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16.10.2026
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Öl-Fieber im Eis: Trump verkündet Grönland-Bonanza – Nuuk winkt ab

Öl-Fieber im Eis: Trump verkündet Grönland-Bonanza – Nuuk winkt ab
Symbolbild: KI-generiert

US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social eine „massive“ Suche nach Öl, Gas und Bodenschätzen auf Grönland angekündigt. Die Arktisinsel gehört als autonomes Gebiet zu Dänemark. Nur einen Tag später widersprachen Nuuk und Kopenhagen öffentlich. Von einem Rohstoff-Boom könne bislang keine Rede sein.

„Unser neues und wunderbares Grönland“

Trump gab sich in gewohnter Manier euphorisch. Auf Truth Social schrieb er:

„Eine massive Erdöl-, Erdgas- und Minenerkundung steht kurz davor, in unserem neuen und wunderbaren Grönland zu beginnen.“

Laut Experten liege die dort leicht zugängliche Ölmenge weit über der jedes anderen Gebiets, fügte er hinzu. Welche Experten das sein sollen, sagte er nicht. Ebenso offen blieb, welche Firmen bohren sollen und in welchem Umfang die USA beteiligt wären. Eine große Ankündigung ohne Zahlen, ohne Namen und ohne Zeitplan.

Dafür bemühte der Präsident wieder einmal das Sicherheitsargument. Jeder Angriff auf die Vereinigten Staaten müsse über Grönland kommen, erklärte er. Dort würden die amerikanischen Abwehrsysteme Drohnen, Raketen und jede andere Waffe abschießen, „die noch erfunden werden könnte“.

Kalte Dusche aus Nuuk und Kopenhagen

In der Arktis fiel die Reaktion deutlich kühler aus. Ein Vertreter des grönländischen Wirtschaftsministeriums sagte Medienberichten zufolge dem US-Sender CNN, es gebe bisher nur kleinere Forschungsprojekte. Von umfangreichen Erkundungen sei man noch sehr weit entfernt.

Auch das dänische Außenministerium widersprach. Wer auf Grönland systematisch nach Rohstoffen suchen wolle, müsse sich an grönländisches Recht halten, hieß es. Das neue Abkommen gewähre US-Investoren zudem keinerlei Vorzugsbehandlung gegenüber Anlegern aus anderen EU- oder Nato-Staaten. Dazu kommt ein juristisches Problem: Grönland hat 2021 den Uranabbau verboten und seitdem keine neuen Öl- oder Gaserkundungen mehr genehmigt.

Vom Annexions-Drohen zum Stützpunkt-Deal

Monatelang hatte Trump damit gedroht, sich die Insel einzuverleiben. Bei den Nato-Partnern löste er damit Entsetzen aus. Am 22. September folgte am Rande der UN-Generalversammlung in New York dann die Einigung: Trump, Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen und Grönlands Regierungschef Jens-Frederik Nielsen unterzeichneten ein Sicherheitsabkommen.

Die wichtigsten Punkte des zehnseitigen Papiers:

  • Anerkennung der dänischen Souveränität und des Selbstbestimmungsrechts der Grönländer
  • zwei neue US-Stützpunkte in Narsarsuaq im Süden und Mestersvig im Osten
  • Ausbau und Modernisierung der Basis Pituffik im Nordwesten, wo zuletzt rund 200 US-Soldaten stationiert waren
  • Ausschluss von Staaten und Investoren außerhalb von Nato und EU aus strategisch wichtigen Sektoren

Rechte für Bergbau oder Bohrungen enthält das Abkommen laut Berichten nicht. Es ergänzt einen Verteidigungsvertrag von 1951, der 2004 aktualisiert wurde. Die Parlamente in Dänemark und Grönland müssen dem Deal Medienberichten zufolge noch zustimmen.

Der Kampf um die Schatzkammer der Arktis

Warum lässt Washington nicht locker? Grönland liegt zwischen Nordamerika und Europa, direkt auf einer möglichen Flugbahn von Raketen zwischen Russland und den USA. Unter dem Eis lagern außerdem wertvolle Rohstoffe. Mit dem Ausschluss von Investoren außerhalb des Westens zielt das Abkommen erkennbar auf Russland und vor allem auf China.

Und Europa? Brüssel schaut weitgehend zu, während Washington die Regeln in der Arktis bestimmt. Das ist bezeichnend. Deutschland hängt bei Rohstoffen schmerzhaft stark vom Ausland ab, doch eine eigene, entschlossene Rohstoffstrategie der Bundesregierung ist bislang kaum zu erkennen.

Fazit: Viel Getöse, wenig Substanz

Trumps Grönland-Post wirkt eher wie Wahlkampf vor den Zwischenwahlen als wie ein fertiger Plan. Eines zeigt er aber deutlich: Der Wettlauf um Rohstoffe wird härter und politischer. In einer solchen Welt behalten Sachwerte, die kein Staat per Dekret vermehren kann, ihren Wert. Physisches Gold und Silber können deshalb als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Absicherung sein.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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