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15.10.2026
12:22 Uhr
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Beben im Ländle: AfD zieht mit CDU gleich – die Union stürzt ab!

Beben im Ländle: AfD zieht mit CDU gleich – die Union stürzt ab!
Symbolbild: KI-generiert

Gut sieben Monate nach der Landtagswahl erlebt die CDU in Baden-Württemberg einen dramatischen Absturz. Im neuen BW-Trend von Infratest dimap im Auftrag von SWR, „Stuttgarter Zeitung“ und „Südwest Presse“ kommen Christdemokraten und AfD auf jeweils 23 Prozent. Die Grünen von Ministerpräsident Cem Özdemir liegen mit 30 Prozent klar vorn.

Vom Fotofinish zum Absturz

Dabei sah es im März noch nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Die CDU holte 29,7 Prozent und lag damit nur hauchdünn hinter den Grünen mit 30,2 Prozent. Bei den Erststimmen war sie sogar vorn. Im Landtag stellt sie genauso viele Abgeordnete wie die Grünen und dazu den Parlamentspräsidenten.

Davon ist nichts mehr übrig. Der Abstand zur Spitze ist auf sieben Punkte angewachsen. Und von unten rückt die AfD heran: Gegenüber ihrem Wahlergebnis von 18,8 Prozent legt sie um 4,2 Punkte zu. Laut SWR ist das ihr höchster Wert, den der BW-Trend jemals gemessen hat. Der Landesverfassungsschutz führt die Partei im Südwesten als rechtsextremistischen Verdachtsfall.

Wer traut der CDU noch etwas zu?

Noch bitterer für die Union ist ein anderer Wert. Nur 17 Prozent der Befragten glauben, dass die CDU die wichtigsten Probleme im Land lösen kann. Das sind 13 Punkte weniger als vorher. Den Grünen trauen das immerhin 27 Prozent zu.

Der SWR sieht die CDU „im Merz-Sog“ nach unten gezogen. Für die Berliner Koalition ist das ein Alarmsignal. Was als Aufbruch angekündigt war, kommt im wirtschaftsstärksten Flächenland der Republik offenbar als Enttäuschung an. Viele Bürger erinnern sich noch gut an das Versprechen, keine neuen Schulden zu machen. Gekommen sind gewaltige Sondervermögen.

Özdemir glänzt, Hagel verblasst

Die Grünen verdanken ihre Stärke vor allem einem Mann. 58 Prozent der Wahlberechtigten sind mit Özdemir zufrieden, sieben Punkte mehr als im März. Nur 31 Prozent sind es nicht. Sein Stellvertreter Manuel Hagel (CDU) kommt dagegen auf magere 30 Prozent Zustimmung und 37 Prozent Ablehnung. Jeder Dritte kennt den CDU-Landeschef überhaupt nicht. Für einen Vize-Regierungschef ist das ein vernichtendes Zeugnis.

Grün-Schwarz regiert seit 2016. Bundesweit ist das die einzige Koalition dieser Art unter grüner Führung. Eine knappe Mehrheit der Befragten ist mit der Landesregierung zufrieden. Nach diesen Zahlen könnte das Bündnis weiter bequem regieren, allerdings mit deutlich verschobenen Gewichten.

Linke vor dem Comeback, FDP vor der Tür

Auch auf den hinteren Plätzen bewegt sich etwas. Die Linke, die im März knapp gescheitert war, käme mit sechs Prozent in den Landtag. Die SPD verbessert sich von 5,5 auf sieben Prozent. Die FDP bleibt mit vier Prozent draußen. Für die Partei der Eigenverantwortung ist das ein trauriger Befund, ausgerechnet im Land der Tüftler und Mittelständler.

Die eigentliche Angst: der Arbeitsplatz

Hinter den Prozentzahlen steckt eine handfeste Sorge. Die Umfrage zeigt, wie sehr die Wirtschaftskrise den Menschen zusetzt. Viele bangen um die Autoindustrie, und die Angst um den eigenen Job nimmt zu. Im Land von Daimler, Porsche und Bosch geht es dabei um die wirtschaftliche Grundlage, auf der Familien ihr Leben aufgebaut haben.

Für die Umfrage wurden vom 8. bis 13. Oktober 1.191 Menschen befragt. Die Sonntagsfrage misst Stimmungen, keine Wahlergebnisse. Die Richtung ist trotzdem klar: Wer bei Industriepolitik, Energiekosten und Bürokratie keine Antworten liefert, verliert die Wähler. Das passiert nicht irgendwann, sondern schon jetzt.

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