
Goldrausch an der Wall Street: Banken kassieren Rekord-Milliarden!

Die groĂen Investmentbanken verdienen am Edelmetall-Boom so viel wie nie zuvor. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg kommen die GeldhĂ€user 2026 voraussichtlich auf rund fĂŒnf Milliarden Dollar Erlös aus dem Gold- und Silberhandel. Das wĂ€re ein historischer Rekord. Auch die Deutsche Bank verdient krĂ€ftig mit.
JPMorgan vorn, aber nicht mehr allein
MarktfĂŒhrer JPMorgan Chase soll allein im ersten Halbjahr rund 700 Millionen Dollar mit Handel und Abwicklung von Gold, Silber und anderen Edelmetallen eingenommen haben. Das berichten mit der Sache vertraute Personen. Zum Vergleich: Das bislang beste Gesamtjahr der Bank war 2020 mit etwas mehr als einer Milliarde Dollar.
Die Konkurrenz holt allerdings auf. Mehrere andere GroĂbanken sollen ebenfalls Hunderte Millionen Dollar verdient haben. Die Gesamtsumme von fĂŒnf Milliarden stammt vom Analysehaus Crisil Coalition Greenwich. Seit Beginn seiner Datenreihe gab es keinen höheren Wert.
Comeback aus Frankfurt
Aus deutscher Sicht besonders interessant: Die Edelmetall-HĂ€ndler der Deutschen Bank sollen in diesem Jahr schon mehr als 200 Millionen Dollar erwirtschaftet haben. Das Frankfurter Institut hatte sich 2014 aus dem Londoner Gold- und Silberfixing zurĂŒckgezogen. Jetzt kehrt es mit Nachdruck in den Barrenhandel zurĂŒck.
Laut Insidern will die Deutsche Bank sogar in den kleinen Kreis der Clearing- und Tresor-Anbieter am Londoner Goldmarkt aufsteigen, dem gröĂten Handelsplatz der Welt. Auch Morgan Stanley habe Interesse. Citigroup gelang Anfang des Jahres als erstem Neuling seit zehn Jahren der Einstieg. Bisher gehörten nur JPMorgan, UBS, HSBC und ICBC Standard Bank dazu. JPMorgan und die Deutsche Bank wollten sich nicht Ă€uĂern.
Wie die Banken an starken Kursschwankungen verdienen
Das Prinzip ist einfach: Wenn die Preise stark schwanken, verdienen die HÀndler. Kriege, Handelskonflikte und Zölle machen die MÀrkte unruhig. Deshalb gehören Energie und Metalle inzwischen auch bei Goldman Sachs, Bank of America und Morgan Stanley zu den wichtigsten Gewinnquellen.
Besonders gut lief der Januar. Spekulanten weltweit kauften massiv Gold und Silber und trieben die Preise auf Rekordhöhen. Gefragt waren vor allem Optionen mit kurzer Laufzeit und ETFs mit Hebel. Damit lassen sich hohe Gewinne erzielen, aber genauso hohe Verluste. AuĂerdem flogen die Banken Barren um die halbe Welt, um Preisunterschiede zwischen den HandelsplĂ€tzen auszunutzen.
Angad Chhatwal von Coalition erklĂ€rte, die Erlöse hĂ€tten schon im Vorjahr einen Rekord erreicht. Sie wĂŒrden weiter von hoher VolatilitĂ€t und der starken Beteiligung der Anleger an Gold und Silber getragen.
Gold mehr als doppelt so teuer wie Anfang 2024
Seit Januar ist es etwas ruhiger geworden. Der Krieg im Nahen Osten hat die Energiepreise steigen lassen. Dadurch rechnen viele wieder mit einer strafferen Geldpolitik. Trotzdem kosten Gold und Silber noch mehr als doppelt so viel wie Anfang 2024. Zuletzt notierte der Gold-Future bei rund 4.713 Dollar je Feinunze, Silber bei gut 75 Dollar.
Doch starke Schwankungen können auch schaden. Greg Frith, HĂ€ndler bei Centalion, dem frĂŒheren RohstoffhĂ€ndler Gunvor, sprach auf der LBMA-Konferenz in Italien von einem Rekordjahr. Man dĂŒrfe sich aber nicht ausruhen. Wer bei der Arbeit nicht aufpasse, könne alles in kĂŒrzester Zeit verlieren.
Was Sparer daraus lernen können
Die Rekordgewinne der Banken zeigen vor allem eines: Wer mit Hebelprodukten und kurzfristigen Wetten spekuliert, macht oft die HĂ€ndler reich. Der Anleger trĂ€gt dabei das Risiko. AuĂerdem hĂ€ngt er davon ab, dass die Gegenseite des GeschĂ€fts ihre Zusagen erfĂŒllt.
Physisches Gold und Silber funktionieren anders. Ein Barren im eigenen Tresor ist von niemandem abhĂ€ngig. Er kann sich nicht in Luft auflösen, nur weil jemand an der Börse eine Wette verliert. Gerade wenn der Staat immer mehr Schulden macht und die Welt unsicher ist, bleiben physische Edelmetalle fĂŒr viele BĂŒrger eine sinnvolle ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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