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Kettner Edelmetalle
29.09.2026
18:06 Uhr
KI-generiert

Rundfunkbeitrag-Falle: 39,99 Euro für einen Klick – ab nach Dubai!

Wer seine Bankverbindung für den Rundfunkbeitrag ändern will, sollte besser zweimal hinsehen. Wie jetzt berichtet wird, ist eine Journalistin auf eine täuschend seriös wirkende Website hereingefallen. Für eine eigentlich kostenlose Formalität zahlte sie 39,99 Euro, und das Geld ging an eine Firma in Dubai.

Ein Klick, ein Formular – und schon schnappt die Falle zu

Der Anfang war völlig harmlos. Die Kontonummer für den Beitragseinzug musste geändert werden, also fragte die Betroffene Google und klickte auf den ersten Treffer. Ganz oben erschien laut dem Bericht die Adresse rundfunkbeitrag-service.de. Die Seite stellte sich als „Rundfunkbeitrag Online-Service“ vor und bot freundlich Formulare für Umzug und neue Bankverbindung an.

Sie füllte das Formular aus und schickte es ab. Damit schien die Sache erledigt.

Rechnung, Mahnung, Drohkulisse

Drei Wochen später fand sie im Spam-Ordner gleich eine ganze Reihe von Mails. Die erste bestätigte, das Formular sei an die Einzugszentrale weitergeleitet worden. Danach kam eine Rechnung über 39,99 Euro, dann eine Mahnung und am Ende die Drohung mit Mahngebühren und Zwangsvollstreckung.

Beobachter halten das Kalkül dahinter für perfide. Gerade pflichtbewusste Bürger, die ihre Rechnungen immer pünktlich bezahlen, überweisen in so einem Moment oft ohne nachzudenken. Genau das geschah auch hier. Die Zweifel kamen erst, als das Geld schon unterwegs war.

Das Kleingedruckte verrät alles

Ganz unten auf der Seite steht das Impressum mit einer Anschrift in Dubai. Die Firma ist nach Angaben der Betroffenen im Handelsregister der Dubai Free Zone Authority eingetragen. An einem Schlichtungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle wolle man nicht teilnehmen, heißt es dort. In einem rosa Kasten steht außerdem:

„Wir sind nicht der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, wir sind ein unabhängiger Online-Service.“

Verbraucherschützer empfehlen in solchen Fällen ein Einschreiben mit Rückzahlungsforderung. Das schickte die Betroffene auch ab. Eine Antwort bekam sie nach eigenen Angaben aber auch nach einem Monat nicht.

Kein Einzelfall, sondern ein Geschäftsmodell

Die Verbraucherzentralen kennen die Masche schon lange. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen warnte bereits im Juli 2025 ausdrücklich vor rundfunkbeitrag-service.de und rundfunkbeitragportal.de. Beide Seiten verlangten demnach 39,99 Euro für Leistungen, die sonst nichts kosten. Auch vor dein-rundfunkbeitrag.de, das laut Verbraucherschützern ebenfalls von einem Unternehmen aus Dubai betrieben wird, gibt es Warnungen.

Gegen die fast identische Seite service-rundfunkbeitrag.de hat der Verbraucherzentrale Bundesverband Medienberichten zufolge eine Sammelklage eingereicht. Rund 90.000 Menschen sollen allein auf dieses Angebot hereingefallen sein. Nach Einschätzung der Verbraucherschützer setzen solche Seiten darauf, dass die Nutzer die versteckten Kosten übersehen.

Doppelt zur Kasse gebeten

Die Ironie ist bitter. Jeder Haushalt muss ohnehin 18,36 Euro im Monat für ARD, ZDF und Deutschlandradio zahlen, egal ob er das Programm nutzt oder nicht. Jetzt verdienen auch noch Trittbrettfahrer an dieser Pflichtabgabe. Der Beitragsservice nimmt jedes Jahr Milliarden ein. Da darf man fragen, warum seine offizielle Seite bei Google nicht zuverlässig vor den Nachahmern steht.

So schützen Sie sich

  • Änderungen nur über die offizielle Seite rundfunkbeitrag.de erledigen. Dort ist alles kostenlos.
  • Vor jeder Eingabe die Adresszeile und das Impressum prüfen.
  • Forderungen von Drittanbietern nicht einfach bezahlen. Die Verbraucherzentralen bieten Musterbriefe zum Widerspruch an.
  • Bei Treffern ganz oben in der Suche und bei gesponserten Anzeigen besonders misstrauisch sein.

Das Fazit: Wer seine Daten vorschnell eingibt, zahlt schnell drauf. Ein paar Sekunden Prüfung können Ärger, Mahnungen und verlorenes Geld ersparen.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Wenden Sie sich bei konkreten Rechtsfragen an eine Verbraucherzentrale oder einen Anwalt.

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