
Bomber-Alarm in England: Warum die USA Fairford fluchtartig räumen

Die US-Luftwaffe hat alle Bomber vom britischen Stützpunkt RAF Fairford abgezogen und in die Vereinigten Staaten zurückverlegt. Das Pentagon bestätigte den Schritt am Sonntag. Ein US-Regierungsvertreter begründete ihn gegenüber CNN mit einer neuen Bedrohung, die er nicht näher beschrieb. Vorausgegangen war ein mutmaßlicher Anschlagsplan gegen die Basis, hinter dem britische Ermittler eine Verbindung zum Iran prüfen.
Zwölf B-1-Bomber verschwinden über Nacht
Laut einem Pentagonsprecher, der sich auch gegenüber Reuters äußerte, standen zuletzt zwölf B-1-Lancer in Gloucestershire. Von dort aus flogen sie Angriffe auf den Iran. Die Bewegungen habe man aus Gründen der Einsatzsicherheit erst im Nachhinein bestätigen können, hieß es.
Bemerkenswert ist das Ziel der Maschinen. Sie wichen nicht auf einen anderen Stützpunkt in der Region aus, sondern flogen direkt in die Heimat. Ein mit dem Vorgang vertrauter US-Vertreter sprach laut CNN von einem „tatsächlichen sicherheitsrelevanten Vorfall“. Details nannte er keine. Das britische Verteidigungsministerium schweigt.
Nach Berichten von NBC News trafen einige Bomber erst kurz zuvor bei einem regulären Austausch ein. Schon Ende September waren Medienberichten zufolge sechs B-52 über den Atlantik zurückgekehrt. Zu Spitzenzeiten sollen in Fairford zuvor mehr als 20 strategische Bomber gestanden haben.
Benzin in Lieferwagen, Spur nach Teheran?
In der Nacht zum 27. September nahm die britische Polizei nahe der Basis fünf Männer fest. Auslöser waren Hinweise auf drei verdächtige Fahrzeuge. Sprengsätze fanden die Ermittler nicht, aber Benzin. Rund 85 Haushalte wurden vorsorglich evakuiert.
Die fünf Briten aus London kamen bereits am nächsten Tag unter strengen Auflagen frei, sie bleiben aber im Visier der Ermittler. Die Polizei schließt nicht aus, dass sie im Auftrag eines fremden Staates gehandelt hätten, womöglich ohne es zu wissen. Am 1. Oktober folgte die Festnahme eines 25-jährigen britisch-iranischen Doppelstaatsbürgers wegen des Verdachts, terroristische Taten vorbereitet zu haben. Auch er ist inzwischen gegen Auflagen auf freiem Fuß.
Große Worte, wenig Belege
Premierminister Andy Burnham sieht laut CNN starke Hinweise auf eine iranische Beteiligung. Auch US-Außenminister Marco Rubio verweist auf einen ausländischen Akteur. Präsident Donald Trump erklärte Medienberichten zufolge, der Anschlag hätte „big damage“ anrichten sollen. Israels Premier Benjamin Netanyahu behauptet, sein Land habe London die entscheidenden Geheimdiensthinweise geliefert.
Doch öffentlich belegt ist eine Steuerung aus Teheran bislang nicht. Die Polizei legt sich auf keinen Staat fest. Der Iran weist alle Vorwürfe als unbegründet zurück und bestellte den britischen Botschafter ein. Vize-Außenminister Madschid Tacht-Rawantschi forderte London auf, seinen Kurs gegenüber Teheran zu überdenken.
Ein Signal, das auch Deutschland betrifft
Fairford liegt rund 160 Kilometer westlich von London und dient den Amerikanern seit Jahrzehnten als Sprungbrett in den Nahen Osten. Teheran hatte zuvor angekündigt, Stützpunkte, von denen Angriffe auf sein Gebiet ausgehen, als legitime Ziele zu betrachten. Wenn die stärkste Armee der Welt ihre Bomber aus einem verbündeten Land abzieht, ist das mehr als eine Logistikfrage.
Für Deutschland mit seinen großen US-Standorten wie Ramstein stellt sich eine unbequeme Frage: Wie gut ist Europa gegen hybride Angriffe ausländischer Akteure gewappnet? Für Berlin, wo man sicherheitspolitisch gern über Debatten statt über Ergebnisse spricht, sollte Fairford ein Weckruf sein. Ob der Abzug den weiteren Verlauf der US-Angriffe auf den Iran beeinflusst, ist offen. Das Pentagon betont, die Bomberflotte könne weiterhin weltweit operieren, notfalls direkt von amerikanischem Boden aus.
Eines zeigt der Fall schon jetzt. Die geopolitischen Risiken rücken näher an Europa heran, und die Lage bleibt schwer kalkulierbar. Wer sein Vermögen gegen solche Unsicherheiten absichern will, setzt seit Generationen auch auf physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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