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29.09.2026
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Trumps Pharma-Attacke: Zahlt Deutschland zu wenig für Medikamente?

Trumps Pharma-Attacke: Zahlt Deutschland zu wenig für Medikamente?
Symbolbild: KI-generiert

Washington stellt das deutsche Preissystem für neue Arzneimittel an den Pranger. Am Dienstag (Ortszeit) prüft das Büro des US-Handelsbeauftragten in einer öffentlichen Anhörung, ob Berlin mit seiner Preispolitik unfair handelt. Am Ende könnten Strafzölle stehen, und die treffen nicht nur die Pharmabranche.

Der Vorwurf: Amerikas Patienten zahlen für Europa

Den Anstoß gab US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer. Er leitete im Juni eine Untersuchung nach Section 301 des Handelsgesetzes von 1974 ein. Mit genau diesem Instrument hatte Donald Trump schon in seiner ersten Amtszeit die Strafzölle gegen China begründet.

Die Logik aus Washington geht so: Deutschland zahle für innovative Medikamente dauerhaft zu wenig. Die Kosten für die Forschung landeten deshalb bei den US-Patienten. Rückendeckung kommt aus dem Kongress. Der republikanische Abgeordnete Vern Buchanan hielt den Europäern vor, sie hätten „viel zu lange von amerikanischen Innovationen profitiert“.

Berlins Reform als Zündfunke

Konkreter Anlass ist die Gesundheitsreform des Bundesgesundheitsministeriums. Für das kommende Jahr wird der gesetzlichen Krankenversicherung ein Defizit von 18 Milliarden Euro vorhergesagt. Also greift der Staat bei den Arzneimittelpreisen zu. Laut Fachanalysen soll der Zwangsrabatt auf patentgeschützte Präparate ab 2027 auf insgesamt 15,5 Prozent steigen.

Die Industrie reagiert gereizt. Eli Lilly und Boehringer Ingelheim haben Berichten zufolge schon damit gedroht, weniger in Deutschland zu investieren oder sich ganz zurückzuziehen. Das ist die eigentliche Pointe: Eine Regierung, die sich beim Geld im Gesundheitssystem verrechnet hat, holt es sich nun bei den Herstellern. Den Schaden hat womöglich der Standort Deutschland.

Die Zahlen sprechen gegen Trump

Offiziell weist Berlin die Vorwürfe zurück. US-Firmen würden nicht diskriminiert, erklärte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Das System sei etabliert und ausgewogen.

Auch der Blick auf Europa entlastet Deutschland. Neue Medikamente kosten hierzulande bis zu 70 Prozent mehr als in Spanien, Italien oder Griechenland. Im Schnitt geben deutsche Patienten rund 20 Prozent mehr für Arzneien aus als andere EU-Bürger. Von Dumping kann also kaum die Rede sein.

„Die Realität ist, dass die Arzneimittelpreise in den Vereinigten Staaten viel zu hoch sind.“

So formulierte es der SPD-Gesundheitspolitiker Matthias Mieves. Er stellte klar, ausländische Regierungen würden Deutschland nicht vorschreiben, wie es seine Preise festlege. Trotzdem sollen Beamte aus Gesundheits- und Wirtschaftsministerium laut dem Bericht seit Monaten hinter den Kulissen an einem Kompromissangebot für Washington arbeiten.

Die britische Blaupause und die Angst vor Dominoeffekten

Ein Vorbild gibt es schon. Großbritannien hat sich im April gegenüber den USA verpflichtet, die Nettopreise für neue Medikamente um rund 25 Prozent anzuheben. Washington erwartet nun offenbar dasselbe von Berlin.

Die dänische Europaabgeordnete Stine Bosse (Renew Europe) nennt das eine Falle. Nach ihrer Einschätzung würde ein erzwungener Deal mit Deutschland zur Vorlage für Frankreich und weitere Staaten. Die Folge sei eine Schlange von Bittstellern in Washington. Pharma wäre dabei nur der Anfang, als nächstes Ziel kämen laut Bosse die Autos dran. Genau davor dürfte man sich in Wolfsburg, Stuttgart und München fürchten.

Bernd Lange, Vorsitzender des Handelsausschusses im EU-Parlament, sprach von einem „absoluten No-Go“. Aus der EU-Kommission hieß es, Washington betreibe erkennbar Lobbyarbeit für US-Konzerne.

Fazit: Doppelt in der Zange

Deutschlands Patienten zahlen schon heute Spitzenpreise. Die Krankenkassen stehen vor einem Milliardenloch, und jetzt baut Washington auch noch eine Zolldrohung auf. Wer so eingeklemmt ist, hat wenig Verhandlungsmacht. Für Sparer und Unternehmer heißt das: Die Unsicherheit im transatlantischen Handel bleibt. Viele setzen deshalb zur Absicherung auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen allein die Verantwortung.

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