Germania Mint im Portrait: Die Prägestätte hinter Germania, Beasts und Gods of Germania
Ihre erste eigene Silbermünze brachte sie 2019 heraus — heute gehört sie in vielen deutschen Sammlerregalen zum festen Bestand: Germania Mint aus dem niederschlesischen Jelenia Góra hat es in wenigen Jahren geschafft, mit einer erfundenen Nennwert-Währung und einer eigenen Bildwelt ein internationales Publikum zu erreichen. Der Reiz liegt im Spagat: auf der einen Seite die schlichte Unze Anlagesilber, auf der anderen tiefschwarz rutheniertes, teilvergoldetes Sammlermetall in Auflagen von 500 Stück. Dieses Portrait ordnet Geschäftsmodell, Serien und Veredelungstechniken ein — und zeigt, wo der Unterschied zwischen Metallwert und Sammlerpreis entsteht.
Vom Münzladen in Jelenia Góra zur eigenen Prägestätte
Die Geschichte hinter der Marke ist älter als die Marke selbst. Nach eigener Darstellung geht das Unternehmen auf ein numismatisches Fachgeschäft zurück, das Apolinary Kurowski 1986 in Jelenia Góra eröffnete. Aus diesem Familienbetrieb entwickelte sich über Jahrzehnte die Kurowski-Gruppe, die sich zunächst mit Münzverpackungen, Veredelung und der Abwicklung numismatischer Projekte für Dritte einen Namen machte. Germania Mint entstand 2018 als erstes Projekt, bei dem die Gruppe sämtliche Stufen selbst verantwortete: Entwurf, Produktion, Verpackung, Marketing und Vertrieb. 2021 wurde die Unternehmensgruppe nach ihrem erfolgreichsten Produkt benannt und firmiert seither insgesamt als Germania Mint; geführt wird sie heute von Szymon Kurowski.
Der Firmensitz liegt an der Aleja Wojska Polskiego in Jelenia Góra, rund 100 Kilometer westlich von Breslau, etwa 20 Kilometer von der tschechischen und rund 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Das Unternehmen beschreibt sich als eine der am schnellsten wachsenden Prägestätten weltweit, beschäftigt nach eigenen Angaben über 200 Mitarbeiter und arbeitet mit mehr als 200 Händlern und Distributoren in aller Welt zusammen. In Deutschland ist die Marke bei vielen großen Edelmetallhändlern gelistet.
Privatprägung statt Staatsauftrag
Der entscheidende Unterschied zu Häusern wie der Royal Mint oder der Münze Österreich liegt im Auftraggeber. Staatliche Prägeanstalten stellen Umlauf- und Anlagemünzen für einen staatlichen Emittenten her, deren Nennwert rechtlich verankert ist. Germania Mint entwirft und produziert dagegen in erster Linie auf eigene Rechnung — mit voller gestalterischer Freiheit, aber ohne staatlichen Rückhalt. Wie stark das die Wahrnehmung prägt, zeigt der Vergleich mit klassischen Häusern in unserem Portrait der Royal Mint.
- Staatliche Prägestätte: Nennwert per Gesetz, Emittent ist ein Staat, Programme oft langfristig festgelegt.
- Private Eigenprägung: Nennwert symbolisch oder gar nicht vorhanden, freie Motivwahl, kurze Entwicklungszyklen.
- Folge für den Markt: Privatprägungen leben stärker von Serienidee, Auflagenhöhe und Verarbeitung als von staatlicher Autorität.
Wichtig ist dabei eine Unterscheidung, die im Marketing häufig verschwimmt: Die eigenen Mark-Serien sind kein gesetzliches Zahlungsmittel. Parallel dazu arbeitet das Haus aber als Auftragsfertiger für staatliche Emittenten — und diese Ausgaben tragen sehr wohl einen echten Nennwert. Seit Ende 2021 prägt Germania Mint für die Zentralbank von Malta die Serie Knights of the Past mit 5-Euro-Nennwert; hinzu kommen Motivreihen wie der Malta Golden Eagle oder die Maltese Bee. Ein Blick auf ein solches Stück lohnt sich zum Vergleich: die 1 Unze Silber Malta Golden Eagle 2026 stammt aus derselben Werkstatt wie die Germania-Unze, ist rechtlich aber eine maltesische Münze.
Woher der Name kommt: Germania als Erzählrahmen
Der Markenname bezieht sich nicht auf das Deutsche Reich, sondern auf die antike Landschaftsbezeichnung. Germania war in römischer Lesart kein Staat, sondern ein Gebiet nördlich und östlich der Reichsgrenzen — ein Raum aus Wäldern, Flüssen und Stämmen, der im Wesentlichen Teile des heutigen Deutschlands, Polens und Tschechiens umfasste. Der Firmensitz in Niederschlesien liegt in diesem historischen Raum, und genau darauf beruft sich das Unternehmen.
Aus dieser Erzählung leitet die Prägestätte ihr Wappen ab, das auf nahezu jedem Produkt auftaucht. Es besteht aus drei Elementen, die das Haus selbst so deutet:
- Der Schild — Sinnbild für Wahrheit, Treue und Vertrauen, Attribut von Göttern und Kriegern.
- Der doppelköpfige Adler — abgeleitet vom römischen Gott Janus; die entgegengesetzten Blickrichtungen stehen für Vergangenheit und Zukunft.
- Der Lorbeerkranz — antikes Zeichen für Sieg und herausragende Leistung.
Die Figur der Germania selbst ist die Trägerin dieses Narrativs: eine allegorische Frauengestalt, die von Ausgabe zu Ausgabe weitererzählt wird. Ergänzt wird sie durch Themenwelten wie die Walküren und den Mythischen Wald. Diese Geschichte konsequent durchzuhalten, ist der eigentliche Kern des Geschäftsmodells: Sammler kaufen nicht nur Silber, sondern eine Fortsetzung.
Das Anlageprodukt: 5 Mark Germania in Silber
Das bekannteste Erzeugnis ist die 5 Mark Germania Silbermünze zu einer Unze, die seit 2019 jährlich erscheint. Die Eckdaten der aktuellen Jahrgänge: 31,1 Gramm Feinsilber in einer Feinheit von 999,9, ein Durchmesser von 38,61 Millimetern und der aufgeprägte Nennwert von 5 Mark. Bei älteren Jahrgängen findet sich in Händlerangaben teils die Feinheit 999 — ein Blick auf die Produktbeschreibung lohnt sich also. Die Vorderseite zeigt die Allegorie Germania, die Rückseite das Wappen mit dem doppelköpfigen Adler.
Dieser Nennwert ist eine gestalterische Konstruktion, kein Zahlungsversprechen. Es gibt keine Notenbank, die 5 Mark einlöst; die Angabe ordnet das Stück optisch in die Tradition klassischer Kursmünzen ein. Der Wert bemisst sich am Silbergehalt zuzüglich Aufschlag — bei der Stempelglanz-Ausgabe liegt dieser Aufschlag typischerweise über dem einer Standard-Anlagemünze wie dem Krügerrand oder dem Wiener Philharmoniker, weil Auflage und Verpackung anders kalkuliert sind.
Bemerkenswert ist die Auflagenpolitik der Hauptserie — und die Art, wie sie umgesetzt wird. Für den Jahrgang 2026 gibt die Prägestätte eine Gesamtauflage von 35.000 Exemplaren an, die auf zwei Produktionsstandorte aufgeteilt ist: 10.000 Stück entstehen in Jelenia Góra und tragen das Münzzeichen GM, weitere 25.000 Stück werden bei Sunshine Minting in den USA geprägt und mit dem Münzzeichen SM gekennzeichnet. Die europäische Fassung wird üblicherweise mit Kapsel und Zertifikat ausgeliefert, die amerikanische in Tuben als reine Bullion-Ware.
Für Käufer in Deutschland ist das mehr als eine Randnotiz. Das Münzzeichen entscheidet darüber, welcher Teilauflage ein Stück zuzurechnen ist — und die europäische GM-Variante ist mit 10.000 Exemplaren die deutlich knappere von beiden. Wer gezielt sammelt, sollte die Produktbeschreibung genau lesen; wer schlicht Silber aufbauen möchte, für den spielt der Unterschied preislich kaum eine Rolle.
Wer die Grundlage im Blick behalten möchte, findet laufend aktualisierte Kurse und Hintergründe in unserem Silberpreis-Ratgeber. Denn unabhängig von Motiv und Veredelung bleibt der Silberkurs die Basis, auf der jeder Aufschlag aufsetzt.
Germania Beasts: die Serie mit erzählerischem Bogen
Die Germania Beasts Serie übersetzt Kreaturen der nordisch-germanischen Sagenwelt in Silber und ist das Aushängeschild des Hauses im Sammlersegment. Sie wurde über sechs Jahre hinweg aufgebaut und 2026 abgeschlossen:
- Fafnir (2020) — der Drache, der über einen verfluchten Goldhort wacht.
- Fenrir (2022) — der Wolf, der laut Prophezeiung bei Ragnarök Odin verschlingt.
- Gullinbursti (2025) — der von Zwergen geschmiedete Eber mit goldenen Borsten.
- Sleipnir (2026) — das achtbeinige Ross Odins und finale Ausgabe der Reihe.
Jede Bestie erscheint in mehreren Ausführungen: einer auflagenstarken Ein-Unzen-Variante in Stempelglanz, einem Geminus-Set aus zwei zusammengehörigen Unzen und einer Zwei-Unzen-Ausgabe in Ultra Double High Relief. Die Auflagen klaffen dabei weit auseinander — 25.000 Stück beim Basisstück, 999 oder 500 bei den veredelten Varianten. Details zur letzten Ausgabe haben wir im Ratgeber zur Germania Beasts Sleipnir 2026 aufbereitet.
Gods of Germania: Kleingold in Polierter Platte
Deutlich jünger ist die Barrenreihe Gods of Germania. Sie besteht aus 1/100-Unzen-Goldbarren in einer Feinheit von 999,9, geprägt in Polierter Platte. Das entspricht rund 0,31 Gramm Feingold je Stück — eine Größenordnung, die weniger als Vermögensbaustein gedacht ist denn als Sammelobjekt und Einstiegsformat.
Die Serie ist auf sechs Ausgaben angelegt und folgt einem Prinzip aus der germanischen Mythologie: Götter treten paarweise auf und stehen für Ausgleich und Ergänzung. Vorgesehen sind die Paare Odin und Frigg, Thor und Sif, Baldur und Nanna, Njörðr und Skaði, Freyr und Gerðr sowie Loki und Sigyn. Jeder Barren trägt das Porträt einer Gottheit, die Rückseite zeigt Herstellerlogo und Metallangaben. Ausgeliefert wird jedes Stück einzeln in einem sogenannten Safepack, einer versiegelten Schutzverpackung.
Ein Hinweis zur Einordnung: Bei sehr kleinen Goldeinheiten fällt der Herstellungs- und Verpackungsaufwand im Verhältnis zum Metallgehalt stark ins Gewicht. Der prozentuale Aufschlag liegt deshalb deutlich über dem eines 100-Gramm- oder Kilobarrens. Wer Gold primär als Substanz aufbauen möchte, fährt mit größeren Einheiten günstiger; wer sammeln oder verschenken will, findet hier ein handliches Format. Grundsätzliches zu Herstellern und Barrenqualität lesen Sie im Vergleich der Goldbarren-Hersteller.
Veredelung: Was Ruthenium, Antik Finish und High Relief bedeuten
Ein Großteil der Wertschöpfung von Germania Mint liegt nicht im Metall, sondern in der Oberfläche. Die Prägestätte bietet ihre Veredelungstechniken sogar als Dienstleistung für andere Emittenten an. Für Käufer lohnt es sich, die Begriffe zu kennen, weil sie den Preis maßgeblich bestimmen:
| Bezeichnung | Was dahintersteckt | Wirkung auf den Preis |
|---|---|---|
| Stempelglanz (BU) | Prägefrischer Standardzustand ohne Umlaufspuren | geringster Aufschlag |
| Polierte Platte (Proof) | Mehrfachprägung mit polierten Stempeln, spiegelnder Grund | deutlich höherer Aufschlag |
| Ruthenium | Dünne Beschichtung mit einem seltenen Platinmetall, fast schwarze Optik | Aufschlag, kein Mehrwert an Edelmetall |
| Teilvergoldung | Partielle Goldauflage auf einzelnen Reliefpartien | Aufschlag, minimaler Goldanteil |
| Antik Finish | Künstlich gealterte, matte Oberfläche, betont Details | mittlerer bis hoher Aufschlag |
| High Relief / Ultra Double High Relief | Erhöhtes Relief, aufwendigere Prägetechnik, meist 2 Unzen | hoher Aufschlag |
Wichtig zu wissen: Ruthenium-Beschichtung und Teilvergoldung verändern den Silbergehalt einer Münze praktisch nicht. Sie sind gestalterische Verfahren. Wer eine veredelte Ausgabe kauft, zahlt für Handwerk und Limitierung — nicht für zusätzliches Edelmetall.
Auflagenpolitik und Messe-Editionen
Germania Mint arbeitet konsequent mit gestaffelten Auflagen. Dasselbe Motiv erscheint in einer breit verfügbaren Grundvariante und in mehreren knappen Sonderausführungen. Für die Prägestätte hat das den Vorteil, dass ein einzelner Entwurf mehrere Preissegmente bedient. Für Käufer bedeutet es, dass die entscheidende Kennzahl nicht das Motiv ist, sondern die Kombination aus Auflage und Veredelung.
Ein typisches Beispiel sind Messe-Editionen. Zur World's Fair of Money der American Numismatic Association 2026 in Pittsburgh legte das Haus zwei Sonderausgaben auf, darunter eine Ein-Unzen-Germania in Silber mit Ruthenium-Veredelung und Teilvergoldung, limitiert auf 500 Exemplare, sowie einen Ein-Gramm-Goldbarren in einer eigens gestalteten Verpackung. Solche Editionen sind bewusst knapp gehalten und häufig binnen kurzer Zeit beim Händler vergriffen.
- Auflage unter 1.000: ausgeprägter Sammlercharakter, Preis weitgehend losgelöst vom Metallwert.
- Auflage 5.000 bis 15.000: Mischform, spürbarer Aufschlag, aber noch breite Handelbarkeit.
- Auflage ab 25.000: näher am Silberpreis, einfachste Wiederverkäuflichkeit.
Eine niedrige Auflage beschreibt Knappheit — sie ist keine Zusage für eine bestimmte Preisentwicklung. Ob ein Stück später gesucht ist, hängt von der Nachfrage nach Motiv und Serie ab, vom Erhaltungsgrad und davon, wie viele Sammler die Reihe tatsächlich komplettieren wollen.
Metallwert und Sammlerpreis: worauf es beim Wiederverkauf ankommt
Die praktisch wichtigste Frage lautet: Was bekommt man beim Verkauf zurück? Hier trennen sich die beiden Produktwelten von Germania Mint deutlich. Eine Unze Germania in Stempelglanz wird im Ankauf im Wesentlichen nach Silbergehalt bewertet; der beim Kauf gezahlte Aufschlag ist beim Verkauf nur teilweise wiederzuholen. Eine auf 500 Stück limitierte, rutheniert und teilvergoldete Ausgabe kann dagegen einen eigenständigen Sammlerpreis erzielen — muss es aber nicht.
Diese Punkte helfen, den Wiederverkauf realistisch einzuschätzen:
- Originalzubehör aufheben. Kapsel, Etui, Safepack und vor allem das nummerierte Echtheitszertifikat gehören zum Stück. Fehlen sie, sinkt der erzielbare Sammlerpreis spürbar.
- Oberfläche nicht anfassen. Ruthenium, Vergoldung und Antik Finish reagieren empfindlich auf Fingerfett. Fingerabdrücke lassen sich nicht rückstandsfrei entfernen.
- Marktbreite prüfen. Standardware verkauft sich schnell und zu engen Spannen. Bei sehr seltenen Ausgaben ist der Käuferkreis kleiner, die Preisfindung dauert länger.
- Spanne zwischen An- und Verkauf beachten. Je höher der Aufschlag beim Kauf, desto weiter muss der Metallpreis steigen, bis der reine Materialwert den Kaufpreis erreicht.
- Steuerliche Rahmenbedingungen kennen. Gewinne aus dem Verkauf physischer Edelmetalle sind für Privatpersonen in Deutschland nach einer Haltedauer von mindestens einem Jahr grundsätzlich steuerfrei. Das ist eine allgemeine Information und ersetzt keine steuerliche Beratung.
Praktischer Hinweis zur Umsatzsteuer: Silberprodukte werden in Deutschland mit Umsatzsteuer beziehungsweise differenzbesteuert gehandelt, Anlagegold in Barren- und Münzform ist dagegen von der Umsatzsteuer befreit. Das erklärt, warum die kleinen Gold-Ausgaben der Gods-of-Germania-Reihe steuerlich anders behandelt werden als die Silberserien. Wie ein Verkauf konkret abläuft, beschreibt unser Ratgeber Gold verkaufen.
Einordnung: Für wen die Marke passt
Germania Mint bedient zwei Käufergruppen, die selten deckungsgleich sind. Wer Edelmetall als Substanz aufbauen möchte, orientiert sich in der Regel an breit gehandelten Anlagemünzen und Barren mit niedrigen Aufschlägen — ein Überblick dazu findet sich in den Kategorien Silbermünzen und Goldbarren. Wer dagegen Freude an Motiven, Serien und Prägetechnik hat, findet bei der Marke ein außergewöhnlich konsequent durchgestaltetes Programm.
Bei Kettner Edelmetalle sind die aktuellen Ausgaben der Marke gebündelt unter Germania Mint sowie in der Kategorie Silber Germania gelistet, jeweils inklusive Kapsel und Zertifikat. Alle Lieferungen erfolgen versichert.
Unterm Strich ist Germania Mint ein Beispiel dafür, wie sich eine junge Privatprägestätte über Gestaltung, Verpackung und Serienlogik im Markt behauptet, ohne staatlichen Rückenwind. Für Käufer bleibt die Aufgabe, bei jedem einzelnen Stück zu unterscheiden, wie viel davon Metall ist und wie viel Erzählung.
Häufige Fragen zu Germania Mint
Wo hat Germania Mint ihren Sitz?
Die Prägestätte sitzt an der Aleja Wojska Polskiego in Jelenia Góra in Niederschlesien, Polen — rund 20 Kilometer von der tschechischen und etwa 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Markenname bezieht sich auf die antike Landschaftsbezeichnung Germania, die Teile des heutigen Polens und Deutschlands umfasste — nicht auf einen deutschen Staat.
Ist die 5 Mark Germania ein gesetzliches Zahlungsmittel?
Nein. Der Nennwert von 5 Mark ist eine gestalterische Konstruktion ohne rechtliche Grundlage; es handelt sich um eine Privatprägung im Format einer Anlagemünze. Der Wert bemisst sich am enthaltenen Feinsilber zuzüglich Handels- und Prägeaufschlag. Davon zu unterscheiden sind Auftragsprägungen, die Germania Mint für staatliche Emittenten wie Malta herstellt — diese tragen einen echten, rechtlich verankerten Nennwert.
Welche Serien gibt Germania Mint heraus?
Kern des Programms ist die Hauptserie Germania mit der Ein-Unzen-Silbermünze zu 5 Mark. Dazu kommen die Sammlerreihe Germania Beasts mit Fafnir, Fenrir, Gullinbursti und Sleipnir, die Goldbarrenreihe Gods of Germania, die Reihe Allegories, die Themenwelten Valkyries, Mythical Forest und Witchcraft sowie Gussbarren aus Silber, Gold und Kupfer. Hinzu kommen Auftragsprägungen für fremde Emittenten, etwa die Serie Knights of the Past für Malta.
Was steckt hinter der Gods-of-Germania-Reihe?
Es handelt sich um Goldbarren zu 1/100 Unze in 999,9er Feingold, geprägt in Polierter Platte. Die auf sechs Ausgaben angelegte Serie zeigt Götterpaare der germanischen Mythologie, darunter Odin und Frigg sowie Thor und Sif. Jeder Barren wird einzeln in einer versiegelten Schutzverpackung ausgeliefert.
Warum sind veredelte Ausgaben so viel teurer?
Ruthenium-Beschichtung, Teilvergoldung, Antik Finish und Hochrelief-Prägung sind aufwendige Verfahren und werden meist mit sehr niedrigen Auflagen kombiniert. Beides schlägt sich im Preis nieder, ohne den Edelmetallgehalt nennenswert zu erhöhen. Der Aufpreis ist damit Sammler-, nicht Materialwert.
Wie gut lassen sich Germania-Produkte wieder verkaufen?
Die auflagenstarken Stempelglanz-Ausgaben werden im Ankauf im Wesentlichen nach Silbergehalt bewertet. Limitierte Sonderausführungen können einen eigenen Sammlerpreis erzielen, richten sich aber an einen kleineren Käuferkreis. Kapsel, Zertifikat und ein unberührter Erhaltungszustand sind dabei wesentliche Voraussetzungen.
Ist eine niedrige Auflage ein Qualitätsmerkmal?
Eine niedrige Auflage beschreibt ausschließlich die Knappheit einer Ausgabe. Ob daraus Nachfrage entsteht, hängt von der Beliebtheit des Motivs, der Vollständigkeit der Serie und dem allgemeinen Marktumfeld ab. Aussagen über künftige Preise lassen sich daraus nicht ableiten.
Wie bewahrt man veredelte Silbermünzen richtig auf?
Am besten in der originalen Kapsel, trocken, kühl und lichtgeschützt. Die Münze sollte nicht mit bloßen Fingern berührt werden, da Hautfett auf beschichteten Oberflächen dauerhafte Spuren hinterlässt. Das Echtheitszertifikat gehört zusammen mit dem Stück aufbewahrt.

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Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

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