen des Verdachts auf schweren Landfriedensbruch.

Dazu kommt: Die Verunglimpfung der Bundesflagge ist in Deutschland keine Bagatelle. Nach Paragraf 90a des Strafgesetzbuchs drohen dafĂĽr bis zu drei Jahre Haft oder eine Geldstrafe.

Bengalos, Steine, Flaschen: Die Nacht davor

Ruhig war es auch am Freitag nicht. Nach Angaben der Polizei zogen gegen 18 Uhr rund 700 Menschen vom Brill durch die Neustadt bis zur Kunsthalle. Das Motto lautete „Was ihr feiert: Sozialabbau, Militarisierung, Antifeminismus!“, der Aufzug selbst firmierte unter „Kein Frieden mit der Nation“. Aus der Menge heraus wurden Bengalos und Böller gezündet und geworfen. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand.

In der Nacht spitzte sich die Lage zu. An der Sielwallkreuzung habe eine größere Gruppe Polizisten mit Pyrotechnik, Steinen und Flaschen angegriffen, berichtet die Polizei. Ein Beamter wurde durch Pyrotechnik verletzt und musste ärztlich behandelt werden. Die Einsatzkräfte nahmen Tatverdächtige fest und räumten die Kreuzung.

„Friedlich“ – mit Sternchen

Trotzdem zieht die Polizei insgesamt eine positive Bilanz. Abgesehen von den genannten Vorfällen seien die Feiern „friedlich und ohne größere Zwischenfälle“ verlaufen. Hunderttausende Besucher kamen unter dem Motto „Viele Stärken – Ein Land“ in die Hansestadt, die in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat innehat und deshalb das Fest ausrichtete.

Das stimmt sicher. Aber muss man es schon als Erfolg verbuchen, wenn am Nationalfeiertag „nur“ fünf Polizisten verletzt werden?

Der größte Einsatz in Bremens Geschichte

Wie viel Aufwand die Sicherheit inzwischen kostet, zeigen die Vorbereitungen. Lokalen Medien zufolge war es der bislang größte Einsatz der Bremer Polizei, die rund 2.400 Beamte hat. Gewerkschaften berichteten von Urlaubssperren, dazu kamen Tausende Kräfte aus anderen Bundesländern. Der Senat hatte vier Millionen Euro für den Einsatz eingeplant. Die Gewerkschaften hielten das für zu wenig.

Für viele Bürger passt das ins Bild. Polizisten halten Kopf und Körper hin, und den Preis zahlt am Ende der Steuerzahler. Die Polizeiliche Kriminalstatistik meldet bundesweit Rekordwerte. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt Bremen, dass ein Staat, der seine Symbole und seine Beamten nicht konsequent schützt, langfristig an Autorität verliert.

Und was sagt das Staatsoberhaupt?

Beim Festakt am Samstag hielt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine lange Rede. Medienberichten zufolge rief er mit Blick auf das Erstarken der AfD dazu auf, die Demokratie zu verteidigen. Einem erheblichen Teil der Wähler habe er vorgehalten, mit ihrer Stimme zu zeigen, „dass sie sich von wichtigen Grundrechten unserer Republik abwenden“.

Kritiker dürften eine andere Gewichtung vermissen. Während der Bundespräsident vor allem Wähler ermahnte, griffen nur wenige Straßen weiter Vermummte Polizisten an und verbrannten die Fahne der Republik. Am Tag der Einheit fehlte vielen Bürgern ein klares Wort dazu, wer das friedliche Miteinander dort ganz konkret gestört hat.

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