
Plünder-Aufrufe zur Gen-Z-Demo: Droht Deutschland ein Halloween-Chaos?

Am 31. Oktober will die Initiative „Gen Z regelt“ in 23 deutschen Städten gegen die Wehrpflicht und für bessere Bildung auf die Straße gehen. Offiziell soll alles friedlich bleiben. Im Netz kündigen allerdings immer mehr Nutzer an, an diesem Tag Luxusgeschäfte plündern zu wollen. Polizei und Verfassungsschutz sind alarmiert.
„Am 31.10. wird Düsseldorf zu Paris“
Vorbild sind die Proteste in Frankreich. Dort sollen bei Krawallen am 17. Oktober in Paris und Marseille Hunderte Läden verwüstet und ausgeräumt worden sein, darunter Filialen von Louis Vuitton, Dior und Rolex. Medienberichten zufolge tauchte ein Teil der Beute später bei Straßenhändlern und auf Plattformen wie Vinted auf. Vinted kündigte an, dagegen vorzugehen.
In Deutschland wird das Szenario offenbar schon durchgespielt. Auf TikTok zeigt ein Mann in einem Video vom Sonntag Fotos Düsseldorfer Luxusgeschäfte wie Balenciaga, Breuninger und Louis Vuitton, und zwar samt Adressen. Seine ironische Bitte, dort „bitte keine Randale“ zu machen, wird von eingespielten Lachern begleitet. Ähnliche Clips soll es auch für Berlin geben. Andere Videos zählen die Tage bis zum 31. Oktober vor einem Rolex-Schaufenster herunter oder versprechen, an diesem Tag werde „der nächste Millionär geboren“.
Distanzierung sieht anders aus
Bemerkenswert ist der Ton bei Teilen der Bewegung selbst. „Gen Z regelt Berlin“ und ein bundesweiter Account veröffentlichten am Montag auf Instagram gemeinsam ein Statement. Darin heißt es:
„Während in anderen Ländern Bomben aus deutscher Produktion auf Schulen geworfen werden, diskutiert man hierzulande, ob und wie schlimm es wäre, wenn ein Gucci-Laden von den Massen enteignet werden würde.“
Man lasse sich nicht spalten und wolle „kämpferische Demos“. Für Beobachter klingt das wie ein Achselzucken gegenüber Plünderungen. Wer einen Ladendiebstahl im großen Stil als „Enteignung durch die Massen“ bezeichnet, hat das Eigentum anderer moralisch offenbar schon abgeschrieben.
Auf ihrer Webseite lehnt die Initiative Gewalt gegen Menschen und Sachen ausdrücklich ab. Nach eigenen Angaben haben über 130.000 Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Verantwortung übernimmt sie aber nur für fünf Kundgebungen: in Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt am Main und München. Wer die übrigen 18 organisiert, ist unklar. Der Stuttgarter Ableger fällt laut Berichten immer wieder mit Gewaltaufrufen auf. In einem Video erklärte ein Jugendlicher, eine friedliche Revolution könne es nicht geben.
Behörden rüsten auf
Die Sicherheitsbehörden nehmen die Lage ernst. Medienberichten zufolge soll die Bundespolizei die Länder unterstützen, und der Verfassungsschutz beobachtet einschlägige Internetseiten. Die Hamburger Polizei plant zu Halloween einen Großeinsatz mit Drohnen, zusätzlichen Alarmhundertschaften und frühem Einschreiten gegen verdächtige Gruppen. Brandenburgs Innenminister Jan Redmann sagte laut Berichten, die Aufrufe bereiteten ihm „allergrößte Sorgen“.
Experten rechnen damit, dass extremistische Milieus aller Richtungen versuchen werden, die Proteste für sich zu nutzen. Ein Extremismusforscher hält Zustände wie in Frankreich trotzdem für überzogen. Die Protestkultur sei hierzulande weniger militant.
Die Bewährungsprobe für den Rechtsstaat
Unsere Redaktion sieht an diesem Fall, was in Deutschland schiefläuft. Das Gewaltmonopol des Staates wird schon vorab im Netz verhöhnt, und Händler müssen fürchten, dass ihre Schaufenster zur Zielscheibe werden. Das ist kein Zufall. Es folgt aus Jahren, in denen die Politik bei Rechtsbrüchen allzu oft weggeschaut hat. Die Kriminalstatistik meldet Rekordwerte, viele Bürger fühlen sich auf der Straße nicht mehr sicher.
Der Unmut junger Menschen über Wehrpflicht, Bildungsmisere und hohe Lebenshaltungskosten verdient eine ernsthafte Debatte. Wer jedoch Plünderungen als Protestform verklärt, verlässt den Boden der Demokratie. Am 31. Oktober muss der Staat zeigen, dass er das Eigentum seiner Bürger schützt. Wer Straftaten begeht, muss dann auch die Folgen spüren.
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PeterHahne
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Dr.Brandenburg
Prof. Dr.Polleit
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