
Pharma-Streit mit Trump: Metsola drängt Berlin zum schnellen Deal!

Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola, rät Deutschland, sich im Streit um Arzneimittelpreise schnell mit der Trump-Regierung zu einigen. Am Rande der UN-Generalversammlung in New York hat sie Berlin vor den Folgen einer Blockadehaltung gewarnt. Im Hintergrund droht Washington mit Strafzöllen auf deutsche Exporte.
Washington spricht von „anhaltender Unterbezahlung“
Der Vorwurf aus den USA wiegt schwer. Das Büro des US-Handelsbeauftragten hat im Juni 2026 eine Untersuchung nach Section 301 des Handelsgesetzes von 1974 eingeleitet. Deutschland zahle dauerhaft zu wenig für innovative Medikamente, heißt es darin. Die Kosten für Forschung und Entwicklung würden so auf amerikanische Patienten abgewälzt.
Laut US-Angaben zahlen Verbraucher in den USA für Markenmedikamente rund das 3,9-Fache dessen, was in Deutschland fällig wird. Im Visier stehen Medienberichten zufolge vor allem die Preisregeln des deutschen Gesundheitssystems, darunter zusätzliche Zwangsrabatte auf patentgeschützte Arzneien ab 2027. Bei einer Anhörung in Washington in dieser Woche stellte sich eine deutliche Mehrheit der Zeugen hinter die amerikanische Sicht. Am Ende könnte das Verfahren die rechtliche Grundlage für neue Zölle auf deutsche Waren liefern.
Die Pointe: Berlin versucht, die klammen Krankenkassen auf Kosten der Pharmaindustrie zu entlasten, statt die Ausgaben grundlegend zu reformieren. Nun könnte die Rechnung dafür aus Washington kommen, und zwar in Form von Zöllen gegen den Industriestandort Deutschland.
„The Art of the Deal“ als Ratschlag aus Brüssel
Metsola bedient sich dabei ausgerechnet beim Vokabular des US-Präsidenten:
„If you don't talk directly and reach a deal — the art of the deal — then the consequences might be more difficult to swallow. So my advice to anyone would be: Just try to find it.“
Gemeint ist: Wer nicht direkt verhandle, müsse mit bittereren Folgen rechnen. Ein „unmögliches Wettrennen“ bei Medikamenten müsse vermieden werden. Europa könne in der Pharmabranche zwar weiter vorne mitspielen, müsse dafür aber deutlich beweglicher werden. Das gelte bei den Preisen, bei klinischen Studien und bei der Marktzulassung neuer Produkte. Deutlicher kann man die Behäbigkeit europäischer Genehmigungsverfahren kaum kritisieren.
Die Warnung an Trump: Ein Deal ist ein Deal
Metsola, eine maltesische Politikerin der Europäischen Volkspartei, schickte zugleich eine Warnung über den Atlantik. Neue Zölle auf deutsche Waren könnten gegen die Obergrenze von 15 Prozent verstoßen, die Trump und Kommissionschefin Ursula von der Leyen im Sommer 2025 in Turnberry in Schottland vereinbart hatten.
Das Parlament habe eine Aussetzungsklausel in das Abkommen hineinverhandelt. Nehme Washington einzelne EU-Staaten ins Visier, habe das nach ihren Worten rechtliche Folgen. Dasselbe gelte für die hohen US-Zölle auf Folgeprodukte aus Stahl und Aluminium. Diese müssten bis Jahresende auf das 15-Prozent-Niveau sinken, sonst werde die Klausel ausgelöst.
KI, China, Kanada: Metsolas weitere Baustellen
Bei der Künstlichen Intelligenz verlangte Metsola „Leitplanken“. Aus ihrer Sicht verlaufe der Wettlauf nicht zwischen der EU und den USA, sondern zwischen demokratischer und autokratischer KI. Die Abhängigkeit von US-Technologie sieht sie als gegenseitig, denn auch amerikanische Konzerne seien auf den EU-Markt angewiesen. Kritiker dürften darin vor allem den nächsten Anlauf zu mehr Brüsseler Regulierung sehen.
Gegenüber China forderte sie ein „selbstbewusstes“ Auftreten. Europa dürfe kein reiner Konsumkontinent werden. Außerdem rief sie die zehn EU-Staaten, die das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada noch nicht ratifiziert haben, zum Handeln auf. Auf die Frage, ob die EVP Bündnisse mit AfD oder Rassemblement National ausschließen solle, antwortete sie ausweichend. Mehrheiten müssten „aus der Mitte heraus“ gebildet werden.
Fazit: Deutschland zwischen allen Stühlen
Der Fall zeigt, wie verwundbar die deutsche Exportwirtschaft geworden ist. Der Standort leidet ohnehin unter Bürokratie und hohen Energiepreisen, und nun droht zusätzlich ein Handelskonflikt, den die Regierung Merz mit hausgemachten Kostenbremsen zumindest mitverursacht hat. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen absichern will, setzt häufig auf Werte, die von keinem Zollstreit abhängen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle Ergänzung sein.
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