
Bomben vor der Wahl? Trump lässt neue Iran-Angriffe planen

Washington spielt mit dem Feuer: Das Weiße Haus hat das Pentagon nach einem Bericht des US-Magazins „The Atlantic“ beauftragt, Angriffsoptionen gegen iranische Ziele auszuarbeiten. Diese könnten noch vor den Midterm-Wahlen am 3. November eingesetzt werden. Gleichzeitig wurde am Mittwoch ein Tanker rund 51 Seemeilen nördlich von Katar von mehreren Geschossen getroffen. Der Golf brennt also wieder, und das mitten im Wahlkampf.
Ein Sieg um jeden Preis?
Unter Berufung auf zwei Regierungsvertreter heißt es in dem Bericht, die Pläne würden vom US-Zentralkommando CENTCOM entwickelt. Entschieden sei allerdings noch nichts, intern werde weiter gestritten. Der Präsident wolle die Spritpreise drücken und vor der Abstimmung Fortschritte vorweisen.
Pikant ist ein Eingeständnis, das selbst die Befürworter machen: Begrenzte Schläge brächten Teheran weder an den Verhandlungstisch, noch sicherten sie die Straße von Hormus oder senkten die Benzinpreise. Ihr Zweck sei vor allem, Stärke zu zeigen und womöglich eine Art Sieg auszurufen. Das ist Kriegsführung als Wahlkampfinstrument. Ein Konflikt, der schnell und entschlossen beendet werden sollte, zieht sich inzwischen seit rund sieben Monaten hin.
Dazu kommt ein offensichtlicher Widerspruch: Bei jeder großen Eskalation ist der Ölpreis bisher nach oben geschossen. Neue Bomben würden also genau das Gegenteil dessen bewirken, was Trump an der Zapfsäule erreichen will.
Irans neue Taktik: Mehr Reichweite, mehr Härte
Der Angriff vor Katar zeigt eine bedrohliche Wende. Lange hatte Iran keine Handelsschiffe mehr im Persischen Golf außerhalb der Meerenge attackiert. Militärbeobachter sehen darin eine Ausweitung des Einsatzgebiets. Sie berichten außerdem, die Revolutionsgarden würden Schiffe inzwischen mehrfach beschießen, statt nur den Antrieb lahmzulegen. Ziel sei offenbar, Kapitäne abzuschrecken, die die Meerenge illegal durchqueren und dafür angeblich bis zu 100.000 Dollar im Monat bekommen.
Analysten in sozialen Medien zählen allein in den vergangenen acht Tagen 13 getroffene Schiffe, viele davon seien in Brand geraten oder manövrierunfähig.
Krieg der Zahlen um Hormus
Um die wichtigste Öl-Engstelle der Welt tobt auch ein Streit um Deutungen. US-Finanzminister Scott Bessent behauptet, Irans Rohölexporte seien nahezu auf null gefallen. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim meldet dagegen, der Ölfluss durch die Meerenge sei binnen zwei Tagen um 60 Prozent auf etwa 3,8 Millionen Barrel täglich eingebrochen. Im Wochenschnitt seien es rund 9,3 Millionen Barrel gewesen. Ein Berater der Revolutionsgarden erklärte, Iran kontrolliere die Straße vollständig.
Verhandlungen in der Sackgasse
Laut dem saudischen Sender Al Hadath stecken die Gespräche fest. Washington mache Fortschritte vom Atomdossier abhängig und halte Hormus nicht mehr für vorrangig, weil Iran die Kontrolle darüber verloren habe. Teheran setzt dagegen auf eine eigene Lösung: Iranischen Staatsmedien zufolge haben Iran und Oman sichere Transitrouten vereinbart. Ob das international anerkannt wird, ist mehr als fraglich.
Präsident Massud Peseschkian ruft seine Landsleute unterdessen zum Durchhalten auf. Strom, Gas, Benzin und Wasser müssten eingespart werden, notfalls würden Kultur- und Sportstätten geschlossen, um die Industrie zu versorgen. Gleichzeitig betont er, Iran sei zu einem ausgewogenen und fairen Abkommen bereit. Die Landeswährung Rial ist abgestürzt, und die US-Seeblockade setzt der Wirtschaft schwer zu.
Was das fĂĽr Europa bedeutet
Trump selbst hat zuletzt angedeutet, dass sich bis nach der Wahl wenig bewegen dürfte, und Ende November eine massive Bombenkampagne ins Spiel gebracht. Für Deutschland heißt das: Die Energiepreise hängen weiter am seidenen Faden, während Berlin kaum Einfluss auf das Geschehen hat. Teure Energie trifft die ohnehin geschwächte Industrie und die Haushalte direkt.
In solchen Zeiten wird deutlich, warum viele Sparer auf Werte setzen, die nicht von politischen Launen abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich in geopolitischen Krisen immer wieder als stabiler Anker bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger sollte sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.

Als PDF in wenigen Sekunden per E-Mail.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











