
US-Industrie stottert: Gold springt über 4.150 Dollar!

Kalte Dusche für die amerikanische Industrie: Der viel beachtete Konjunkturindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia ist im Oktober von 37,8 auf 20,9 Punkte eingebrochen. Ökonomen hatten mit 28,4 Zählern gerechnet. Gold zog am Donnerstag sofort an und notierte mit rund 4.154 US-Dollar je Unze nahe dem Tageshoch, ein Plus von 1,2 Prozent.
Ein Frühwarnsystem schlägt an
Der sogenannte Philly-Fed-Index gehört zu den ersten harten Konjunkturdaten jedes Monats. Er fragt Industriebetriebe in Pennsylvania, New Jersey und Delaware nach ihrer Lage. Als Diffusionsindex zeigt er, ob mehr Unternehmen eine Verbesserung melden als eine Verschlechterung. Werte über null signalisieren Wachstum.
Formal wächst die Region also weiter. Die Notenbank selbst spricht von einer insgesamt expandierenden Aktivität. Doch der Trend zeigt klar nach unten: Es ist bereits der zweite Rückgang in Folge. Nur noch gut 41 Prozent der Firmen meldeten mehr Geschäft, nach 45 Prozent im Vormonat. Der Anteil der Betriebe mit weniger Aktivität stieg dagegen von 8 auf 20 Prozent.
Auftragsbücher leeren sich dramatisch
Am deutlichsten zeigt sich der Einbruch bei den Neuaufträgen. Dieser Teilindex stürzte um 25 Punkte auf magere 4,3 Zähler ab. Fast 39 Prozent der Unternehmen verbuchten zwar mehr Bestellungen, aber 34 Prozent auch weniger. Der Index für Auslieferungen fiel um 12 Punkte auf 15,3.
Auch am Arbeitsmarkt kühlt es ab. Der Beschäftigungsindex gab um 3 Punkte auf 9,1 nach. Noch auffälliger: Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit sank auf den tiefsten Stand seit Juni. Wer Schichten kürzt, bereitet sich nicht auf einen Boom vor.
Das Gift heißt Inflation
Und hier wird es heikel. Während die Aktivität schrumpft, steigen die Preise munter weiter. Der Index der Einkaufspreise lag mit 43,2 Punkten zwar 5 Zähler unter dem Vormonat, kein einziges Unternehmen meldete jedoch sinkende Kosten. Der Index der Verkaufspreise kletterte sogar um 9 Punkte auf 40,1. Das ist der höchste Wert seit Mai 2025.
Weniger Aufträge, aber höhere Preise? Beobachter dürften darin ein unbequemes Muster erkennen, das an Stagflation erinnert. Also an jene toxische Mischung aus schwachem Wachstum und hartnäckiger Teuerung, die Sparer in den 1970er-Jahren so viel Kaufkraft kostete.
Auch der Optimismus bröckelt
Der Blick nach vorn verdüstert sich ebenfalls. Der Index für die erwartete Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten fiel um 20 Punkte auf 33,0, so tief wie seit Januar nicht mehr. Die Erwartungen für Neuaufträge (37,0), Auslieferungen (35,2) und Beschäftigung (30,1) brachen jeweils um mehr als 20 Punkte ein. Die künftigen Preiserwartungen sanken zwar, liegen mit rund 62 Punkten aber laut Notenbank weiterhin deutlich über ihrem langjährigen Durchschnitt.
Warum Gold profitiert
Die Reaktion am Edelmetallmarkt kommt nicht von ungefähr. Schwächere Konjunkturdaten erhöhen den Druck auf die US-Notenbank, ihre Geldpolitik locker zu halten. Wenn die Zinsen niedrig bleiben, die Inflation aber nicht verschwindet, schrumpft der reale Ertrag von Anleihen und Sparkonten. Gold dagegen kennt kein Ausfallrisiko und lässt sich nicht per Knopfdruck vermehren.
Der Rückenwind ist kräftig. Nach Angaben des World Gold Council flossen im dritten Quartal rekordverdächtige 31 Milliarden US-Dollar in goldgedeckte ETFs, obwohl die Anleiherenditen stiegen. Die Investmentbank Jefferies hält Medienberichten zufolge einen Goldpreis von 5.000 Dollar im Jahr 2027 für möglich.
Für deutsche Sparer, die ohnehin unter einer Schuldenpolitik in Rekordhöhe und schleichender Geldentwertung leiden, ist die Botschaft klar. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio ein Fundament der Vermögenssicherung bilden, gerade wenn die größte Volkswirtschaft der Welt zu wanken beginnt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich. Die Wertentwicklung der Vergangenheit ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse.
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