
Terror-Schüsse bei Hebron: Netanjahu lässt das Westjordanland abriegeln!

Am Freitagmorgen eröffneten zwei bewaffnete Palästinenser an einem Kontrollpunkt nahe Hebron im besetzten Westjordanland das Feuer. Fünf Israelis wurden verletzt, zwei von ihnen schweben in Lebensgefahr. Regierungschef Benjamin Netanjahu reagierte noch am selben Tag: Das Militär solle sich auf eine „vollständige Abriegelung“ des gesamten Palästinensergebiets vorbereiten.
Zwanzig Minuten Kugelhagel
Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP wurde Zeuge des Angriffs. Nach seinen Schilderungen trugen die beiden Männer eine Pistole und ein automatisches Gewehr. An dem Kontrollpunkt entwickelte sich ein Schusswechsel mit israelischen Soldaten. Medienberichten zufolge zog er sich rund 20 Minuten hin.
Am Ende waren beide Angreifer tot. Nach Angaben der Armee waren sie 27 Jahre alt. Das Militär sprach davon, „zwei Terroristen eliminiert“ zu haben. Der Rettungsdienst Magen David Adom bestätigte fünf Verletzte, zwei davon in kritischem Zustand.
Netanjahu erklärte, Israel habe einen „schweren Terroranschlag“ verhindert. Er dankte den „heldenhaften Kämpfern“ und wünschte den Verwundeten rasche Genesung. Um Hebron solle ein Sperrgürtel entstehen. In Telegram-Gruppen hieß es, zahlreiche Kontrollpunkte seien bereits geschlossen. Berichten zufolge ist zudem ein Reiseverbot für das gesamte Westjordanland geplant.
Spur führt zur Hamas
Netanjahu und die israelischen Streitkräfte machen die Hamas für den Angriff verantwortlich. Die Armee startete Anti-Terror-Einsätze und durchsuchte Wohnungen von Verdächtigen. Allein in der vergangenen Woche habe man etwa 70 gesuchte Personen festgenommen, teilte das Militär mit. Einige davon sollen der Hamas und dem Palästinensischen Islamischen Dschihad angehören.
Dabei seien auch Dutzende Waffen beschlagnahmt worden, darunter Maschinenpistolen und vier Sprengsätze. Netanjahu kündigte an, Israel werde die Täter jederzeit und an jedem Ort verfolgen. Die Botschaft ist klar: Israel setzt auf Abschreckung, und zwar mit voller Härte.
Ein Pulverfass seit dem 7. Oktober
Der Anschlag kommt nicht aus heiterem Himmel. Seit dem Massaker der Hamas am 7. Oktober 2023 und dem darauf folgenden Gaza-Krieg wird die Lage im Westjordanland immer gefährlicher. Das palästinensische Gesundheitsministerium spricht von mehr als 1.100 getöteten Palästinensern. Sie seien bei israelischen Militäreinsätzen, bei Gefechten oder bei eigenen Anschlägen ums Leben gekommen.
Gleichzeitig nimmt auch die Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser deutlich zu. Israel hält das Gebiet seit dem Sechstagekrieg 1967 besetzt. Heute leben dort rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Deren Siedlungen gelten nach dem Völkerrecht als illegal.
Gerade Hebron ist dabei ein Symbol. In kaum einer anderen Stadt prallen beide Seiten so direkt aufeinander. Jeder Schuss dort kann einen Flächenbrand auslösen.
Wahlkampf im Ausnahmezustand
Brisant ist der Zeitpunkt. Am 27. Oktober wählt Israel ein neues Parlament, und der Konflikt mit den Palästinensern ist eines der zentralen Wahlkampfthemen. Rechte Politiker werben mit dem Versprechen, palästinensischer Gewalt mit harter Hand zu begegnen. Die Übergriffe radikaler Siedler kommen in ihren Reden dagegen kaum vor.
Die Umfragen deuten auf ein knappes Rennen hin. Weder Netanjahus Lager noch die Opposition kann sich einer Mehrheit sicher sein. Herausforderer Gadi Eisenkot hat Berichten zufolge eine Koalition mit dem Amtsinhaber bereits ausgeschlossen. Wird die Sicherheitslage am Ende über die Wahl entscheiden? Vieles spricht dafür.
Warum Europa genau hinsehen muss
Für Deutschland ist das mehr als eine Nachricht aus einem fernen Land. Jede neue Eskalation in Nahost wirkt sich auf Sicherheit, Energiepreise und Migrationsbewegungen in Europa aus. Die Bundesregierung reagiert bislang vor allem mit diplomatischen Appellen. Ob das reicht, wenn die Region erneut kurz vor der Explosion steht, ist mehr als fraglich.

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