
Gold-Dip als Chance? US-Bank Jefferies sieht 5.000 Dollar für 2027!

Der Goldpreis gerät unter Druck, und die US-Investmentbank Jefferies sieht darin eine Kaufgelegenheit. In ihrem am Freitag veröffentlichten Rohstoffbericht halten die Analysten an ihrer Prognose von 5.000 US-Dollar je Unze für 2027 fest. Ihre Begründung: Washington könne sich dauerhaft hohe Zinsen schlicht nicht leisten.
Inflation schlägt zu, Gold verliert
Die Lage ist angespannt. Medienberichten zufolge stieg die US-Inflation im September auf 3,7 Prozent. Danach fiel Gold am Mittwoch um mehr als ein Prozent, schon den dritten Handelstag in Folge. An den Märkten wird inzwischen wieder auf Zinserhöhungen der Fed gewettet.
Anfang des Monats kletterten die Renditen von US-Staatsanleihen auf den höchsten Stand seit 24 Jahren. Für Gold ist das eigentlich Gift, denn wer Gold hält, bekommt keine Zinsen. Je mehr Anleihen abwerfen, desto mehr entgeht dem Goldbesitzer. Trotzdem habe sich das Edelmetall laut Jefferies erstaunlich robust gehalten.
Die Schuldenfalle in Washington
Den Grund für ihren Optimismus sehen die Analysten im US-Haushalt. Das jährliche Defizit liege bei rund 2 Billionen Dollar, also etwa 6 Prozent der Wirtschaftsleistung. Allein die Netto-Zinskosten hätten die Marke von einer Billion Dollar pro Jahr überschritten.
Das kann auf Dauer nicht gut gehen. Nach Einschätzung der Bank könnte der wachsende Haushaltsdruck die Politik früher oder später zwingen, die Finanzierungskosten zu drücken. Für Gold wäre das ein klarer Rückenwind. Als weitere Treiber nennt Jefferies die hartnäckige Inflation, die steigende Staatsverschuldung, die Entwertung der Papierwährungen und die anhaltenden Goldkäufe der Notenbanken.
Ganz neu ist das Thema auch für deutsche Leser nicht. Mit dem 500 Milliarden Euro schweren Sondervermögen hat die Bundesregierung ebenfalls einen gewaltigen Schuldenberg angehäuft.
Die neuen Prognosen im Überblick
Kurzfristig ist Jefferies vorsichtiger geworden, langfristig dagegen zuversichtlicher:
- 4. Quartal 2026: 4.400 Dollar (bisher 4.600)
- Gesamtjahr 2026: 4.511 Dollar (bisher 4.595)
- 2027: 5.000 Dollar (bestätigt)
- 2029: 4.600 Dollar (bisher 4.500)
- Langfristannahme: 3.600 Dollar (bisher 3.500)
Die vorsichtigeren Zahlen für dieses Jahr begründen die Analysten mit den gestiegenen Realzinsen. Kurzfristige Schwankungen könnten demnach gute Einstiegspunkte bieten.
Minen unter Druck, aber nicht in Not
Auch die Goldproduzenten hatten im dritten Quartal zu kämpfen. Diesel verteuerte sich um rund 12 Prozent. Gleichzeitig sank der durchschnittliche Goldpreis um 6 Prozent, von 4.516 Dollar im zweiten Quartal auf 4.263 Dollar. Hinzu kamen Wartungsarbeiten, Abraumarbeiten, geänderte Abbaupläne und Störungen durch das Wetter.
Trotzdem lägen die Margen laut Jefferies deutlich über dem historischen Durchschnitt. Weil weniger Steuern fällig wurden, dürfte der freie Cashflow pro Unze sogar steigen. Sorgen bereiten der Bank allerdings die Löhne: Steigende Arbeitskosten seien in den Chefetagen der Branche zunehmend ein Thema. Für 2027 erwarten die Analysten dennoch deutlich höhere Cashflow-Margen, falls Gold Richtung 5.000 Dollar steigt.
Die Anleger zögern, das Gold bleibt stark
Viele Anleger bleiben trotzdem skeptisch. Aus dem VanEck Gold Miners ETF flossen im September rund eine Milliarde Dollar ab. Bei Minenaktien zahlen Anleger eben nicht nur für den Goldpreis, sondern auch für Dieselpreise, Lohnrunden, Managementfehler und Wetterpech.
Beim Metall selbst zeigt sich ein anderes Bild. Nach Angaben des World Gold Council flossen im dritten Quartal rekordverdächtige 31 Milliarden Dollar in Gold-ETFs, trotz steigender Anleiherenditen.
Fazit: Rücksetzer gelassen sehen
Ob die 5.000 Dollar 2027 tatsächlich kommen, weiß niemand. Die Argumente von Jefferies sind aber stichhaltig: Wenn Staaten immer mehr Schulden machen, verlieren ihre Währungen langfristig an Wert. Physisches Gold hängt weder an Dieselpreisen noch an Tarifverhandlungen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen kann es deshalb gerade in unruhigen Phasen ein sinnvoller Baustein zur Vermögenssicherung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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