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KI-generiert

Hacker-Einladung im Netz: Tausende Wind- und Solarparks offen angreifbar!

Hacker-Einladung im Netz: Tausende Wind- und Solarparks offen angreifbar!
Symbolbild: KI-generiert

Europas Energiewende hat eine digitale Schwachstelle, und zwar eine große. Forscher des Den Haager Unternehmens Modat und des niederländischen Nationalen Cyber-Sicherheitszentrums (NCSC-NL) haben 8.547 Steuerungs- und Verwaltungssysteme von Wind- und Solarparks gefunden, die frei über das öffentliche Internet erreichbar sind. Deutschland kommt auf 884 eindeutig zugeordnete Treffer und liegt bei der Windkraft europaweit vorn.

Ein Klick zum Stopp-Knopf

Die Ergebnisse wurden Anfang Oktober auf der Sicherheitskonferenz „The ONE Conference“ in Den Haag vorgestellt. Untersucht wurden laufende Wind- und Solarparks in 40 Ländern der EU, der EFTA und der Beitrittskandidaten. In 35 davon wurden die Forscher fündig: 7.942 offene Systeme gehören zu Solarparks, 605 zu Windparks.

Dabei geht es nicht nur um harmlose Infoseiten. Manche Oberflächen zeigten Produktionsdaten und Anlagenzustände, einige auch Steuerfunktionen. Bei mindestens einer Windturbine konnte man den Berichten zufolge Start, Stopp und Neustart direkt im Browser auslösen. Auf einer Login-Seite soll sogar vermerkt gewesen sein, dass der Standard-Benutzername „root“ laute. Für Angreifer ist das kaum mehr als eine Formalität.

Nach Einschätzung der Forscher könnte ein erfolgreicher Eindringling an rund 181 Standorten weitreichende Kontrolle über die Anlagen erlangen.

Deutschland: Spitzenreiter bei der falschen Statistik

In Deutschland fanden die Forscher 212 offen erreichbare Windkraft-Systeme, mehr als in jedem anderen untersuchten Land. Dazu kommen 672 Solarsysteme. Bei der Photovoltaik liegt Spanien mit 2.766 Treffern vorn, vor Griechenland mit 1.860 und Italien mit 753.

Ausgerechnet das Land, das Milliarden in seine Energiewende pumpt und den Bürgern dafür Rekordpreise abverlangt, hat bei der digitalen Absicherung offenbar Nachholbedarf. Ein Ruhmesblatt ist das nicht.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die 8.547 Treffer entsprechen nicht 8.547 Kraftwerken. Ein einziges System kann mehrere Turbinen oder einen ganzen Park steuern. Außerdem zählten die Forscher ein System nur dann, wenn sie es sicher einem bestimmten Standort zuordnen konnten. Die tatsächliche Zahl dürfte deshalb höher liegen.

Warum ein Hackerangriff das Netz ins Wanken bringen kann

Fällt eine einzelne Anlage aus, merkt das kaum jemand. Gefährlich wird es, wenn viele Anlagen gleichzeitig vom Netz gehen. Dann geraten Stromangebot und Netzfrequenz binnen Sekunden aus dem Gleichgewicht, und die Netzbetreiber müssen eilig Regelenergie und Reserven aktivieren. Je größer der plötzliche Leistungsverlust, desto schwerer lässt sich das Netz stabilisieren. Wie viel Leistung insgesamt betroffen sein könnte, haben die Forscher nicht beziffert.

Theorie ist das nicht. Ende Dezember 2025 trafen Cyberangriffe in Polen mindestens 30 Wind- und Solarparks sowie weitere Energieanlagen. An mehreren Standorten brach die Verbindung zu den Verteilnetzbetreibern ab. Ein Blackout blieb aus, weil die Produktion weiterlief. Die polnische Cyberabwehr CERT Polska kam jedoch zu dem Schluss, dass die Angreifer mit ihrem Zugriff grundsätzlich auch in die Stromerzeugung hätten eingreifen können.

Robust auf dem Feld, verwundbar im Netz

Die Forscher betonen einen Widerspruch: Weil Wind- und Solarparks weit verstreut liegen, sind sie für Bomben, Drohnen oder Saboteure kaum zu treffen. Im Cyberraum gilt das Gegenteil. Mit automatisierten Suchverfahren lassen sich offene Zugänge in kürzester Zeit aufspüren. Die Forscher setzten dafür selbst maschinelles Lernen ein, und Angreifer können das genauso.

Das Gewicht dieser Anlagen wächst. Laut Eurostat stammten im zweiten Quartal 2026 rund 54 Prozent des EU-Stroms aus erneuerbaren Quellen.

Vernetzung ja, aber bitte mit Verstand

Die Forscher haben weder IP-Adressen noch Standorte veröffentlicht. Stattdessen haben sie Betreiber und nationale Sicherheitsbehörden informiert. Nicht jeder Zugang lässt sich ohne Passwort oder eine weitere Sicherheitslücke übernehmen. Das Grundproblem bleibt aber: Steuerungssysteme der Stromerzeugung gehören nicht ins offene Internet.

Mit jedem neuen Park wächst nicht nur die installierte Leistung, sondern auch die Angriffsfläche. Fernwartung spart Kosten, lädt aber auch ungebetene Gäste ein. Wer die Versorgung eines Industrielandes auf Wind und Sonne umstellen will, muss sie auch schützen. Sonst wird aus einem Klimaprojekt ein Sicherheitsrisiko, und die Folgen tragen am Ende Bürger und Betriebe.

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