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20.03.2026
15:32 Uhr

Behördenversagen mit Ansage: Nur drei Prozent der Syrer verlieren ihren Schutzstatus

Was sich derzeit beim Bundesamt fĂŒr Migration und FlĂŒchtlinge abspielt, liest sich wie eine Realsatire der deutschen BĂŒrokratie. Von knapp 18.000 sogenannten WiderrufsprĂŒfverfahren im Jahr 2025 endeten gerade einmal 659 mit dem tatsĂ€chlichen Entzug des Schutztitels. Das entspricht einer Quote von lĂ€cherlichen 3,7 Prozent. In ĂŒber 96 Prozent der FĂ€lle durften syrische FlĂŒchtlinge ihren Status behalten – trotz des offiziell beendeten BĂŒrgerkriegs in Syrien.

Die Zahlen sprechen eine vernichtende Sprache

Man muss sich diese Dimension einmal auf der Zunge zergehen lassen: SchĂ€tzungsweise bis zu 600.000 Syrer besitzen in Deutschland einen Schutztitel nach der Genfer FlĂŒchtlingskonvention oder einen subsidiĂ€ren Schutzstatus. Das BAMF hat im vergangenen Jahr gerade einmal 17.767 FĂ€lle ĂŒberhaupt geprĂŒft – und selbst bei dieser verschwindend geringen Stichprobe versagte der Apparat klĂ€glich. Wer geglaubt hatte, die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz wĂŒrde hier endlich durchgreifen, sieht sich bitter enttĂ€uscht.

Auch 2026 setzt sich das Trauerspiel nahtlos fort. Von 2.280 bislang durchgefĂŒhrten Verfahren fĂŒhrten magere 253 zu einem Entzug. Weitere 19.841 Verfahren stehen noch zur Entscheidung aus. Bei der bisherigen Erfolgsquote darf man getrost davon ausgehen, dass auch hier das Ergebnis ernĂŒchternd ausfallen wird.

Heimreisen nach Syrien – aber bitte mit deutschem Schutzstatus

Besonders pikant ist die BegrĂŒndung, die aus BAMF-Kreisen fĂŒr die niedrige Widerrufsquote durchsickert. Heimreisen nach Syrien seien teilweise „gerechtfertigt", etwa bei der Beerdigung eines Familienangehörigen. Man reibt sich verwundert die Augen: Wer angeblich vor Verfolgung und Tod aus seiner Heimat geflohen ist, kann offenbar problemlos dorthin zurĂŒckreisen – und behĂ€lt dennoch seinen Schutzstatus in Deutschland? Diese groteske Logik vermag wohl nur die deutsche Verwaltungsjustiz nachzuvollziehen.

Ein WiderrufsprĂŒfverfahren wird derzeit ĂŒberhaupt nur eingeleitet, wenn ein konkreter Anlass vorliegt – etwa eine Straftat, eine GefĂ€hrdereinstufung oder eben eine dokumentierte Heimreise. Die sogenannten anlasslosen RegelĂŒberprĂŒfungen wurden bereits im Januar 2023 unter der Ampelregierung eingestellt. Ein Erbe, das die neue Große Koalition offenbar nicht eilig genug korrigieren möchte.

Dobrindt lÀsst auf sich warten

Aus Kreisen der FlĂŒchtlingsbehörde heißt es, man warte auf einen entsprechenden Erlass von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt, um die anlasslosen RegelĂŒberprĂŒfungen wieder aufzunehmen. Doch der CSU-Minister lĂ€sst sich offenbar Zeit. Dabei hatte die Union im Wahlkampf vollmundig versprochen, bei der Migration endlich hart durchzugreifen. Von dieser Entschlossenheit ist in der Regierungspraxis bislang wenig zu spĂŒren.

Sollte das BAMF tatsĂ€chlich wieder flĂ€chendeckend prĂŒfen, mĂŒsste die Behörde Hunderttausende Schutztitel einer ÜberprĂŒfung unterziehen. Ob der chronisch ĂŒberlastete Verwaltungsapparat dazu ĂŒberhaupt in der Lage wĂ€re, darf bezweifelt werden. Und selbst wenn Schutztitel entzogen wĂŒrden – die praktische Abschiebung nach Syrien bleibt ein weiteres, kaum gelöstes Problem. Bislang gab es nur vereinzelte RĂŒckfĂŒhrungen.

Hoffnung auf den Besuch des syrischen PrÀsidenten

Mit Spannung wird daher der Besuch des syrischen PrĂ€sidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin erwartet, der Berichten zufolge fĂŒr Ende MĂ€rz geplant sei. Bereits im Januar war ein Treffen mit Bundeskanzler Merz angesetzt, musste jedoch kurzfristig verschoben werden. Bei dem Besuch sollen Vereinbarungen zur RĂŒckfĂŒhrung syrischer Staatsangehöriger getroffen werden.

Ob daraus tatsĂ€chlich konkrete Ergebnisse resultieren, bleibt abzuwarten. Die Erfahrung der vergangenen Jahre lehrt: Zwischen politischen AnkĂŒndigungen und deren Umsetzung klafft in der deutschen Migrationspolitik ein Abgrund, der so tief ist wie die Frustration der BĂŒrger ĂŒber das fortgesetzte Versagen ihrer Regierung. Seit dem Ende des syrischen BĂŒrgerkriegs im Dezember 2024 hĂ€tte die Politik lĂ€ngst die Weichen fĂŒr eine konsequente RĂŒckfĂŒhrungspolitik stellen mĂŒssen. Stattdessen verwaltet Deutschland seinen migrationspolitischen Stillstand mit gewohnter bĂŒrokratischer Akribie – und der Steuerzahler finanziert das Ganze.

Es ist höchste Zeit, dass die Bundesregierung ihren Worten endlich Taten folgen lĂ€sst. Das deutsche Volk hat bei der Bundestagswahl im Februar 2025 ein klares Signal gesendet. Es erwartet zu Recht, dass geltendes Recht konsequent angewandt wird – und nicht durch behördliche UntĂ€tigkeit systematisch unterlaufen.

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