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Silbermünzen und Silberbarren auf Echtheit prüfen: Klang, Magnet, Dichte und Ultraschall im Praxistest

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Bei Gold ist der Fälschertrick seit Jahren bekannt: ein Wolframkern, dünn mit Feingold umhüllt. Bei Silber funktioniert diese Rechnung nicht so einfach, denn kein günstiges Metall trifft die Dichte von Silber exakt. Genau deshalb sehen Silberfälschungen anders aus als Goldfälschungen – und wer Silber auf Echtheit prüfen will, kommt mit einer klug aufgebauten Prüfkette oft schon am Küchentisch weit. Dieser Beitrag zeigt, welche Verfahren wirklich tragen, wo ihre Grenzen liegen und wann elektronische Messtechnik ins Spiel kommt.

Warum Silber anders gefälscht wird als Gold

Feinsilber hat eine Dichte von 10,49 g/cm³. Das ist im Vergleich zu Gold (19,32 g/cm³) ein bescheidener Wert – und darin liegt der entscheidende Unterschied. Für Gold existiert mit Wolfram ein billiges Metall, dessen Dichte mit 19,25 g/cm³ praktisch deckungsgleich ist. Ein wolframgefüllter Goldbarren wiegt korrekt, misst korrekt und verrät sich nur über Klang, Ultraschall oder Leitfähigkeit.

Bei Silber gibt es kein solches Zwillingsmetall. Kupfer ist mit 8,96 g/cm³ deutlich zu leicht, Zinn mit 7,29 g/cm³ noch leichter. Wer eine Silbermünze aus Kupfer nachbaut und dabei Durchmesser und Dicke einhält, landet rund 15 Prozent unter dem Sollgewicht. Das fällt auf jeder Feinwaage sofort auf.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, die viele Ratgeber unterschlagen: Blei liegt mit 11,34 g/cm³ über Silber. Eine Legierung aus Blei und Kupfer lässt sich rechnerisch so mischen, dass sie 10,49 g/cm³ erreicht. Genau das findet sich in gegossenen Fantasiebarren aus dem grauen Markt. Die reine Gewichts- und Dichteprüfung ist bei Silber also nicht das letzte Wort – sie ist nur der erste Filter. Bleihaltige Fälschungen scheitern dafür an anderer Stelle: Sie sind weich, klingen dumpf und haben eine miserable elektrische Leitfähigkeit.

Durchmesser einer Silbermünze wird mit einem digitalen Messschieber kontrolliert
Maß und Gewicht sind der erste Filter: Weicht eine Anlagemünze mehr als ein Zehntelmillimeter von der Herstellerangabe ab, lohnt der zweite Blick.

Die physikalischen Eckwerte im Überblick

Kennwerte von Silber und typischen Fälschungsmaterialien (Richtwerte für Reinmetalle)
MetallDichte (g/cm³)Leitfähigkeit (MS/m)Magnetisch?
Silber 99910,49ca. 62nein (diamagnetisch)
Kupfer8,96ca. 58nein
Blei11,34ca. 4,8nein
Zinn7,29ca. 8,7nein
Nickel8,91ca. 14ja (ferromagnetisch)
Eisen / Stahlca. 7,9ca. 10ja
Neusilber (Cu-Ni-Zn)ca. 8,4–8,7ca. 3nein bis sehr schwach

Zwei Zahlen aus dieser Tabelle sind für die Praxis entscheidend. Erstens: Silber ist der beste elektrische Leiter aller Metalle – kein Fälschungsmaterial kommt an rund 62 MS/m heran, Kupfer als nächster Kandidat bleibt spürbar darunter. Zweitens: Silber ist ebenso der beste Wärmeleiter (rund 429 W/(m·K)). Beide Eigenschaften lassen sich messen, und beide lassen sich nicht mit einer Beschichtung vortäuschen.

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Die drei Fälschungstypen bei Silber

Wer versteht, was gefälscht wird, prüft gezielter. In der Praxis begegnen Anlegern drei sehr unterschiedliche Kategorien – und nur die ersten beiden sind im engeren Sinn Betrug.

1. Plattierte Barren mit Fremdkern

Der Klassiker aus asiatischen Online-Marktplätzen: ein gegossener oder gepresster Kern aus Kupfer, einer Bleimischung oder Zinklegierung, überzogen mit einer dünnen Silberschicht. Optisch sind diese Stücke inzwischen ordentlich gemacht, teilweise samt kopierter Seriennummer und Blisterverpackung. Ihre Schwachstellen: das Gesamtgewicht, der Klang und die Leitfähigkeit unter der Oberfläche. Besonders betroffen sind gängige Größen wie 100-Gramm-Silberbarren und Kilobarren, weil dort der absolute Materialwert je Stück attraktiv ist.

2. Kopierte Anlagemünzen

Nachahmungen bekannter Bullion-Münzen – Maple Leaf, Philharmoniker, American Eagle, Britannia, Krügerrand – bestehen meist aus versilbertem Kupfer oder einer Weißmetalllegierung. Sie werden nicht geprägt, sondern gegossen. Das erkennt man an weichen Konturen, unscharfen Schriftkanten, fehlender Randriffelung und häufig an winzigen Gussporen im Feld der Münze. Da Prägestempel eine Schärfe erzeugen, die im Gussverfahren technisch nicht erreichbar ist, ist der direkte Vergleich mit einem verbürgten Originalstück eine der wirksamsten Prüfungen überhaupt.

3. Versilberte Ware und niedrige Feingehalte

Hier geht es seltener um Vorsatz als um Verwechslung. Auf dem Flohmarkt und im Nachlass landen Bestecke, Tabletts und Schalen, die als Silber gehandelt werden, tatsächlich aber nur versilbert sind. Stempel wie 90, 100 oder 150 auf Besteck bezeichnen keinen Feingehalt, sondern die Menge Feinsilber in Gramm, die auf eine definierte Anzahl Teile aufgebracht wurde. Echte Feingehaltsangaben lauten 800, 835, 925 (Sterling) oder – bei Anlagesilber – 999 beziehungsweise 999,9. Wer alte Familienbestände einschätzen will, sollte zuerst die Punze suchen und erst danach messen.

Merksatz für den Prüfling

Ein einzelner Test beweist nichts. Erst die Kombination aus Maß, Gewicht, Klang, Magnetverhalten und – bei größeren Beträgen – einer elektronischen Messung ergibt ein belastbares Bild. Fälscher optimieren immer nur gegen die Prüfung, die sie erwarten.

Der Klangtest: das Ohr als erstes Messgerät

Silber besitzt eine sehr geringe innere Dämpfung. Balanciert man eine Silbermünze auf der Fingerkuppe und tippt sie mit einer zweiten Münze oder einem Metallstift an, entsteht ein heller, klarer Ton, der mehrere Sekunden nachklingt. Kupfer- oder Bleikerne dämpfen diesen Nachhall spürbar: Der Ton wirkt kurz, stumpf, „tot“.

So gehen Sie sauber vor:

  • Münze auf der Fingerspitze balancieren, nicht in der Hand halten – sonst dämpft die Haut den Ton.
  • Mit einem harten, kleinen Gegenstand kurz anschlagen, nicht schlagen. Eine zweite Anlagemünze genügt.
  • Auf die Nachklingdauer achten, nicht nur auf die Tonhöhe. Echtes Anlagesilber klingt lange aus.
  • Immer gegen ein Referenzstück derselben Prägung testen. Absolutes Gehör braucht niemand, der Vergleich reicht.

Für Smartphones existieren Apps, die das Frequenzspektrum des Anschlags aufzeichnen und mit hinterlegten Referenzkurven gängiger Anlagemünzen abgleichen. Das erhöht die Objektivität, ersetzt aber keine physikalische Messung – dumpfe Töne entstehen auch durch Kapseln, feuchte Finger oder eine ungünstige Unterlage. Bei Barren ist der Klangtest zudem nur eingeschränkt brauchbar: Gegossene Barren klingen konstruktionsbedingt weniger sonor als geprägte.

Der Magnettest – und warum ein Magnet allein zu wenig ist

Silber ist diamagnetisch. Es wird von einem Magneten weder angezogen noch abgestoßen. Bleibt ein Neodym-Magnet an einer angeblichen Silbermünze haften, ist die Sache erledigt: Der Kern enthält Eisen, Stahl oder Nickel. Dieser einfache Test filtert die plumpen Fälschungen zuverlässig heraus – und mehr leistet er nicht. Kupfer, Blei und Zinn sind ebenfalls nicht magnetisch und bestehen den simplen Haft-Test problemlos.

Der Magnetschlitten: Wirbelströme sichtbar gemacht

Deutlich aussagekräftiger ist der sogenannte Magnetschlitten- oder Gleittest. Legen Sie einen Silberbarren in einem Winkel von etwa 45 Grad an und lassen Sie einen starken Neodym-Magneten darüber gleiten. In einem sehr gut leitenden Metall induziert der bewegte Magnet Wirbelströme, deren Magnetfeld der Bewegung entgegenwirkt. Der Magnet rutscht daher nicht frei herunter, sondern gleitet auffällig gebremst, fast wie in Zeitlupe.

Was Sie daraus ablesen können:

  1. Magnet bleibt haften: ferromagnetischer Kern – eindeutig keine reine Silberware.
  2. Magnet rutscht ungebremst ab: schlechter Leiter, etwa Blei, Zink oder Neusilber. Starker Verdacht.
  3. Magnet gleitet spürbar verlangsamt: gute Leitfähigkeit – vereinbar mit Silber, aber auch mit Kupfer. Der Test schließt Kupfer nicht aus.

Genau hier endet die Aussagekraft der Hausmittel. Zwischen Silber (rund 62 MS/m) und Kupfer (rund 58 MS/m) unterscheidet kein Magnet und kein Ohr zuverlässig – dafür braucht es Messtechnik oder die Kombination mit der Gewichtsprüfung, bei der Kupfer sofort durchfällt.

Neodym-Magnet gleitet gebremst über einen schräg aufgestellten Silberbarren
Beim Magnetschlitten-Test bremsen Wirbelströme den Neodym-Magneten ab. Ein ungebremstes Abrutschen spricht gegen gut leitendes Metall.

Maß, Gewicht und Dichte: die Zahlen müssen zusammenpassen

Anlagemünzen und Markenbarren sind industriell auf enge Toleranzen gefertigt. Eine Feinwaage mit 0,01 Gramm Auflösung und ein digitaler Messschieber kosten zusammen weniger als eine Unze Silber und decken die überwiegende Mehrheit aller Fälschungen auf.

Sollwerte gängiger 1-Unzen-Anlagemünzen aus Silber (Herstellerangaben, Fertigungstoleranzen beachten)
MünzeFeingehaltGewichtDurchmesserDicke
Maple Leaf999,931,10 g38,0 mm3,29 mm
Wiener Philharmoniker99931,10 g37,0 mm3,2 mm
American Silver Eagle99931,10 g40,6 mm2,98 mm
Britannia99931,10 g38,6 mmca. 3,0 mm
Krügerrand Silber99931,10 g38,7 mmca. 3,1 mm

Der typische Fälscherfehler ist geometrischer Natur. Wer eine Unzenmünze aus Kupfer nachbaut und das korrekte Gewicht von 31,10 Gramm treffen will, muss das Volumen um rund 17 Prozent vergrößern – die Münze wird dicker oder breiter als das Original. Hält er dagegen die Maße ein, fehlen ihm etwa vier bis fünf Gramm. Beides ist messbar. Deshalb gilt: Gewicht und Maße immer gemeinsam prüfen, nie nur eines von beiden.

Dichtebestimmung nach Archimedes

Für Barren ohne Kapsel ist die Auftriebsmethode das genaueste Hausmittel. Sie wiegen das Stück trocken, wiegen es anschließend an einem dünnen Faden vollständig in destilliertes Wasser getaucht und rechnen:

Dichte = Trockengewicht ÷ (Trockengewicht − Gewicht unter Wasser)

Beispiel: Ein 100-Gramm-Silberbarren wiegt trocken 100,0 g und unter Wasser 90,5 g. Die Differenz beträgt 9,5 g, das entspricht 9,5 cm³ verdrängtem Wasser. 100,0 ÷ 9,5 = 10,53 g/cm³ – im Rahmen der Messgenauigkeit ein plausibler Silberwert. Ergebnisse unter 10,2 oder über 10,8 g/cm³ sind ein Warnsignal.

Wichtig: Luftblasen an der Oberfläche verfälschen das Ergebnis nach oben, Wassertemperatur und Waagengenauigkeit setzen eine natürliche Fehlergrenze. Und wie eingangs erwähnt lässt sich die Dichte von Silber mit einer Blei-Kupfer-Mischung theoretisch nachbilden. Die Dichteprüfung ist ein starker, aber kein alleiniger Beweis.

Prägebild, Rand und Verpackung: die numismatische Prüfung

Bevor Sie zu Waage und Magnet greifen, lohnt der geschulte Blick. Die meisten Fälschungen bekannter Anlagemünzen scheitern an Details, die eine industrielle Prägeanstalt beherrscht und eine Gussform nicht:

  • Randgestaltung: Der Maple Leaf trägt seit 2014 radiale Strichlinien und ein mikrogeprägtes Ahornblatt mit Jahreszahl – im Guss praktisch nicht reproduzierbar.
  • Schriftkanten: Originale zeigen scharfe, senkrechte Flanken. Fälschungen wirken „verwaschen“, Buchstabenränder sind abgerundet.
  • Oberflächenstruktur: Gussporen, Nadelstiche oder eine leicht wolkige Struktur im Feld sprechen gegen eine Prägung.
  • Randriffelung: Zahl und Gleichmäßigkeit der Kerben sind je Prägung standardisiert. Unregelmäßige Abstände sind ein deutliches Signal.
  • Patina: Feinsilber läuft mit der Zeit an und bildet gräulich-goldene Silbersulfid-Schichten. Eine angeblich zwanzig Jahre alte, unverpackte Münze in makellosem Weiß ist erklärungsbedürftig.
  • Verpackung: Originaltuben und Masterboxen haben herstellerspezifische Deckel, Prägungen und Farben. Lose gelieferte „Originalware“ ohne passende Tube ist ein Prüfanlass.

Ein Hinweis zum Anlaufen: Es ist kein Mangel, sondern ein normaler chemischer Vorgang und mindert den Materialwert nicht. Wer den Zustand seiner Bestände erhalten will, findet im Sortiment der Silbermünzen und beim passenden Zubehör Kapseln und Tuben, die den Kontakt mit Luftschadstoffen reduzieren.

Elektronische Prüfgeräte: Leitfähigkeit und Ultraschall

Ab einer bestimmten Bestandsgröße – oder wenn regelmäßig Ware vom Zweitmarkt geprüft werden soll – lohnt sich Messtechnik. Zwei Verfahren dominieren im Anlegerbereich.

Wirbelstrom- und Leitfähigkeitsmessung

Diese Geräte erzeugen ein hochfrequentes Wechselfeld, das im Prüfling Wirbelströme induziert. Aus deren Rückwirkung auf die Spule berechnet das Gerät die elektrische Leitfähigkeit in Megasiemens pro Meter (MS/m) und vergleicht sie mit Referenzwerten. Da Silber der beste Leiter aller Metalle ist, liefert das Verfahren bei Silber besonders klare Ergebnisse: Wolfram, Messing, Blei oder Zink liegen um ein Vielfaches daneben.

Der im Sortiment geführte AurumXpert Edelmetallprüfer arbeitet nach diesem Prinzip. Laut Herstellerangaben prüft er Gold, Silber und weitere Edelmetalle zerstörungsfrei, erfasst dabei eine Materialtiefe von bis zu einem Millimeter und misst auch durch Kapseln, Folien und Blister hindurch – ein praktischer Vorteil, weil originalverpackte Münzen nicht geöffnet werden müssen. Der Hersteller nennt einen Prüfbereich von etwa einer Viertelunze bis rund zwei Unzen; wie groß ein Stück tatsächlich sein darf, hängt von Geometrie und Legierung ab. Eine Alternative im gleichen Segment ist der GoldScreen Sensor, der ebenfalls nach dem Wirbelstromprinzip arbeitet und für Feinsilber eine Eindringtiefe von rund 250 Mikrometern angibt.

Die Grenze dieser Technik liegt in der Eindringtiefe. Ein Millimeter genügt, um eine dünne Plattierung zu durchdringen – bei einem massiven Kilobarren mit dicker Silberhülle stößt jedes oberflächennahe Verfahren jedoch an seine Grenzen. Dort ist Ultraschall die bessere Wahl.

Handliches elektronisches Prüfgerät mit aufgelegter Silbermünze auf dunklem Untergrund
Leitfähigkeitsmessgeräte arbeiten zerstörungsfrei und liefern bei Silber besonders eindeutige Werte, weil Silber der beste elektrische Leiter aller Metalle ist.

Ultraschallprüfung

Ein Ultraschall-Wanddickenmessgerät sendet einen Schallimpuls in den Prüfling und misst die Laufzeit bis zur Rückwand. Da die Schallgeschwindigkeit materialabhängig ist – in Silber rund 3.600 m/s, in Kupfer etwa 4.700 m/s, in Blei nur rund 2.160 m/s –, ergibt sich bei falsch angenommenem Material eine Dicke, die nicht zum Messschieber passt. Ein Kern aus Fremdmetall erzeugt zusätzlich ein Zwischenecho an der Grenzfläche. Für Kilobarren und dicke Gussbarren ist das die aussagekräftigste zerstörungsfreie Prüfung im Consumer-Bereich.

Was die Röntgenfluoreszenz (RFA) leistet – und was nicht

Professionelle Scheideanstalten arbeiten mit RFA-Analysatoren, die die Elementzusammensetzung sehr präzise bestimmen. Für plattierte Fälschungen sind sie jedoch nur bedingt geeignet: Die Analyse erfasst lediglich die obersten Mikrometer. Eine 200 Mikrometer dicke Feinsilberschicht über einem Bleikern liefert ein einwandfreies Ergebnis. Deshalb kombinieren Händler RFA immer mit Gewicht, Maß und Ultraschall.

Vorsicht bei chemischen Tests

Der Salpetersäure-Test funktioniert grundsätzlich – Feinsilber reagiert cremig-weiß, Kupfer grünlich – aber er ist zerstörend und hinterlässt einen sichtbaren Fleck. Bei Anlagemünzen und Markenbarren mindert das den Wiederverkaufswert erheblich. Für Bruchsilber und Nachlassware kann er sinnvoll sein, für Anlageware ist er die falsche Wahl. Säuren gehören zudem in geübte Hände.

Die Prüfroutine in sechs Schritten

Ein sinnvoller Ablauf geht vom Einfachen zum Aufwendigen. Jeder Schritt, der auffällig ist, macht die folgenden überflüssig.

  1. Sichtprüfung: Prägeschärfe, Randgestaltung, Oberfläche, Verpackung. Vergleich mit einem verbürgten Referenzstück.
  2. Wiegen: Feinwaage mit 0,01 g Auflösung. Abweichungen über 0,1 Gramm bei Unzenmünzen sind erklärungsbedürftig.
  3. Messen: Durchmesser und Dicke mit dem Messschieber gegen die Herstellerangabe halten.
  4. Magnetprüfung: Haft-Test und, bei Barren, Gleittest mit einem Neodym-Magneten.
  5. Klangtest: Nachklingdauer im Vergleich zu einem Originalstück.
  6. Messtechnik: Leitfähigkeits- oder Ultraschallprüfung, wenn eine der vorherigen Stufen Fragen offenlässt oder es um größere Beträge geht.
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Wenn der Verdacht sich erhärtet

Bestätigt sich ein Verdacht, sollten Sie das Stück nicht weiterverkaufen – das Inverkehrbringen von Falschgeld oder gefälschten Barren ist strafbar, unabhängig davon, ob Sie selbst getäuscht wurden. Sinnvoll ist es, den Kaufbeleg zu sichern, Fotos anzufertigen und sich an den Verkäufer, gegebenenfalls an die Polizei und bei Münzen mit gesetzlichem Zahlungsmittelstatus an die zuständige Stelle der Deutschen Bundesbank zu wenden. Eine zweite, unabhängige Prüfung durch eine Scheideanstalt oder einen etablierten Händler schafft vor jedem weiteren Schritt Klarheit.

Der beste Echtheitstest ist die Bezugsquelle

So nützlich Prüfgeräte sind – die wirksamste Absicherung liegt davor. Wer Anlagesilber direkt bei einem etablierten Händler mit dokumentierter Lieferkette kauft, verlagert das Fälschungsrisiko dorthin, wo die Prüfkompetenz sitzt. Kettner Edelmetalle bezieht Ware über offizielle Kanäle und prüft Ankäufe ISO-konform; jeder Kaufbeleg ist zugleich ein Herkunftsnachweis, der beim späteren Verkauf zählt.

Der Privatmarkt ist deshalb nicht tabu, verlangt aber Disziplin: verbürgte Originalverpackung, Prüfung vor Ort, Bargeschäfte nur gegen Beleg – und im Zweifel Verzicht. Der Aufpreis beim Händlerkauf ist im Verhältnis zum Totalverlust bei einem plattierten Kilobarren gering. Wer sich vorab mit der Preisbildung befassen will, findet die Entwicklung im Silberpreis-Überblick; die Systematik ähnelt der beim Goldpreis.

Für den Einstieg in physisches Silber bieten sich standardisierte Produkte an, die im Zweitmarkt breit bekannt und dadurch gut prüfbar sind – etwa Tubenware wie 25 x 1 Unze Silber Maple Leaf oder klassische Markenbarren. Exotische Motive aus dem Bereich weiterer Silbermünzen sind sammlerisch reizvoll, im Zweifelsfall aber schwerer zu verifizieren, weil Referenzstücke fehlen. Einen Überblick über das gesamte Segment gibt die Kategorie Silber.

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Marktumfeld im Blick behalten

Fälschungsversuche nehmen erfahrungsgemäß in Phasen hoher Preise und starker Nachfrage zu. Wer den Markt verfolgt, erkennt solche Zyklen früher – und wird bei auffällig günstigen Angeboten aus dem Privatmarkt aufmerksamer:

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Häufige Fragen zur Echtheitsprüfung von Silber

Ist Silber magnetisch?

Nein. Silber ist diamagnetisch und wird von einem Magneten weder angezogen noch abgestoßen. Bleibt ein Magnet haften, enthält das Stück Eisen, Stahl oder Nickel. Umgekehrt gilt das nicht: Kupfer, Blei und Zinn sind ebenfalls nicht magnetisch, sodass ein bestandener Magnettest allein nichts beweist.

Welche Dichte hat echtes Silber?

Feinsilber (999) hat eine Dichte von 10,49 g/cm³. Sterlingsilber (925) liegt bei etwa 10,36 g/cm³, 800er Silber bei rund 10,2 g/cm³. Messwerte deutlich unter 10,2 oder über 10,8 g/cm³ sprechen für Fremdmaterial. Beachten Sie die Messtoleranz Ihrer Waage.

Kann man Silber mit dem Eiswürfel-Test prüfen?

Der Test nutzt die hohe Wärmeleitfähigkeit von Silber (rund 429 W/(m·K)): Ein Eiswürfel auf einer Silberfläche schmilzt merklich schneller als auf Stahl oder Blei. Als Plausibilitätsprüfung taugt das, als Beweis nicht – Kupfer leitet mit etwa 401 W/(m·K) fast genauso gut und lässt sich damit nicht von Silber unterscheiden.

Wie erkenne ich versilbertes Besteck von echtem Silberbesteck?

Achten Sie auf die Punze: 800, 835 oder 925 stehen für massives Silber, Zahlen wie 90, 100 oder 150 für Versilberung. Zusätzlich zeigen versilberte Teile an stark beanspruchten Kanten oft einen gelblichen oder rötlichen Grundwerkstoff. Ein Magnet hilft nur, wenn der Kern Eisen oder Nickel enthält.

Lohnt sich ein eigenes Echtheitsprüfgerät?

Das hängt vom Volumen ab. Geräte im Bereich um 1.000 Euro rechnen sich, wenn regelmäßig Ware aus dem Zweitmarkt, aus Nachlässen oder aus Privatkäufen geprüft wird. Wer ausschließlich beim etablierten Händler kauft und die Ware originalverpackt lagert, kommt in aller Regel mit Feinwaage, Messschieber und Magnet aus.

Werden Silberbarren häufiger gefälscht als Silbermünzen?

Beide Formen sind betroffen, aber mit unterschiedlicher Logik. Bei Barren – vor allem 100-Gramm- und Kilostücken – ist der Materialwert je Stück höher und die Prüfung durch die massive Bauweise schwieriger. Münzen werden dafür in großen Stückzahlen kopiert, scheitern jedoch häufiger an Prägedetails, Randgestaltung und Maßen, weil es feste Referenzwerte gibt.

Beschädigt eine Echtheitsprüfung meine Münze?

Die hier beschriebenen Verfahren – Sichtprüfung, Wiegen, Messen, Magnet, Klang, Leitfähigkeit und Ultraschall – arbeiten zerstörungsfrei. Zerstörend sind ausschließlich Säure- und Strichtests sowie das Anbohren. Bei Anlageware sollten Sie darauf verzichten, da sichtbare Spuren den Wiederverkaufswert mindern.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Angaben zu Maßen, Feingehalten und Materialkennwerten beruhen auf Hersteller- und Literaturangaben; Fertigungstoleranzen sind möglich.

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