
Amerikaner im Stimmungstief: Gold klettert Richtung 4.200 Dollar!

Die US-Verbraucher verlieren weiter die Zuversicht, und der Goldpreis zieht an. Am Freitag meldete die University of Michigan für Oktober einen vorläufigen Wert des Verbraucherstimmungsindex von nur noch 46,3 Punkten. Gleichzeitig steigen die Inflationserwartungen. Das gelbe Metall notierte kurz nach der Veröffentlichung bei rund 4.188 Dollar je Unze, ein Tagesplus von 1,32 Prozent.
Schlechter als befürchtet
Ökonomen hatten im Schnitt mit 47,6 Punkten gerechnet. Im September lag der endgültige Wert noch bei 48,1. Das klingt nach einer kleinen Delle, und so stellt es auch die Leiterin der Umfrage, Joanne Hsu, dar: Die Stimmung habe sich kaum verändert und sei lediglich um 1,8 Punkte gesunken.
Ein Blick auf die Historie zeigt, wie tief die Amerikaner tatsächlich im Keller sitzen. Laut Daten des Analysehauses Trading Economics liegt der langjährige Durchschnitt seit 1952 bei gut 84 Punkten. Der Rekord stammt vom Januar 2000 mit 111,4 Punkten. Das historische Tief wurde erst im Mai dieses Jahres mit 44,8 Punkten markiert. Die größte Volkswirtschaft der Welt bewegt sich also nur knapp über ihrem Stimmungs-Allzeittief.
Die Kleinen zahlen die Zeche
Besonders bitter ist der Blick ins Detail. Nach Angaben von Hsu sei die Stimmung bei Haushalten mit geringerem Einkommen und kleineren Aktiendepots steil abgestürzt. Diese Gruppen hätten schlicht weniger Puffer, um steigende Preise abzufedern. Die Bedingungen für den Kauf langlebiger Güter wie Autos oder Haushaltsgeräte seien wegen hoher Preise und teurer Kredite regelrecht eingebrochen.
Der Frust über die Lebenshaltungskosten wachse, und zwar über alle politischen Lager hinweg. Viele Amerikaner hätten den Eindruck, dass sich die Wirtschaft seit Jahresbeginn verschlechtert habe. Zwar legte die Stimmung bei Demokraten und Republikanern leicht zu, ein Rückgang bei den Unabhängigen machte das aber wieder zunichte. Die Bewertung der aktuellen Lage fiel Daten von Trading Economics zufolge von 50,9 auf 44,7 Punkte.
Inflationsangst kehrt zurück
Für Sparer ist der zweite Teil der Daten der eigentliche Paukenschlag. Die Inflationserwartung für die kommenden zwölf Monate stieg von 4,6 auf 4,7 Prozent. Im Februar, vor Beginn des Iran-Konflikts, lag sie noch bei 3,4 Prozent. Auch die langfristigen Erwartungen kletterten von 3,4 auf 3,5 Prozent. Im gesamten Jahr 2024 hatten sie sich zwischen 2,8 und 3,2 Prozent bewegt.
Beide Werte stiegen den Angaben zufolge den zweiten Monat in Folge und erreichten den höchsten Stand seit Mai. Das Ziel der US-Notenbank liegt bei zwei Prozent. Wenn Verbraucher dauerhaft mit mehr Teuerung rechnen, wird es für die Fed noch schwieriger, die Inflation einzufangen.
Warum Gold davon profitiert
Der Mechanismus ist alt und bewährt. Wer seinem Geld nicht mehr traut, sucht Sachwerte. Gold wirft zwar keine Zinsen ab, kann aber auch nicht beliebig vermehrt werden. Das unterscheidet es von jeder Papierwährung.
Rückenwind kommt auch von anderer Seite. Medienberichten zufolge hat Chinas Zentralbank im September 21 Tonnen Gold gekauft, so viel wie seit drei Jahren in keinem Monat. Bei einer Umfrage unter Delegierten des Londoner Edelmetallverbands LBMA wurde laut Berichten für die nächsten zwölf Monate ein Goldpreis von 5.000 Dollar und ein Silberpreis von 97 Dollar erwartet.
Fazit: Warnsignal auch für Europa
Was in Amerika passiert, kommt in Deutschland oft mit Verzögerung an. Hohe Preise, teure Kredite und schwindendes Vertrauen in die Kaufkraft kennen deutsche Sparer nur zu gut. Hinzu kommen gewaltige neue Schuldenpakete in Berlin. Wer sein Vermögen gegen Inflation und Währungsrisiken absichern will, findet in physischem Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung für ein breit gestreutes Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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