
Gold-Riese SPDR legt zu: Fast sechs Tonnen mehr Gold im Tresor!

Der größte Gold-ETF der Welt hat in der 42. Kalenderwoche wieder Gold eingesammelt. Am Freitag, dem 16. Oktober, lagen im SPDR Gold Trust laut den Angaben des Fonds 1.059,04 Tonnen des Edelmetalls, eine Woche zuvor waren es noch 1.053,13 Tonnen. Unterm Strich bleibt ein Wochenplus von 5,91 Tonnen, und das in einem Markt, der gerade von Inflationsangst und Zinsdebatten geprägt ist.
Eine Woche wie eine Achterbahnfahrt
Gleichmäßig lief die Woche nicht. Am Montag flossen zunächst 2,28 Tonnen zu. Am Dienstag zogen Anleger 1,21 Tonnen ab, der Mittwoch blieb ruhig, und am Donnerstag gingen weitere 0,29 Tonnen hinaus.
Am Freitag drehte sich das Bild dann deutlich: 5,13 Tonnen kamen an einem einzigen Tag hinzu. Damit waren die Abflüsse aus der Wochenmitte mehr als ausgeglichen. Die Tagesstände im Überblick:
- 12. Oktober: 1.055,41 Tonnen
- 13. Oktober: 1.054,20 Tonnen
- 14. Oktober: 1.054,20 Tonnen
- 15. Oktober: 1.053,91 Tonnen
- 16. Oktober: 1.059,04 Tonnen
Rechnet man die 5,91 Tonnen in Feinunzen um, sind das rund 190.000 Unzen. Bei Kursen um 4.165 US-Dollar je Unze, wo Gold Medienberichten zufolge die Woche beendete, entspricht das grob 790 Millionen Dollar an frischem Kapital.
Gegenwind aus Washington, und trotzdem fließt Geld ins Gold
Das Umfeld macht die Zuflüsse bemerkenswert. Laut Marktberichten fielen die US-Verbraucherpreise für September überraschend hoch aus. Dollar und Anleiherenditen stiegen daraufhin, und Gold rutschte zeitweise unter 4.100 Dollar. Gleichzeitig wird an den Märkten heftig darüber spekuliert, ob die US-Notenbank unter ihrem Chef Kevin Warsh die Zinsen weiter anhebt.
Eigentlich sind steigende Zinsen schlecht für ein Metall, das keine Zinsen abwirft. Trotzdem kaufen die Anleger. Das spricht dafür, dass viele Marktteilnehmer kurzfristige Schwankungen hinnehmen, weil sie Gold als langfristigen Schutz sehen.
Rekordjagd bei den Gold-ETFs
Der Wochenwert passt in einen größeren Trend. Nach Daten des World Gold Council flossen im September weltweit rund 10 Milliarden US-Dollar in goldgedeckte ETFs. Das dritte Quartal brachte mit 31 Milliarden Dollar einen Rekord. Die weltweiten ETF-Bestände stiegen Ende September auf die Rekordmarke von 4.256 Tonnen, obwohl der Goldpreis zwischenzeitlich nachgab.
Ein Blick zurück zeigt, wie stark der Markt schwankt. Ende Januar 2026 erreichte der Goldpreis an der COMEX laut Marktdaten mit 5.626,80 Dollar je Unze ein Rekordhoch. Bis März folgte eine scharfe Korrektur auf rund 4.100 Dollar. Wer also glaubt, Gold steige nur in eine Richtung, wurde in diesem Jahr eines Besseren belehrt. Wer langfristig denkt, sieht darin eher eine gesunde Bereinigung nach einer überhitzten Rallye.
Papiergold oder echtes Metall?
Bei aller Begeisterung über die Zuflüsse sollte man nicht vergessen, was ein ETF-Anteil ist: eine Forderung auf Gold, nicht das Gold selbst. Der Anleger besitzt ein Wertpapier, das an der Börse gehandelt wird. Laut Fondsunterlagen fallen beim SPDR Gold Trust jährlich 0,40 Prozent Kosten an. Das Gold lagert in Tresoren, auf die der einzelne Käufer keinen direkten Zugriff hat.
Gerade in unsicheren Zeiten mit hoher Staatsverschuldung, schwankender Geldpolitik und geopolitischen Krisen setzen deshalb viele Sparer auf etwas, das sie selbst in der Hand halten können. Physische Barren und Münzen sind kein Versprechen eines Finanzinstituts, sondern greifbares Eigentum. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein sinnvoller Anker sein, wenn Papierwerte ins Wanken geraten.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion auf Grundlage der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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