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24.10.2026
21:34 Uhr
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Plünder-Schock in Frankreich: Carrefour verliert zwei Milliarden!

Plünder-Schock in Frankreich: Carrefour verliert zwei Milliarden!
Symbolbild: KI-generiert

Eingeschlagene Scheiben, leere Regale und eine Aktie im freien Fall: Die Krawalle in Frankreich haben Carrefour, die größte Supermarktkette des Landes, schwer getroffen. Nach Konzernangaben wurden am Wochenende rund 50 Filialen geplündert. Binnen einer Börsenwoche verschwanden laut der spanischen Wirtschaftszeitung „Cinco Días“ mehr als zwei Milliarden Euro an Börsenwert.

Aus Straßengewalt wird damit ein handfestes Wirtschaftsproblem. Und das ausgerechnet vor dem Weihnachtsgeschäft.

Ein Kurssturz wie noch nie

Am 20. Oktober musste der Konzern seine Jahresprognose kassieren. Die Unruhen dürften das operative Ergebnis um 80 bis 200 Millionen Euro drücken. In der Summe stecken Schäden, zusätzliche Sicherheitskosten, geschlossene Märkte und fehlender Umsatz. Beim Gewinn je Aktie rechnet Carrefour jetzt nur noch mit Stagnation oder leichtem Wachstum. Vorher hatte das Management ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.

Am nächsten Tag reagierte die Börse. Zeitweise verlor die Aktie rund 15 Prozent. Laut Reuters steuerte sie damit auf den größten Tagesverlust ihrer Geschichte zu, allein in dieser Sitzung lösten sich etwa 1,7 Milliarden Euro auf. Bis zum 23. Oktober summierte sich das Minus Medienberichten zufolge auf über 15 Prozent seit Wochenbeginn.

Das Weihnachtsgeschäft wackelt

Analysten der Investmentbank Jefferies halten es für möglich, dass die Belastung bis zu 60 Prozent des operativen Gewinns im vierten Quartal auffrisst. Gerade in diesen Monaten verdienen Händler normalerweise am meisten. Carrefour-Chef Alexandre Bompard sagte im Radiosender France Inter, man sei auf Kurs gewesen. Erst die Verschlechterung der sozialen Lage und der Sicherheitslage habe den Konzern gezwungen, die Ziele für das letzte Quartal aufzugeben.

Notruf ohne Antwort

Was in den Einkaufsstraßen los war, lässt sich kaum schönreden. „Le Monde“ berichtete von überforderten Polizeieinheiten, die vor zahlenmäßig überlegenen Gruppen zurückweichen mussten. Ein Händler am Pariser Boulevard Magenta habe innerhalb einer Stunde fünfmal die Polizei angerufen, berichtet die Zeitung. Hilfe sei stundenlang nicht gekommen. Als er sein Geschäft gemeinsam mit einem Mitarbeiter verteidigen wollte, seien beide angegriffen worden.

Premierminister Sébastien Lecornu verhängte schließlich Ausgangssperren, unter anderem in Paris, Nizza und Lille. Auslöser der landesweiten Proteste sind nach Berichten die hohen Lebenshaltungskosten. Auch in Belgien, Portugal und Italien gingen Menschen auf die Straße. Für die kommenden Tage sind neue Kundgebungen angekündigt.

Die Rechnung zahlen die Ehrlichen

Die Plünderer verschwinden mit der Beute, den Schaden trägt der Händler. Kunden machen einen Bogen um unsichere Viertel. Wachdienste kosten Geld, und eine geschlossene Kasse bringt keinen Umsatz. Die Scherben sind schnell zusammengekehrt, der wirtschaftliche Schaden bleibt viel länger.

Laut JPMorgan war Carrefour allerdings schon vorher angeschlagen. Die Bank sieht einen „Mangel an zugrundeliegender Dynamik“ und verweist auf schwache Verkaufszahlen in Frankreich, Spanien und Brasilien. Während der Gelbwesten-Proteste 2018/2019 habe der Konzern seine Prognose nicht senken müssen. Die Krawalle verschärfen also eine Schwäche, die es schon gab. Da der Konzern etwa die Hälfte seines Umsatzes in Frankreich macht, trifft ihn jede Unruhe im Heimatmarkt besonders hart.

Eine Warnung, auch für Deutschland

Zum Kern eines Staates gehört, dass er Eigentum schützt. Wer bezahlt sein Personal und seine Kredite, wenn die Polizei nicht kommt? Unsere Redaktion sieht Frankreich als Lehrstück. Steigende Preise, teure Energie und überforderte Behörden ergeben eine Mischung, die ein Land schnell zerreißen kann. Diese Probleme sind auch in Deutschland bekannt.

Der Fall zeigt außerdem, dass Aktien kein Bollwerk gegen soziale Unruhen sind. Ein einziger Krawall-Sonntag hat Milliarden vernichtet. Viele Sparer setzen deshalb zusätzlich auf physisches Gold und Silber. Edelmetalle hängen nicht vom Geschäftsmodell eines Unternehmens ab und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, Krisen abzufedern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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