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Bankenbeben in Frankfurt: EZB macht Weg für Commerzbank-Deal frei!

Bankenbeben in Frankfurt: EZB macht Weg für Commerzbank-Deal frei!
Symbolbild: KI-generiert

Die Commerzbank kommt in italienische Hände. Nach eigenen Angaben hat die Mailänder Großbank UniCredit am Mittwochabend grünes Licht von der Europäischen Zentralbank (EZB) bekommen und darf ihren Anteil an dem DAX-Konzern über die Schwelle von 30 Prozent hinaus aufstocken, und zwar ohne Obergrenze. Damit hat einer der traditionsreichsten Namen der deutschen Finanzwelt die wohl letzte große Hürde auf dem Weg zur Übernahme verloren.

Ein "Meilenstein" für Mailand

UniCredit selbst spricht von einem "wichtigen Meilenstein". Die Genehmigung erlaubt es den Italienern, die Commerzbank-Aktien aus ihrem Tauschangebot vom Sommer in eigene Anteile umzuwandeln. Die noch fehlenden Freigaben erwarte man bis zum Jahresende.

Danach dürfte es schnell gehen. Bis Ende des Jahres werde UniCredit nach eigener Darstellung voraussichtlich über rund 50 Prozent der Stimmrechte verfügen und könne die Kontrolle über die Bank übernehmen. Im Mai hatte die Großbank ein Angebot für sämtliche Commerzbank-Aktien vorgelegt. So kam sie an knapp die Hälfte der Anteile, zum Teil auch indirekt über komplexe Finanzgeschäfte.

Zwei Jahre Widerstand und am Ende ein Achselzucken

Die Commerzbank hat sich lange gewehrt, die Bundesregierung auch. Genützt hat es wenig. Mailand kaufte Stück für Stück weiter zu, während Berlin protestierte. Zuletzt hatten die beiden Häuser sogar Verhandlungen über einen Zusammenschluss aufgenommen. Wer die Mehrheit hält, bestimmt eben die Regeln.

Angefangen hat alles im September 2024 mit einem Eigentor der Politik. Damals hielt der Bund die Commerzbank für ausreichend stabil und wollte schrittweise aus seiner Beteiligung aussteigen, die noch aus der milliardenschweren Rettung mit Steuergeld in der Finanzkrise stammt. Beim ersten Anteilsverkauf stieg überraschend die UniCredit ein und eröffnete damit den Übernahmekampf. Kritiker sehen darin bis heute ein Lehrstück, wie man strategisches Tafelsilber ohne Plan verscherbelt.

Klingbeils rote Linien: Wie viel sind sie noch wert?

Mitte September traf Finanzminister und Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) UniCredit-Chef Andrea Orcel und versuchte, Grenzen zu ziehen. Nach dem Gespräch sagte er:

"Wir erwarten, dass die Commerzbank eine börsennotierte Aktiengesellschaft mit Sitz in Frankfurt bleibt und ihr starkes Mittelstandsgeschäft fortsetzt - sowohl in Deutschland als auch international."

Berichten zufolge will der Bund außerdem zwei Sitze im Aufsichtsrat behalten. Er hält noch rund zwölf bis 13 Prozent der Anteile. Bleibt die Frage: Welches Druckmittel hat ein Minderheitsaktionär gegenüber jemandem, der bald die Hälfte der Stimmen kontrolliert? Beobachter halten die Forderungen eher für eine Bitte als für eine Bedingung.

Angst vor dem Kahlschlag

Für die mehr als 40.000 Beschäftigten geht es um viel. UniCredit soll früheren Äußerungen zufolge bei einer Übernahme Einsparungen in Milliardenhöhe sehen, inklusive des Abbaus Tausender Stellen. Auch das Auslandsnetz der Commerzbank stehe zur Disposition. Den deutschen Mittelstand trifft das besonders. Die Commerzbank gehört zu seinen wichtigsten Finanzierern, gerade im Exportgeschäft.

Was der Fall über unser Geld verrät

Der Fall Commerzbank zeigt: Selbst ein "systemrelevantes" Institut mit Staatsbeteiligung kann innerhalb von zwei Jahren den Eigentümer wechseln. Wo künftig entschieden wird, entscheidet dann auch Mailand mit. Dazu gehört, wer welche Kredite bekommt, welche Filialen bleiben und welche Strategie gilt.

Viele Sparer fragen sich deshalb zu Recht, wie viel Kontrolle sie über ihr eigenes Vermögen noch haben. Physisches Gold und Silber hängen von keiner Bankbilanz, keiner Fusion und keiner Aufsichtsbehörde ab. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sind sie für viele Anleger deshalb eine sinnvolle Ergänzung zur Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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