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01.10.2026
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Hamburg-Beben: CDU stürzt auf Platz fünf, AfD verdoppelt sich!

Hamburg-Beben: CDU stürzt auf Platz fünf, AfD verdoppelt sich!
Symbolbild: KI-generiert

Die Union erlebt in der Hansestadt eine Bruchlandung. Laut einer neuen Umfrage des Instituts Trend Research im Auftrag von Radio Hamburg kommt die CDU nur noch auf zwölf Prozent und wäre damit die kleinste Fraktion in der Bürgerschaft. Die AfD dagegen klettert auf 14 Prozent und hätte ihr Ergebnis von der Wahl im März 2025 damit fast verdoppelt.

Vom Vize-Meister zum Schlusslicht

Erst vor anderthalb Jahren schien die Welt für die Hamburger Christdemokraten wieder in Ordnung. Bei der Bürgerschaftswahl am 2. März 2025 holten sie 19,8 Prozent und wurden klar Zweiter. Jetzt sind davon fast acht Punkte weg. Statt Platz zwei bliebe nur noch Platz fünf.

Wie bitter das ist, zeigt ein Blick zurück. 2020 war die Partei in Hamburg auf historische 11,2 Prozent abgestürzt. Den mühsamen Wiederaufstieg von damals hat sie in wenigen Monaten fast vollständig wieder verspielt.

Woran liegt das? Die Stimmung an der Elbe passt zum bundesweiten Abwärtstrend der Union. Viele Wähler dürften Friedrich Merz übelnehmen, dass er vor der Wahl solide Finanzen versprochen und danach ein Schuldenpaket in Rekordhöhe auf den Weg gebracht hat. Wer im Bund so umfällt, zahlt die Rechnung offenbar auch in den Ländern.

AfD stark in allen Altersgruppen

Besonders bemerkenswert ist, wie breit die AfD in der als links-liberal geltenden Großstadt inzwischen aufgestellt ist. 2025 kam sie noch auf 7,5 Prozent. Der Umfrage zufolge erreicht sie heute in jeder Altersgruppe mindestens 14 Prozent. Die einzige Ausnahme sind die unter 30-Jährigen.

Auch ein Geschlechterunterschied ist demnach nicht zu erkennen. Frauen und Männer wählen die Partei laut der Erhebung gleichermaßen zu 14 Prozent. Damit verliert die oft wiederholte Erzählung an Kraft, die AfD sei ein Phänomen frustrierter Männer in der ostdeutschen Provinz.

Rot-Grün wankt, regiert aber weiter

Allzu laut jubeln kann aber auch die SPD von Erstem Bürgermeister Peter Tschentscher nicht. Sie verliert 4,5 Punkte und landet bei 29 Prozent. Das wäre das schlechteste Ergebnis, das die Hamburger Sozialdemokraten je eingefahren haben. Stärkste Kraft bliebe die Partei trotzdem, und zwar mit großem Abstand.

Die Grünen geben leicht nach und kämen auf 18 Prozent. Weil FDP und BSW mit jeweils drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern würden, könnte das rot-grüne Bündnis trotz Verlusten knapp weiterregieren. Gerettet würde der Senat also eher von der Arithmetik als von der eigenen Leistung.

Die Linke als Partei der Jungen

Gewinnerin auf der anderen Seite ist die Linke. Sie legt um fast vier Punkte auf 15 Prozent zu und schiebt sich auf Platz drei. Ihre Wähler sind vor allem Frauen und junge Menschen. Bei den unter 30-Jährigen erreicht sie 27 Prozent, bei den 30- bis 39-Jährigen 26 Prozent.

Die Umfrage im Überblick:

  • SPD: 29 Prozent (minus 4,5)
  • Grüne: 18 Prozent
  • Linke: 15 Prozent
  • AfD: 14 Prozent
  • CDU: 12 Prozent (fast minus 8)
  • FDP und BSW: je 3 Prozent

Die Mitte bröckelt

Das Ergebnis spricht eine deutliche Sprache. Die Ränder werden stärker, die einstigen Volksparteien schrumpfen. Für die CDU ist das ein Alarmsignal. Sie hat in Hamburg weder ein eigenes Profil noch einen erkennbaren Kurs gegen Rot-Grün entwickelt und wird nun von beiden Seiten in die Zange genommen.

Bis zur nächsten Bürgerschaftswahl im Winter 2030 bleibt zwar noch viel Zeit, und eine Umfrage ist noch kein Wahlergebnis. Wer aber glaubt, die Unzufriedenheit mit der Berliner Großen Koalition verpuffe einfach, macht es sich zu leicht. In Hamburg kann man gerade beobachten, wie schnell sich ein Wahlerfolg in Luft auflöst.

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