
Preisschock in den USA: Erzeugerpreise explodieren, Gold hält über 4.100 $

In Amerika steigen die Preise schneller, als den Ökonomen lieb ist. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums sind die Erzeugerpreise im September um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen. Auf Jahressicht beträgt das Plus 6,3 Prozent. Der Goldpreis hält sich trotzdem: Am Donnerstag notierte die Feinunze bei rund 4.151,90 US-Dollar, mehr als ein Prozent über dem Vortag.
Ein Monatswert, den niemand hören wollte
Erwartet hatten die Volkswirte ein Plus von 0,6 Prozent. Gekommen ist mehr als das Doppelte. Der August-Wert wurde zudem auf 0,5 Prozent nach oben korrigiert. Laut der Behörde ist es der stärkste Monatsanstieg seit März 2022. Damals lag das Plus bei 1,7 Prozent, kurz nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine.
Auf zwölf Monate gerechnet stiegen die Großhandelspreise um 6,3 Prozent. Die Prognose lag bei 5,3 Prozent. Einen so hohen Jahreswert gab es zuletzt im Dezember 2022.
Auch die Kernrate zieht kräftig an
Wer jetzt auf Sondereffekte hofft, wird enttäuscht. Die Kernrate ohne die schwankungsanfälligen Posten Energie und Lebensmittel stieg im September um 0,7 Prozent. Erwartet waren 0,3 Prozent. Im Jahresvergleich liegt die Kernrate bei 5,0 Prozent und damit klar über den prognostizierten 4,4 Prozent. Die Teuerung ist also längst nicht mehr nur ein Energiethema. Sie steckt in der ganzen Wirtschaft.
Der Brandbeschleuniger: Energie
Den größten Schub lieferte die Energie. Nach den Daten der US-Arbeitsmarktstatistiker verteuerte sie sich für Produzenten innerhalb eines Monats um 10,8 Prozent. Benzin legte um 20,3 Prozent zu, Diesel um 21 Prozent. Beobachter führen das vor allem auf den Energieschock durch den Krieg im Nahen Osten zurück. Teurer wurden auch Transport und Lagerhaltung.
Das ist wichtig, weil Erzeugerpreise oft ein Frühindikator sind. Was Unternehmen heute mehr für Vorprodukte, Fracht und Treibstoff zahlen, geben sie meist einige Monate später an die Kunden weiter. Schon im Frühjahr hatten Ökonomen gewarnt, dass sich die Inflation in den USA immer weiter festsetzt.
Warum Gold trotzdem standhält
Auf den ersten Blick passt das nicht zusammen. Analysten sehen in hartnäckiger Inflation kurzfristig eher Gegenwind für Gold. Wenn die Fed die Zinsen hoch hält, kostet es mehr, ein Edelmetall ohne laufenden Ertrag zu halten. Auf Fachdeutsch heißt das: Die Opportunitätskosten steigen.
Einige Marktbeobachter sehen aber ein anderes Szenario. Gewinnt der Markt den Eindruck, die US-Notenbank könne die Teuerung nicht mehr einfangen, könnten hohe Preise zum Treiber für Gold werden. Die Geschichte gibt ihnen recht. In den 1970er-Jahren lief die Inflation den Währungshütern davon, und Gold erlebte eine seiner größten Rallyes.
Institutionelle Anleger greifen zu
Wie ernst große Anleger die Lage nehmen, zeigen Zahlen des World Gold Council. Medienberichten zufolge flossen im dritten Quartal rund 31 Milliarden US-Dollar in Gold-ETFs, ein Rekordwert, und das trotz steigender Anleiherenditen. Die Investmentbank Jefferies hält laut Berichten sogar einen Goldpreis von 5.000 US-Dollar im Jahr 2027 für möglich.
Die Lehre für deutsche Sparer
Was in Washington passiert, kommt auch in Deutschland an. Teure Energie, hohe Staatsschulden und Notenbanken, die der Teuerung hinterherlaufen, sind keine rein amerikanischen Probleme. Die Bundesregierung macht mit ihrem milliardenschweren Sondervermögen neue Schulden in Rekordhöhe. Da fragen sich viele Bürger zu Recht, wie viel ihr Erspartes in ein paar Jahren noch wert ist.
Papiergeld lässt sich beliebig vermehren, Gold nicht. Diese einfache Wahrheit erklärt, warum Zentralbanken und Privatanleger seit Jahren auf das Edelmetall setzen. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen ein sinnvoller Schutz gegen Kaufkraftverlust sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
Kostenloses Live-Webinar
Der digitale Euro kommt
Was er für Ihr Erspartes bedeutet und wie Sie jetzt vorsorgen.

DieterBohlen
ErnstWolff
Prof. Dr.Werner
Tom-OliverRegenauer
JochenStaiger
GeraldGrosz
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik













