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Krisen-Milliarden für Total: Was Paris freut, zahlt Deutschlands Industrie

Krisen-Milliarden für Total: Was Paris freut, zahlt Deutschlands Industrie
Symbolbild: KI-generiert

Patrick Pouyanné, Chef des französischen Energieriesen TotalEnergies, hat auf einem Energieforum in London offen gesagt, dass ihm eine Welt in Aufruhr lieber sei als eine friedliche. Der Grund steht in seinen Bilanzen: Der Krieg im Nahen Osten treibt die Öl- und Gaspreise nach oben und spült dem Konzern Milliarden in die Kasse. In Deutschland zahlen Mittelständler und Verbraucher die Rechnung.

Ein Satz, der hängen bleibt

Laut britischen Medienberichten fiel die Aussage Anfang Oktober auf dem Energy Intelligence Forum. Pouyanné sagte dort sinngemäß:

„Ich bevorzuge die Welt der Umbrüche gegenüber der friedlichen Welt. Es gibt mehr Chancen, aber man braucht die passenden Anlagen.“

Ehrlich ist das allemal. Instinktsicher eher nicht. Den Erfolg führt er auf das integrierte Geschäftsmodell zurück. Total fördert Öl und Gas, verarbeitet es weiter und handelt damit. Europäische Raffinerien, die lange als Klotz am Bein galten, würden nun plötzlich zu „Goldminen“, wird der Manager zitiert.

Die Zahlen hinter dem Jubel

Seit dem 28. Februar 2026 greifen die USA und Israel Ziele im Iran an. Teheran schlägt zurück, auch gegen Öl- und Gasanlagen am Golf und gegen Tanker. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölverbrauchs wird durch die Straße von Hormus verschifft. Schon kleine Störungen dort lassen die Preise springen.

Total profitiert davon gewaltig. Im zweiten Quartal 2026 kletterte der bereinigte Nettogewinn nach Konzernangaben auf rund sechs Milliarden Dollar. Im ersten Halbjahr kamen 11,4 Milliarden Dollar zusammen, 47 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Aktionäre bekommen mehr Dividende, außerdem sollen die Aktienrückkäufe im Schlussquartal auf 2,5 Milliarden Dollar steigen.

Preisdeckel als Beruhigungspille

In Frankreich wächst der Ärger über diese Gewinne. Der Konzern hat den Benzinpreis an rund 3.300 heimischen Tankstellen auf 1,99 Euro je Liter gedeckelt. Laut Medienberichten hatte Premierminister Sébastien Lecornu den Konzern zuvor aufgefordert, die Verbraucher zu entlasten. Beobachter sehen darin auch einen geschickten Zug, um eine Übergewinnsteuer abzuwehren. Pouyanné soll schon gedroht haben, solche „sozial verantwortlichen“ Schritte wieder zurückzunehmen, falls Paris den Konzern zusätzlich belastet.

Deutschland zahlt die Zeche

Für die deutsche Wirtschaft ist dieselbe Entwicklung pures Gift. Seit Kriegsbeginn sind die Öl- und Gaspreise Branchenanalysen zufolge um mehr als 40 Prozent gestiegen. Schon im Frühjahr kostete Gas für Neukunden nach Angaben von Vergleichsportalen fast 11 Cent pro Kilowattstunde. Das war rund 30 Prozent mehr als vor dem Krieg. Die größte Flüssiggasanlage der Welt in Katar wurde Berichten zufolge schwer beschädigt, die Reparatur soll Jahre dauern.

Und Deutschland? Das Land hat seine Kernkraftwerke abgeschaltet, ist vom russischen Pipelinegas abgeschnitten und hängt am teuren Weltmarkt für Flüssiggas. Damit trifft jeder Preisschub aus dem Nahen Osten die Industrie hierzulande mit voller Wucht. Ein Konzern wie Total kann die Krise in Gewinne verwandeln. Ein Chemiebetrieb in Sachsen oder ein Zulieferer in Baden-Württemberg kann das nicht. Was in Paris als Rekordquartal gefeiert wird, ist für den deutschen Mittelstand eine Kostenexplosion.

Was Sparer daraus lernen können

Der Fall zeigt deutlich, wie ungleich Krisen Gewinne und Lasten verteilen. Wer wenig Energie produziert und viel verbraucht, steht am Ende auf der Verliererseite. Die Bundesregierung hat diese Abhängigkeit über Jahre mit verursacht. Für die Bürger heißt das: weiter steigende Preise, Druck auf die Kaufkraft und das Risiko neuer Inflationswellen.

Gold und Silber haben sich in solchen Phasen über Jahrhunderte als Anker bewährt. Sie hängen an keiner Lieferkette, keinem Konzern und keiner Meerenge. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle helfen, die Folgen geopolitischer Krisen abzufedern.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf bestimmter Wertpapiere oder anderer Anlageprodukte. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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