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18.10.2026
16:08 Uhr
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„Sehr vorsichtig sein!“: Washington warnt Selenskyj im Starlink-Streit

„Sehr vorsichtig sein!“: Washington warnt Selenskyj im Starlink-Streit
Symbolbild: KI-generiert

Offener Krach zwischen Verbündeten: US-Finanzminister Scott Bessent hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntag im US-Fernsehen scharf zurechtgewiesen. In der NBC-Sendung „Meet the Press“ nannte er Selenskyjs Vorwurf, Washington habe das Satelliteninternet in der Ukraine gedrosselt, „sehr rücksichtslos“. Wie belastbar ist diese Partnerschaft noch?

Lahmes Netz an der Front

Für die Ukraine geht es um alles. Ihre Armee nutzt Starshield, die militärische und staatlich kontrollierte Variante von Elon Musks Starlink-System. Damit werden Drohnen gesteuert, Fahrzeuge vernetzt und russische Angriffe abgewehrt.

Zuletzt wurde das Netz jedoch spürbar langsamer. Selenskyj sagte kurz vor Bessent in derselben Sendung, er halte die US-Regierung für verantwortlich. Die Drosselung sei aus seiner Sicht eine „Botschaft der amerikanischen Regierung“ gewesen. Zudem sei die Ukraine zeitweise von US-Geheimdienstinformationen abgeschnitten worden. Mit Starshield verbundene Fahrzeuge und Drohnen würden weiterhin ausgebremst. Laut NBC laufen die Starlink-Dienste inzwischen allerdings wieder mit normaler Geschwindigkeit.

Musk zeigt aufs Weiße Haus

Pikant ist die Lage, weil ausgerechnet Elon Musk den Ball nach Washington spielt. Auf X schrieb er vergangene Woche, Starshield gehöre der US-Regierung und werde von ihr kontrolliert. Über Tempo und Nutzung entscheide das US-Militär und letztlich der Präsident. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, das Weiße Haus habe die Beschränkungen angeordnet.

Trump bestreitet das. Er wisse nicht, ob es überhaupt jemand gewesen sei, er selbst jedenfalls nicht, und Musk vermutlich auch nicht. Bessent legte nach:

„Präsident Selenskyj sollte sehr vorsichtig sein mit Aussagen wie diesen, die nicht wahr sind.“

Die Frage, ob die Ukraine überhaupt ein Verbündeter der USA sei, beantwortete der Finanzminister laut NBC dreimal nicht. Beim letzten Mal sagte er nur, er sei weder Außenminister noch Präsident. Stattdessen nahm er die Europäer ins Visier: Die europäischen NATO-Staaten hätten reichlich Patriot-Systeme. Warum gäben sie diese nicht ab? Diese Frage zielt auch auf Berlin.

Diesel aus Moskau, Wut im Kongress

Hinter dem Streit steckt knallharte Innenpolitik. Vor den Zwischenwahlen ächzen die Amerikaner unter hohen Spritpreisen, vor allem wegen des US-Kriegs mit dem Iran. Der Konflikt hat die Straße von Hormus schwer getroffen. Laut dem Automobilclub AAA kostete eine Gallone Benzin am Sonntag knapp 4,30 Dollar, Diesel rund 6,32 Dollar. Das sind nur etwa 20 Cent weniger als der Rekord vom September.

Trump macht unter anderem Selenskyj dafür verantwortlich, weil ukrainische Drohnen russische Raffinerien treffen. Gleichzeitig will er russischen Diesel ins Land holen. Das nach dem Republikaner Lindsey Graham benannte Sanktionspaket, das der Senat mit 86 zu 11 Stimmen beschlossen hatte, unterzeichnete er zwar, setzte aber Teile davon aus. Bessent spricht von einer 60-tägigen Pause zur Prüfung. Aufgehoben sei nur das Diesel-Embargo.

Selbst in der eigenen Partei rumort es. Senator Thom Tillis nannte das Vorgehen auf X „mehr als unverantwortlich“ und sprach von einem Einknicken vor einem russischen Diktator.

Was das für Deutschland bedeutet

Für Europa ist das ein Weckruf. Wer seine Sicherheit an die Launen des Wahlkampfs in Washington koppelt, muss mit Überraschungen rechnen. Die Bundesregierung unter Friedrich Merz wird sich fragen lassen müssen, ob Berlin auf eine Lage vorbereitet ist, in der die USA ihre Unterstützung für die Ukraine offen als Druckmittel einsetzen und Europa die Lücke schließen soll. Bezahlen müssten das am Ende wohl die deutschen Steuerzahler.

Bröckelnde Bündnisse, Energiekrisen, politische Unberechenbarkeit: In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, sich gegen geopolitische Schocks abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich.

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