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Edelmetall-Profis wetten: Gold bald bei 5.000 Dollar, Silber +54 %!

Edelmetall-Profis wetten: Gold bald bei 5.000 Dollar, Silber +54 %!
Symbolbild: KI-generiert

Die Stimmung im Goldmarkt bleibt trotz aller Gegenwinde erstaunlich zuversichtlich. Auf der Jahreskonferenz 2026 der London Bullion Market Association (LBMA) erwarten die Teilnehmer laut der traditionellen Preisumfrage einen Goldpreis von rund 5.013 US-Dollar je Unze in zwölf Monaten. Beim Silber fallen die Prognosen sogar noch kühner aus.

Zur Einordnung: Zuletzt kostete die Unze Gold rund 4.163 Dollar. Die Delegierten trauen dem gelben Metall damit ein Plus von etwa 20 Prozent zu. Gemessen an der aktuellen Lage ist das eine Ansage.

Ein schwieriges Jahr für das Gold

Leicht hatte es das Edelmetall 2026 nicht. Der Krieg zwischen den USA und dem Iran hat den Ölpreis in die Höhe getrieben und die Inflation angeheizt. Die Notenbanken blieben deshalb auf Straffungskurs. Die Renditen langlaufender Staatsanleihen kletterten Berichten zufolge auf den höchsten Stand seit etwa 20 Jahren.

Für Gold ist das eigentlich Gift. Es wirft keine Zinsen ab, und wenn Anleihen hohe Renditen bieten, wird das Halten von Gold teurer. Hinzu kommt eine selbstkritische Note: Vor einem Jahr hatten die Konferenzteilnehmer für heute rund 4.980 Dollar erwartet. Diese Prognose wurde klar verfehlt.

Warum die Branche trotzdem fest an Gold glaubt

Auf der zweitägigen Konferenz zog sich ein Gedanke durch viele Diskussionen: Die alten Regeln gelten nicht mehr so einfach. Höhere Renditen sind demnach nicht nur ein Zeichen für straffe Geldpolitik. Sie spiegeln auch die wachsende Sorge wider, ob die Staaten ihre ausufernden Schulden überhaupt noch dauerhaft bedienen können.

Vikram Dhawan, Rohstoffchef und Fondsmanager bei Nippon India Mutual Fund, brachte es in einer Podiumsdiskussion auf den Punkt:

„I think, in a way, gold is sending us a message that maybe the global debt is reaching an inflection point where the supply of paper may probably overwhelm the demand."

Sinngemäß heißt das: Gold sende eine Botschaft, dass die weltweite Verschuldung womöglich einen Wendepunkt erreiche, an dem das Angebot an Papier die Nachfrage überrolle. Deutsche Leser kennen das Thema gut. Berlin hat mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerade selbst eine gewaltige neue Schuldenlast aufgetürmt, obwohl vorher Haushaltsdisziplin versprochen worden war.

Notenbanken setzen auf Unabhängigkeit

Ein starkes Argument für Gold sind die Zentralbanken selbst. In der jüngsten Reserve-Management-Umfrage von UBS Asset Management nannten 65 Prozent der Befragten die Diversifikation als wichtigsten Grund für ihre Goldbestände. Gold gehört außerdem zu den Anlagen, die Notenbanken in den nächsten zwölf Monaten am ehesten aufstocken wollen.

Mehrere Zentralbanker betonten eine Eigenschaft, die Gold von allen anderen Anlagen unterscheidet: Es ist nicht die Verbindlichkeit eines anderen. Es kennt kein Ausfallrisiko und keinen Gegenpartei-Schuldner. In einer Welt voller Sanktionen und geopolitischer Brüche wiegt das schwer.

Silber: Der heimliche Star

Noch optimistischer sind die Delegierten beim Silber. Sie sehen den Preis binnen zwölf Monaten bei rund 94,70 Dollar je Unze. Ausgehend von zuletzt 61,23 Dollar wäre das ein Anstieg von mehr als 54 Prozent. Anders als beim Gold lag die Branche im Vorjahr beim Silber richtig: Damals wurden 59,10 Dollar prognostiziert, und der aktuelle Kurs liegt trotz einer deutlichen Korrektur von den Jahreshochs darüber.

Zwar sparen Solarhersteller angesichts der hohen Preise Silber ein, wo sie können. Ganz ersetzen lässt sich das Metall in der Photovoltaik aber kaum. Dazu kommen KI-Rechenzentren, Elektroautos und die fortschreitende Elektrifizierung als langfristige Nachfragetreiber.

Fazit: Schwankungen ja, Richtung klar

Auch die physische Nachfrage von Privatanlegern war in diesem Jahr Berichten zufolge kräftig. Händler meldeten Phasen, in denen knappe Lagerbestände kaum mit den Käufen Schritt hielten. Kurzfristig rechnet die Branche mit weiteren Schwankungen. Langfristig sprechen Schuldenberge, Notenbankkäufe und geopolitische Unsicherheit aus Sicht vieler Experten für steigende Preise. Wer sein Vermögen vor schleichender Geldentwertung schützen will, kann physisches Gold und Silber als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Prognosen sind unsicher, Edelmetallpreise können schwanken. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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