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Starlink-Krimi: Bessent rüffelt Selenskyj – doch dann kommt die Wende

Starlink-Krimi: Bessent rüffelt Selenskyj – doch dann kommt die Wende
Symbolbild: KI-generiert

Krach unter Verbündeten: US-Finanzminister Scott Bessent hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Sonntag im US-Sender NBC „leichtfertige“ Anschuldigungen vorgeworfen. Kiew hatte Washington verdächtigt, hinter der Drosselung des Satellitendienstes Starlink für das ukrainische Militär zu stecken. Zwei Tage später stellte ein Medienbericht die Geschichte allerdings auf den Kopf.

Drohnen plötzlich ohne Verbindung

Angefangen hat alles mit einer Störung, die ukrainische Streitkräfte in der Nacht zum 14. Oktober bemerkten. Betroffen war die militärische Nutzung des Netzes, dessen Militärversion Starshield heißt. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Quelle verloren alle Objekte, die schneller als rund 160 Kilometer pro Stunde unterwegs waren, die Verbindung.

Für die Ukraine ist das ein Schlag ins Mark und keine technische Kleinigkeit. Drohnen, Flugzeuge und Helikopter hängen an der Satellitenverbindung. Seit Kriegsbeginn gilt Starlink als digitales Rückgrat der ukrainischen Armee. Berichten zufolge meldeten einige Einheiten sogar Aussetzer bei geringerem Tempo.

Selenskyj zeigt nach Washington

Selenskyj sagte NBC, seine Generäle und seine Regierung gingen davon aus, dass das Signal zur Einschränkung aus Washington gekommen sei. Welche Stelle genau dahinterstecke, wisse er aber nicht. Medienberichten zufolge wertete er die Drosselung als Botschaft der amerikanischen Regierung.

Bessent hielt scharf dagegen. Präsident Donald Trump und Außenminister Marco Rubio hätten ausdrücklich bestritten, eine solche Maßnahme angeordnet zu haben. Selenskyj müsse vorsichtig sein, wenn er Behauptungen aufstelle, die nicht der Wahrheit entsprächen. Von einer Unterbrechung des Geheimdienstaustauschs, über die Kiew ebenfalls klagt, wisse er nichts.

Trump hatte schon am Freitag zurückgewiesen, dass er oder SpaceX-Gründer Elon Musk die Einschränkungen verursacht hätten. Möglicherweise sei der Dienst gar nicht gedrosselt worden. Am Montag legte er nach: Wer die Unterbrechung angeordnet habe, wisse er nicht, er würde es aber gern herausfinden.

Der Bericht, der alles ändert

Dann kam der Paukenschlag. Am Dienstag berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf US-Regierungsvertreter und Insider, Musk selbst habe die Geschwindigkeitsgrenze angeordnet. Er habe das demnach mit mehreren hochrangigen Regierungsvertretern besprochen, laut einer Quelle auch mit Trump persönlich, noch bevor die Drosselung griff. Weder das Weiße Haus noch Musk äußerten sich zunächst dazu.

Das ist pikant. Kurz zuvor hatte Musk auf X betont, Starshield gehöre der US-Regierung und werde von ihr kontrolliert. Über Tempo- oder Nutzungslimits entscheide das US-Militär „und letztlich der Präsident“. Wer hier wen deckt, ist offen. Sicher ist nur: Die Version vom ahnungslosen Washington wirkt seitdem deutlich brüchiger.

Weckruf für Berlin und Brüssel

Der Streit fällt in eine heikle Phase. Medienberichten zufolge drängt Trump Kiew, die Angriffe auf Russlands Energieinfrastruktur einzustellen. Zuletzt hat er außerdem neue Russland-Sanktionen ausgesetzt. Beobachter halten die Starlink-Drosselung deshalb für ein mögliches Druckmittel. Belegt ist das nicht.

Für Europa sollte die Episode eine Lehre sein. Ob ein Land kämpfen kann, hängt hier am Schalter eines einzelnen Unternehmers und einer fremden Regierung. Europas eigenes Satellitenprojekt IRIS² soll erst gegen Ende des Jahrzehnts in Betrieb gehen. Brüssel schreibt Regeln, und die Infrastruktur, von der am Ende alle abhängen, bauen andere.

Gewissheiten mit Verfallsdatum

Die Affäre zeigt, wie schnell vermeintliche Gewissheiten zerfallen. Am Sonntag gab es noch ein klares Dementi, am Dienstag schon eine ganz neue Version. Wer in solchen Zeiten sein Vermögen schützen will, verlässt sich besser nicht nur auf Versprechen von Regierungen. Physisches Gold und Silber hängen an keinem Satelliten und an keiner politischen Laune. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie eine sinnvolle Ergänzung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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