
Quanten-Wettrüsten: Pentagon pumpt 350 Millionen Dollar in Superrechner

Washington macht im Technologie-Duell mit Peking ernst. Das US-Verteidigungsministerium hat am Donnerstag ein Quanten-Paket über rund 350 Millionen US-Dollar angekündigt. Damit wollen die USA ihren Vorsprung bei einer Rechentechnik sichern, die das Jahrhundert prägen könnte. Und das Geld fließt ausdrücklich in militärische Zwecke.
Was hinter dem Quanten-Paket steckt
Federführend ist das Büro des Staatssekretärs für Forschung und Technik. Es gilt als oberste Technologie-Instanz des Pentagons, das unter Trump inzwischen offiziell wieder „Kriegsministerium“ heißt. Amtsinhaber Emil Michael nannte die Dominanz in der Quanteninformationswissenschaft eine „kritische Priorität“, und zwar für den Präsidenten wie für sein Haus.
„Die amerikanische Führungsrolle auf diesem Gebiet zu bewahren, ist entscheidend, um unseren technologischen Vorsprung zu sichern.“ (Emil Michael, sinngemäß übersetzt)
Die Begründung in der offiziellen Mitteilung ist bemerkenswert offen. Quantenanwendungen in Chemie, Materialforschung und Physik sollen Waffen und Plattformen der nächsten Generation ermöglichen. Diese sollen laut dem Papier tödlicher, günstiger und leichter herzustellen sein.
DARPA trennt Hype von Realität
Den größten Anteil, rund 200 Millionen Dollar, erhält die Quantum Benchmarking Initiative der Militärforschungsagentur DARPA. Vier Unternehmen sind dort in die letzte Phase C aufgerückt: Atom Computing, Diraq, IBM und IonQ. Microsoft und PsiQuantum hatten diese Stufe bereits zuvor erreicht. Bisher hatte die DARPA mehr als 650 Millionen Dollar in Quanten-Anbieter gesteckt.
Das Ziel ist nüchtern. Bis 2033 soll sich zeigen, ob ein Ansatz überhaupt einen Rechner liefert, der mehr nützt, als er kostet. Noch vor Januar 2027 will die DARPA zusammen mit dem Energieministerium außerdem Workshops starten. Dort sollen Anwender und Algorithmen-Experten nach militärisch und wirtschaftlich wertvollen Einsatzfeldern suchen.
Trumps Dekret als Startschuss
Politisch abgesichert ist das Programm durch die Executive Order 14413 vom 22. Juni 2026. Darin verlangt Trump einen Kraftakt der gesamten Regierung: schnellerer Einsatz, Vermarktung und Fertigung im eigenen Land. Die Grundlage hatte er schon 2018 mit dem National Quantum Initiative Act gelegt. Ein zweites Dekret vom selben Tag schreibt vor, dass Bundesbehörden ihre sensibelsten Systeme bis Ende 2030 auf quantensichere Verschlüsselung umstellen müssen.
Und der Gegner? Er sitzt in Peking. Medienberichten zufolge hat China erst kürzlich einen Innovationsplan vorgestellt, der künstliche Intelligenz und Zukunftstechnologien in den Mittelpunkt stellt. Zwei Supermächte rüsten also auf, mit Qubits statt Raketen.
Und Europa? Schaut zu
Für Deutschland sollte das ein Weckruf sein. In Washington gibt es Dekrete mit festen Fristen und Hunderte Millionen Dollar für klar benannte Ziele. Hierzulande dagegen wirkt Technologiepolitik oft wie ein Dauerlauf durch Förderanträge, Zuständigkeiten und Brüsseler Regelwerke. Die Frage ist, ob sich ein Industrieland so einen Rückstand bei der nächsten Schlüsseltechnologie leisten kann.
Q-Day: Wenn Passwörter nichts mehr wert sind
Die Sache betrifft auch jeden Sparer. Leistungsfähige Quantenrechner könnten gängige Verschlüsselungen wie RSA knacken. Experten nennen diesen Zeitpunkt „Q-Day“. Der Netzdienstleister Cloudflare hat sein Ziel für vollständige Quantensicherheit nach neuen Forschungsdurchbrüchen bereits auf 2029 vorgezogen. In Gefahr wären Online-Banking, digitale Depots und Kryptowährungen.
Physisches Gold und Silber haben dagegen kein Passwort, das ein Rechner knacken könnte. In einer Welt, in der digitale Sicherheit zur Machtfrage zwischen Großmächten wird, kann ein Teil des Vermögens in greifbaren Edelmetallen eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung, Finanzinstrumente oder Edelmetalle zu kaufen oder zu verkaufen. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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