
Porsche dreht an der Preisschraube: Top-Elfer 20 Prozent teurer!

Porsche will die Preise seiner Spitzenmodelle um rund 20 Prozent anheben. Das kündigte der neue Vorstandschef Michael Leiters am Mittwoch beim Kapitalmarkttag im Entwicklungszentrum Weissach an. Bis Ende des Jahrzehnts soll ein Top-Porsche im Schnitt mehr als 330.000 Euro kosten. Heute liegt der Durchschnitt bei etwa 270.000 Euro.
Klasse statt Masse: das neue Motto aus Zuffenhausen
Die Strategie trägt den Namen „Sportwagenschmiede '35“. Dahinter steckt ein altes Prinzip, das Porsche jetzt konsequenter durchziehen will: Value over Volume, also mehr Umsatz pro Auto statt immer höherer Stückzahlen. Gleichzeitig will der Konzern unabhängiger von China werden. Dort waren die Verkäufe 2025 Medienberichten zufolge um mehr als ein Viertel eingebrochen.
Große Hoffnungen machte Leiters den Investoren nicht. Die Wende brauche Zeit, erklärte er. Das Umfeld werde sich in den nächsten Jahren voraussichtlich kaum spürbar verbessern. Oberste Priorität sei es, die Sportwagenmarke in allen Baureihen zu stärken, und zwar mit begehrten neuen Modellen in Segmenten mit besonders hohen Margen.
Comeback in der Supersportwagen-Liga
Das Prestigeprojekt ist eine neue Mittelmotor-Plattform, die oberhalb des legendären 911 angesiedelt sein soll. Damit würde Porsche zum ersten Mal seit dem limitierten 918 Spyder aus dem Jahr 2013 wieder einen echten Supersportwagen bauen. Einen ersten Ausblick will der Hersteller am 15. Oktober geben.
Gleichzeitig will Porsche das Angebot verkleinern. Laut Unternehmensangaben soll es rund 20 Prozent weniger Modellvarianten geben. Das Individualisierungsprogramm „Sonderwunsch“ soll seinen Umsatz dagegen versechsfachen. Die Formel dahinter ist einfach: weniger Autos, dafür exklusiver und teurer.
Die teure Rechnung für das Elektro-Abenteuer
Der Kurswechsel kommt nicht freiwillig. Beim Elektro-Einstieg hat sich Porsche nach Ansicht von Beobachtern schwer verkalkuliert. Gebrauchte Taycan verlieren drastisch an Wert. Bei Ferrari zeigt sich laut einer Analyse von Goldman Sachs ein ähnliches Muster: Sammler greifen zu V8- und V12-Verbrennern, während Hybride auf dem Zweitmarkt unter Druck stehen.
Die Zahlen sind deutlich. 2025 sank die operative Rendite auf magere 1,1 Prozent. Restrukturierungskosten, Zölle und schwache Nachfrage drückten auf das Ergebnis. Der Nachsteuergewinn fiel Berichten zufolge um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2026 erholte sich die Marge auf 7,8 Prozent. Kritiker sehen darin auch die Folgen einer Elektro-Wende, die vor allem aus Brüssel politisch erzwungen statt vom Markt getragen worden sei. Nun setzt Porsche in Nordamerika wieder stärker auf Verbrenner und Hybride, in Europa auf eine flexible Antriebsstrategie.
Rotstift statt Rennstrecke
Auch intern wird hart gespart. Die Zahl der Führungspositionen soll mittelfristig um 40 Prozent sinken. Die Belegschaft in direkten und indirekten Bereichen soll um 25 Prozent schrumpfen, langfristig sogar um 30 Prozent. Mit den Arbeitnehmervertretern wurde bereits der Abbau von 9.000 Stellen vereinbart. Mittelfristig peilt Porsche eine operative Marge von 10 bis 15 Prozent an, langfristig 15 Prozent.
Die Börse blieb am Mittwoch unbeeindruckt, die Aktie bewegte sich kaum. Seit dem Hoch von 120 Euro Anfang 2023 hat sie rund 64 Prozent verloren. Der Mutterkonzern Volkswagen plant einen massiven Abbau von 100.000 Stellen, vor allem in Deutschland. Auch Mercedes-Benz und BMW suchen nach Sanierungsrezepten. Für den Industriestandort Deutschland ist das ein Alarmsignal ersten Ranges.
Knappheit schafft Werte
Für heutige Besitzer könnte die Preisoffensive gute Nachrichten bedeuten. Wenn neue Spitzen-Elfer teurer werden, könnten gebrauchte Modelle attraktiver werden und im Wert stabiler bleiben. Hier zeigt sich ein bekanntes Muster: Was knapp und gefragt ist und echte Substanz hat, behält seinen Wert. Das gilt für Sammlerautos mit Verbrennungsmotor genauso wie für Gold und Silber, die sich seit Jahrtausenden als Mittel zur Vermögenssicherung bewährt haben. Physische Edelmetalle können deshalb eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung für Wertpapiere, Fahrzeuge oder andere Anlageprodukte dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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