280.000
Kunden
Sicherer
Versand
09.10.2026
18:15 Uhr
KI-generiert

Klitschko schlägt Alarm: Rollt die nächste Fluchtwelle nach Deutschland?

Klitschko schlägt Alarm: Rollt die nächste Fluchtwelle nach Deutschland?
Symbolbild: KI-generiert

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko rät den Bewohnern der ukrainischen Hauptstadt, den Winter möglichst woanders zu verbringen. Die russischen Angriffe auf Strom, Wärme und Wasser würden immer heftiger, sagte er am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. In Berlin und Brüssel wächst nun die Sorge vor einer neuen Fluchtbewegung, auf die Europa kaum vorbereitet ist.

Klitschkos Worte klingen nicht nach Durchhalteparolen. Sie klingen nach Notstand:

„Jetzt geht es ums Überleben.“

Jeden Tag gebe es neue Meldungen über zerstörte Gebäude, Verletzte und Tote, so der frühere Boxweltmeister. Eine vollständige Evakuierung lehne er trotzdem ab. Menschenleere Städte seien genau das, was Putin wolle.

Ein Kriegsplan mit Stückliste

Kiew hortet Treibstoff, Lebensmittel und Trinkwasser und baut zusätzliche Heizsysteme auf. Klitschko räumt allerdings ein: Wenn die Luftabwehr versagt, könnte das alles nicht reichen. Offiziell leben in der Stadt rund 2,6 Millionen Menschen, tagsüber sind es mit den Pendlern etwa 3,5 Millionen.

Wie ernst die Lage ist, zeigen zwei russische Planungspapiere. Nach Angaben des Energieministers Denys Schmyhal hat der ukrainische Geheimdienst sie abgefangen. Darin sollen Kraftwerke, Umspannwerke, Fernwärme, Wasserwerke und sogar die Stromleitungen nach Europa als Ziele aufgelistet sein, jeweils mit der Zahl der Raketen und Drohnen, die für die Zerstörung nötig wären.

Die New York Times berichtet von einer Kampagne mit bis zu 1000 Raketen, Drohnen und Bomben. Auch Schaltanlagen der drei noch laufenden Atomkraftwerke sollen auf der Liste stehen. Ob die Papiere echt sind, lässt sich nicht unabhängig prüfen. Die bisherigen Angriffe passen aber zumindest teilweise zu dem beschriebenen Muster.

Vom Stromnetz ist kaum etwas übrig

Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte der Financial Times, Russland wolle Kiew, Charkiw, Odessa und Lwiw vom Rest des Landes abschneiden. Die Zahlen sind düster. Vor dem Krieg hatte die Ukraine eine Erzeugungsleistung von 54,5 Gigawatt. Nach Regierungsangaben sind davon noch etwa zwölf übrig.

Dazu kommt die schwache Flugabwehr. Im Juli habe die Ukraine nach eigenen Angaben nur 29 von 195 ballistischen Raketen abgefangen. Es fehlen Patriot-Abfangraketen, weil ein großer Teil der westlichen Bestände in den Nahen Osten gegangen ist.

Wohin, wenn auch Lwiw fällt?

Laut einer Umfrage des Instituts Gradus würden 40 Prozent der befragten Stadtbewohner bei deutlich schlechteren Lebensbedingungen einen Umzug erwägen. Jeder Fünfte von ihnen nennt das Ausland als Ziel. Im eigenen Land gibt es schon jetzt 3,9 Millionen Binnenvertriebene. Fällt Lwiw als Zufluchtsort weg, bleibt vielen Menschen nur noch der Weg in die EU.

Bisher sinkt die Zuwanderung aus der Ukraine. Laut Statistischem Bundesamt lag der Wanderungsüberschuss im Juli 2026 bei rund 4000 Menschen, zwei Jahre zuvor waren es etwa 12.000. Für einen Winter, in dem mehrere Millionenstädte wochenlang ohne Strom und Heizung sind, gibt es allerdings keinen Vergleichswert.

Berlin streitet, während der Winter kommt

Was macht die Bundesregierung? Sie streitet. Seit dem Kabinettsbeschluss im November ringt die Koalition um den sogenannten Rechtskreiswechsel. Ukrainer, die nach dem 1. April 2025 eingereist sind, sollen danach Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz bekommen statt Bürgergeld. Das Gesetz hängt im Verfahren fest. Der Bund rechnet mit Einsparungen, Länder und Kommunen dagegen mit Mehrkosten. Am Ende zahlt wie so oft der Steuerzahler die Rechnung für politische Unentschlossenheit.

Polen war entschlossener. Dort leben knapp eine Million Ukrainer. Die Zustimmung zur Ukraine-Hilfe ist von 95 auf 48 Prozent gefallen, und im Februar hat Warschau die Sonderregeln für ukrainische Flüchtlinge abgeschafft.

Selenskyj sieht in einer Massenflucht ein bewusstes Kalkül des Kreml. Sie solle Europas Regierungen innenpolitisch schwächen. Das wäre nicht neu: Belarus schleuste 2021 gezielt Migranten an die polnische Grenze. Kanzler Friedrich Merz kündigte bereits an, Europa stelle sich auf schwere hybride Angriffe Russlands ein.

Ob Berlin diesmal vorbereitet ist oder wie 2015 und 2022 erst reagiert, wenn die Lage schon außer Kontrolle ist, wird sich in diesem Winter zeigen. Viele Bürger haben nach den vergangenen Jahren berechtigte Zweifel.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“