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Inflations-Showdown in Washington: ZĂŒndet jetzt die Gold-Rallye?

Inflations-Showdown in Washington: ZĂŒndet jetzt die Gold-Rallye?
Symbolbild: KI-generiert

Am Mittwoch um 14:30 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise fĂŒr September. Danach kommt vor der Zinssitzung der Federal Reserve am 27. und 28. Oktober kein vergleichbar wichtiger Inflationswert mehr. FĂŒr Gold- und Silberanleger zĂ€hlt dabei vor allem eine Zahl: die Kernrate.

Benzin treibt die Preise, der Kern bleibt noch ruhig

Die Prognosen fallen deutlich aus. Ökonomen erwarten fĂŒr die Gesamtteuerung 3,6 bis 3,7 Prozent im Jahresvergleich, nach 3,4 Prozent im August. Auf Monatssicht soll ein Plus von 0,6 Prozent stehen, im Vormonat waren es 0,4 Prozent.

Der Grund ist bekannt. Marktanalysen zufolge verteuern die Spannungen im Nahen Osten seit Beginn des Konflikts zwischen den USA und dem Iran vor allem Benzin und Energie. Auf Waren und Dienstleistungen hat der Preisschub bislang nicht breit ĂŒbergegriffen.

Bei der Kernrate, also ohne Energie und Nahrungsmittel, erwarten Analysten deshalb nur einen leichten Anstieg von 2,4 auf 2,5 Prozent. Im Monatsvergleich soll sie sogar von 0,3 auf 0,2 Prozent sinken. Bleibt der Ölschock also auf Energie begrenzt, oder greift er auf andere Preise ĂŒber?

Die Fed zwischen Ölpreis und schwachem Arbeitsmarkt

Die Notenbank hat ein Problem. Im September erhöhte sie die Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte. Gleichzeitig wird der Arbeitsmarkt schwĂ€cher: Außerhalb der Landwirtschaft entstanden im September nur 29.000 neue Stellen, erwartet waren 90.000. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,1 auf 4,2 Prozent, die Stundenlöhne legten nur um 0,1 Prozent zu.

Steigende Preise bei nachlassender Konjunktur gab es schon einmal. In den 1970er-Jahren lösten Ölkrisen eine lange Phase hoher Inflation aus. Gold gehörte damals zu den großen Gewinnern.

Laut dem CME FedWatch Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung im Oktober bei nur rund 19 Prozent. FĂŒr Dezember sind es knapp 85 Prozent. Ein weiterer Schritt bis Ende 2026 gilt als vollstĂ€ndig eingepreist. Zugleich stieg die Ein-Jahres-Inflationserwartung der New York Fed von 3,6 auf 3,9 Prozent, den höchsten Wert seit Mai 2023. Medienberichten zufolge Ă€ußert sich Fed-Chef Kevin Warsh am Freitag bei der IWF-Jahrestagung in Bangkok zum ersten Mal seit der September-Sitzung.

Gold hÀlt sich trotz Gegenwind

Das Umfeld ist fĂŒr Gold und Silber eigentlich ungĂŒnstig. ZehnjĂ€hrige US-Staatsanleihen bringen rund 5,2 Prozent Rendite. Der Dollar-Index notierte am 13. Oktober im asiatischen Handel bei 102,39 Punkten und damit nahe seinem 18-Monats-Hoch. Edelmetalle werfen keine Zinsen ab. Je höher die Anleiherenditen, desto mehr entgeht dem Anleger, der stattdessen Gold hĂ€lt.

Trotzdem hĂ€lt sich Gold bei rund 4.160 US-Dollar je Unze. GestĂŒtzt wurde der Kurs zuletzt von Fed-Vertretern, die ĂŒberzogene Zinserwartungen zurĂŒckwiesen.

Mehr Chancen als Risiken

Laut Bloomberg-SchĂ€tzungen, die von der Handelsplattform Bybit zitiert werden, erwarten die MĂ€rkte fĂŒr die ersten sechs Stunden nach den Daten folgende AusschlĂ€ge:

  • Gold: bis zu +1,2 Prozent, höchstens −0,5 Prozent
  • Silber: bis zu +2,0 Prozent, höchstens −1,0 Prozent
  • Brent und WTI: bis zu +1,4 Prozent, höchstens −0,6 bis −0,7 Prozent

Diese Verteilung deutet darauf hin, dass straffe Zinsszenarien weitgehend in den Kursen stecken. FĂŒr Gold sehen die MĂ€rkte damit mehr Spielraum nach oben als nach unten.

Fazit: Energie verteuert das Leben, nicht nur in Amerika

Entspricht die Kernrate den Prognosen, wird eine Zinspause im Oktober wahrscheinlicher. Wie es bis zum Jahresende weitergeht, hÀngt zusÀtzlich von den PCE-Preisdaten und neuen Arbeitsmarktzahlen ab.

Eines ist schon klar: Steigende Energiepreise machen nicht an Landesgrenzen halt. Deutsche Verbraucher haben das in der Energiekrise 2022 schmerzhaft erlebt. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen helfen, sich gegen den Kaufkraftverlust abzusichern.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder Edelmetallen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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