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Grenzen von 1991? Merz' Kriegsziel wird zum Risiko für Deutschland

Grenzen von 1991? Merz' Kriegsziel wird zum Risiko für Deutschland
Symbolbild: KI-generiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hält im Ukraine-Krieg an Maximalzielen fest. Einem aktuellen Kommentar in einer Berliner Tageszeitung zufolge verlangt er die Wiederherstellung der ukrainischen Grenzen von 1991, also einschließlich der Krim. Kritiker halten das für eine riskante Wette. Die Frontlage im Donbass gibt sie nicht her, und Deutschland könnte am Ende selbst tiefer in den Konflikt geraten.

Das Versprechen des Kandidaten

Den Ton setzte Merz schon vor seiner Kanzlerschaft. Im Dezember 2024 sprach er als Kanzlerkandidat der Union vor der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Dort erteilte er jedem Kompromissfrieden eine klare Absage:

„Für die Ukraine bedeutet das: Sie muss den Krieg gewinnen und Russland muss den Krieg verlieren.“

Einen „Frieden in Unterwerfung vor einer imperialistischen Macht“ wolle er nicht, sagte Merz damals. Fast zwei Jahre später klingt er immer noch so. Seine Kritiker fragen inzwischen nur deutlicher, wie dieser Sieg eigentlich zustande kommen soll.

Die Krim: ein Ziel, das im Nebel liegt

Zur Einordnung: Mit den „Grenzen von 1991“ sind die Grenzen gemeint, mit denen die Ukraine damals unabhängig wurde. Beim Referendum am 1. Dezember 1991 stimmten gut 90 Prozent der Ukrainer für die Unabhängigkeit. Russland annektierte die Krim im März 2014. Noch im selben Frühjahr begann der Krieg im Donbass.

Die Lage im Herbst 2026 ist ernüchternd. Medienberichten zufolge sind die Frontlinien weitgehend erstarrt, und beide Seiten beschießen sich vor allem mit Drohnen und Raketen. Der wichtigste Streitpunkt bei möglichen Verhandlungen sind die Teile des Donbass, die noch unter ukrainischer Kontrolle stehen. Moskau beansprucht sie, hat sie aber trotz jahrelanger Kämpfe nicht erobert. Wenn die Ukraine schon um diese Gebiete ringt, wirkt die Rückeroberung der Krim eher wie ein Wunsch als wie ein Plan.

Waffen mit 1000 Kilometern Reichweite

Am Sonntag reiste Merz überraschend nach Kyjiw. Mit dabei waren Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmer aus Rüstung und Energie. Laut Berichten sagte er Hilfen von mehr als einer Milliarde Euro zu, dazu 350 Millionen Euro für den Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke. Geplant sind demnach Tausende Abfangdrohnen. Außerdem sollen beide Länder gemeinsam Abstandswaffen mit mehr als 1000 Kilometern Reichweite entwickeln, mit denen sich Nachschubwege tief in Russland angreifen ließen.

Genau hier setzt die Kritik an. Je direkter deutsche Technik an Schlägen auf russisches Gebiet beteiligt ist, desto eher kann Moskau Deutschland zur Konfliktpartei erklären, warnen Beobachter. Das sind keine Gedankenspiele. Laut Fachleuten der Stiftung Wissenschaft und Politik nehmen Sabotage und hybride Angriffe in Europa bereits zu.

Die Rechnung zahlt der Bürger

Merz selbst begründet seinen Kurs mit der Sicherheit Deutschlands. Werde Russland nicht gestoppt, richte sich dessen Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns, sagte er in Kyjiw. Das Argument wiegt schwer. Trotzdem bleibt die Frage, ob ein unerreichbares Kriegsziel Deutschland sicherer macht oder nur verletzlicher.

Die Rechnung landet am Ende beim Bürger. Er zahlt schon heute für Rekordschulden und Sondervermögen. Dazu passt, dass der Rückhalt für die Ukraine-Politik der Regierung Berichten zufolge vor allem in Ostdeutschland sinkt.

Diplomatie statt Durchhalteparolen?

Für Oktober sind Medienberichten zufolge neue Gespräche unter US-Vermittlung im Gespräch. Im Juni hatte Merz im Bundestag selbst gesagt, nur eine Verhandlungslösung könne zum Frieden führen. Wer gleichzeitig die Krim zurückfordert und an den Verhandlungstisch will, sendet widersprüchliche Signale. Klar ist das jedenfalls nicht.

Viele Bürger ziehen ihre eigenen Schlüsse aus der Unsicherheit. Physisches Gold und Silber gelten seit Jahrhunderten als Schutz in Krisenzeiten und können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst, bevor Sie investieren. Für Ihre Anlageentscheidungen sind allein Sie verantwortlich.

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