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07.10.2026
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Öl-Beben: Brasilien lässt die USA stehen und beliefert jetzt China!

Öl-Beben: Brasilien lässt die USA stehen und beliefert jetzt China!
Symbolbild: KI-generiert

Der weltweite Ölmarkt wird gerade kräftig umgebaut. Der brasilianische Staatskonzern Petrobras liefert seit April fast kein Rohöl mehr in die USA und schickt inzwischen mehr als 60 Prozent seiner Exporte nach China. Ausgelöst hat das die Krise an den Meerengen von Hormus und Bab-el-Mandeb.

Gleiche Menge, neuer Kunde

Brasilien fördert dabei kaum mehr als vorher. Das Öl fährt einfach in eine andere Richtung. Laut chinesischen Zolldaten kaufte Peking in den ersten acht Monaten 2026 36,6 Prozent mehr brasilianisches Öl, insgesamt 279,4 Millionen Barrel. Chinas gesamte Rohölimporte sanken im selben Zeitraum um 14 Prozent auf 2.333 Millionen Barrel. Brasiliens Marktanteil stieg so von 7,5 auf 12,0 Prozent.

Warum lässt Washington die Brasilianer so einfach ziehen? Der Grund liegt in Caracas. Seit dem Sturz von Nicolás Maduro setzen die USA stärker auf Öl aus Venezuela, und das Berichten zufolge zu deutlich günstigeren Bedingungen. Die Kunden auf dem Ölmarkt haben also schlicht die Plätze getauscht.

Hormus blockiert: Peking braucht neue Lieferanten

Wegen des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran kommt Öl aus dem Irak, dem Iran und Saudi-Arabien kaum noch durch die Straße von Hormus. Vor der Krise lief rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels durch diese Meerenge. Die Folgen in Zahlen:

  • Irak: knapp 200 Millionen Barrel weniger, der Anteil an Chinas Importen fiel von 11,3 auf 4,7 Prozent
  • Saudi-Arabien: minus 22,1 Prozent
  • Malaysia: minus 48,8 Prozent

Auch die Emirate und Oman lieferten deutlich weniger. Wie viel Öl aus dem Iran kommt, lässt sich nicht prüfen, denn China führt diese Einfuhren in seiner Statistik gar nicht auf.

Russland profitiert, Indonesien gibt Rätsel auf

Moskau gewinnt am meisten. Chinas Importe aus Russland stiegen um 17,9 Prozent auf 574,5 Millionen Barrel, der Marktanteil wuchs von 17,9 auf 24,6 Prozent. Merkwürdig sind die Zahlen aus Indonesien: Das Land importiert selbst mehr Öl, als es fördert, und soll trotzdem 330 Prozent mehr nach China geliefert haben, nämlich 188,9 Millionen Barrel. Beobachter vermuten Umladungen von Schiff zu Schiff auf See. Dabei könnte sanktioniertes Öl eine neue Herkunftsangabe bekommen. Aus den Zolldaten allein lässt sich das allerdings nicht beweisen.

Chinas Raffinerien fahren herunter

Im Juni verarbeiteten Chinas Raffinerien nur noch 51,24 Millionen Tonnen Rohöl. Das waren 17,7 Prozent weniger als im Vorjahr und so wenig wie seit 2021 nicht mehr. Im Juli lag der Wert 15,8 Prozent unter Vorjahr, erst im August ging es mit 59,07 Millionen Tonnen wieder aufwärts. Schon Anfang März hatte Peking neue Exportverträge für Diesel und Benzin bei Sinopec und Rongsheng gestoppt, um den eigenen Markt zu versorgen.

Billig war das nicht. Nach Berechnungen des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) musste China von März bis August netto 31,7 Milliarden US-Dollar mehr für fossile Energie über den Seeweg zahlen. 31,3 Milliarden davon entfielen allein auf Rohöl. Ohne den Ausbau von Wind- und Solarstrom wäre die Rechnung laut CREA noch höher ausgefallen. Dazu kommt die Elektromobilität: Sie senkte den Ölbedarf im Sommer 2026 Schätzungen zufolge um etwa 0,9 Millionen Barrel pro Tag.

Die Wahl in Brasilien könnte alles ändern

Am 25. Oktober entscheidet eine Stichwahl über Brasiliens Präsidenten. Flávio Bolsonaro, der Sohn von Ex-Präsident Jair Bolsonaro, holte im ersten Wahlgang rund 47 Prozent, Amtsinhaber Lula etwa 45 Prozent. Marktbeobachter meinen, dass ein Sieg Bolsonaros Brasiliens Hinwendung zu China wieder infrage stellen könnte.

Und Deutschland?

Die Lage ist klar: Lieferketten reißen, Bündnisse verschieben sich, und Rohstoffe werden zum Druckmittel. Deutschland hängt bei der Energie stark vom Import ab und hat darauf kaum Einfluss. Viele Bürger fragen sich deshalb, wie sie ihr Erspartes schützen können. Physisches Gold und Silber können als Ergänzung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein. Sie hängen nicht von einer Regierung oder einem Lieferweg ab.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Sie tragen die Verantwortung für Ihre Entscheidungen allein.

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