
Rekord-Gas aus Putins Arktis: EU kauft kurz vor dem Verbot wie nie!

Wenige Wochen vor dem vollstĂ€ndigen Importverbot kauft die EU so viel russisches FlĂŒssigerdgas wie nie zuvor. Von Januar bis September 2026 kamen 12,18 Millionen Tonnen LNG aus der arktischen Yamal-Anlage in europĂ€ischen HĂ€fen an, 9,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Auswertung der Umweltorganisation Urgewald hervor. Sie stĂŒtzt sich auf Daten des Analysehauses Kpler.
Sanktionen auf dem Papier, Tanker im Hafen
Den Wert der Lieferungen schÀtzt Urgewald auf rund 7,9 Milliarden Euro. Dabei handelt es sich nicht um belegte Zahlungen. Die Organisation hat die gelieferten Mengen mit den monatlichen TTF-Gaspreisen multipliziert. Die tatsÀchlichen Vertragspreise können davon abweichen. Gewinne der Unternehmen oder Einnahmen des russischen Staates lassen sich daraus nicht ablesen.
Bemerkenswert ist die Entwicklung trotzdem. Weltweit lieferte Yamal in den ersten neun Monaten 1,3 Prozent weniger aus. Die EU nahm dagegen deutlich mehr ab. 85 Prozent der erfassten Liefermenge gingen an EU-HĂ€fen. Europa bleibt damit der mit Abstand wichtigste Abnehmer fĂŒr Moskaus Arktis-Gas.
Urgewald zĂ€hlte im selben Zeitraum 167 Ladungen fĂŒr die EU. Im Schnitt legte also etwa alle 1,6 Tage ein Tanker an. Sanktionsexperte Sebastian Rötters erklĂ€rte:
âSelbst nach der AbschwĂ€chung im Sommer hat Europa mehr abgenommen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.â
Ein Sommerloch, das wenig Àndert
Im dritten Quartal sanken die Einfuhren zwar. Mit 2,21 Millionen Tonnen lagen sie 13,6 Prozent unter dem Vorjahresquartal, der geschĂ€tzte Wert betrug rund 1,92 Milliarden Euro. Im September zogen die Mengen aber wieder an: Mit rund 792.440 Tonnen lagen sie leicht ĂŒber dem Vorjahresmonat. Fast drei Viertel davon gingen nach Frankreich. In Spanien und am belgischen Terminal Zeebrugge kamen im September keine Yamal-Lieferungen an.
Dabei gelten schon seit dem 25. April EinschrĂ€nkungen. Seitdem dĂŒrfen europĂ€ische Firmen russisches LNG nicht mehr am Spotmarkt oder ĂŒber kurzfristige VertrĂ€ge kaufen. FĂŒr bestimmte langfristige AltvertrĂ€ge gilt eine Ăbergangsfrist bis Jahresende. Ab dem 1. Januar 2027 ist der Import dann komplett verboten. Rötters sieht bisher wenig Wirkung. Erst das vollstĂ€ndige Verbot werde beginnen, âernsthaften Druck auf Russlands LNG-GeschĂ€ft auszuĂŒbenâ, sagte er. Wie sich die kurzfristigen VertrĂ€ge entwickelt haben, zeigen die Gesamtzahlen allerdings nicht.
Die Schwachstelle: Eisbrecher-Tanker
FĂŒr Yamal zĂ€hlen nicht nur die Mengen, sondern auch die Wege. Bis zu den europĂ€ischen HĂ€fen ist es nicht weit. Die Spezialtanker können ihre Ladung schnell löschen und zur Anlage zurĂŒckfahren. Lieferungen nach Asien wĂŒrden lĂ€ngere Transportwege bedeuten und die kleine Flotte stĂ€rker belasten.
Gemeint sind sogenannte Arc7-Tanker mit Eisbrecher-FĂ€higkeit. Nur sie erreichen das Terminal in der russischen Arktis das ganze Jahr ĂŒber, und sie sind kaum zu ersetzen. Medienberichten zufolge wartet die dĂ€nische Werft Fayard weiterhin solche Schiffe. Mehr als hundert EU-Abgeordnete forderten einen Stopp der Arbeiten. Die Werft verweist darauf, dass die Arbeiten legal seien, und will die Wartungen noch in diesem Jahr beenden. Urgewald fordert, die verbleibenden Schlupflöcher fĂŒr die Arc7-Flotte schon vor dem Jahreswechsel zu schlieĂen.
Wer zahlt am Ende?
Die Zahlen zeigen, wie viel Gas ab Januar aus anderen Quellen kommen muss. DafĂŒr konkurrieren Europas KĂ€ufer auf dem Weltmarkt mit Abnehmern aus Asien. RWI-Umweltökonom Manuel Frondel nannte den Wegfall der russischen Importe gegenĂŒber der Berliner Zeitung âein zusĂ€tzlicher Preistreiberâ. Höhere Einkaufskosten könnten mit Verzögerung bei Haushalten und Unternehmen ankommen. FĂŒr die deutsche Industrie, die ohnehin unter hohen Energiepreisen leidet, wĂ€re das eine weitere Belastung.
Energieanalystin Ana Maria Jaller-Makarewicz vom Institute for Energy Economics and Financial Analysis rÀt zudem zur Vorsicht. Ein Wechsel des Lieferlandes mache die Versorgung nicht sicherer, sagte sie. Die AbhÀngigkeit verlagere sich nur auf andere Staaten.
Fazit: Teure Energie, wachsende Unsicherheit
BrĂŒssel hat ein Datum fĂŒr das Verbot festgelegt. Wie der Ersatz bezahlbar und verlĂ€sslich geregelt werden soll, ist dagegen noch offen. FĂŒr die BĂŒrger kann das steigende Preise und dauerhaften Druck auf die Kaufkraft bedeuten. Wer sein Vermögen gegen solche Risiken absichern möchte, kann physische Edelmetalle wie Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen. Sie gelten seit Langem als Schutz in unsicheren Zeiten.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst.
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