Kostenlose Beratung07930-2699
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
12.10.2026
06:17 Uhr
KI-generiert

Ökostrom-Aus zum 31. Oktober: 200.000 Kunden droht die Kostenfalle!

Ökostrom-Aus zum 31. Oktober: 200.000 Kunden droht die Kostenfalle!
Symbolbild: KI-generiert

Der Ökostromanbieter grüüün aus dem oberfränkischen Rugendorf stellt die bundesweite Belieferung von Privatkunden zum 31. Oktober 2026 ein. Rund 200.000 Haushalte müssen sich nun innerhalb weniger Wochen einen neuen Versorger suchen. Die Schuld sieht das Unternehmen bei der Energiepolitik der Bundesregierung.

Zehn Jahre Festpreis – nach zwei Jahren ist Schluss

Der Aufstieg verlief rasant. Erst vor rund zwei Jahren war die Marke der Münch Energie GmbH & Co. KG an den Markt gegangen. Ende Juni 2026 meldete das Unternehmen selbst rund 200.000 Kunden.

Gelockt hatte grüüün mit einem Versprechen, das in der Branche aufhorchen ließ: Medienberichten zufolge konnten Kunden einen Vertrag mit einer Preisgarantie von bis zu zehn Jahren abschließen. Nur Netzentgelte, Steuern und Abgaben sollten sich ändern können. Der Strom stamme vollständig aus erneuerbaren Quellen, ein Großteil davon aus eigenen Anlagen. Zehn Jahre Planungssicherheit – in Deutschland? Inzwischen wissen die Kunden, was davon übrig bleibt.

Berlin dreht an den Regeln – und der Anbieter wirft hin

In seiner Mitteilung an die Kunden spart grüüün nicht mit Kritik an der Politik. Wörtlich heißt es dort:

„Ihr habt es sicher mitbekommen, die Politik dreht an der Energiewende, aber in die falsche Richtung."

Konkret verweist der Versorger auf das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz 2027 und das sogenannte Netzpaket. Beide Vorhaben stammen aus dem Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) und werden derzeit im Bundestag beraten. Berichten zufolge soll unter anderem die Förderung kleiner Solaranlagen enden. Zudem soll der Ausbau neuer Wind- und Solarparks regional stärker gesteuert werden.

Nach Darstellung des Unternehmens könnten eingeplante Grünstrommengen dadurch „zukünftig niemals erzeugt werden". Man habe über Monate Gespräche mit Regierungsvertretern geführt – offenbar vergeblich. Da Bestandsanlagen Bestandsschutz genießen sollen, liegt die Vermutung nahe, dass grüüün seine Preisversprechen nur mit massivem Zubau neuer Anlagen halten wollte.

Ein Lehrstück über Planungsunsicherheit

Hier zeigt sich ein Grundproblem der deutschen Energiepolitik. Ob Rot-Grün-Gelb oder Schwarz-Rot: Die Spielregeln ändern sich ständig. Ein Geschäftsmodell, das auf staatlich gesetzten Rahmenbedingungen aufbaut, steht deshalb auf wackligem Fundament. Die Rechnung zahlen am Ende die Verbraucher. Mit grüüün hat es auch nicht den ersten Anbieter erwischt – zuletzt hatte bereits stromee sein Privatkundengeschäft eingestellt.

Was Betroffene jetzt tun sollten

Das Licht geht am 1. November nicht aus. Wer nicht handelt, landet aber automatisch in der Grund- oder Ersatzversorgung des örtlichen Versorgers – und die ist oft spürbar teurer als reguläre Tarife. Experten raten daher zu zügigem Handeln:

  • Unterlagen sichern: Vertrag, Preisgarantie, AGB, Kündigungsmail und letzte Rechnung aufbewahren.
  • Neuen Anbieter wählen: grüüün empfiehlt die Naturwerke, Kunden sind aber frei in ihrer Wahl. Ein Vergleich lohnt sich.
  • Zählerstand fotografieren: am Tag des Wechsels dokumentieren und melden.
  • Schlussrechnung prüfen: Sie muss spätestens sechs Wochen nach Lieferende vorliegen. Guthaben will grüüün auszahlen.

Ist die Preisgarantie wertlos?

Nicht zwingend. Juristen und Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass politische Unsicherheit nicht automatisch zur vorzeitigen Kündigung langfristiger Verträge berechtige. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale könne eine unwirksame Kündigung unter Umständen Schadensersatzansprüche auslösen – etwa wenn der Ersatzvertrag teurer ist. Eine Insolvenz liegt nach bisherigen Angaben übrigens nicht vor. Wer sich übervorteilt fühlt, sollte schriftlich widersprechen und sich Ansprüche vorbehalten.

Das Fazit ist bitter: Ein Jahrzehnt Preissicherheit war das Versprechen. Geblieben sind ein paar Wochen Frist und die Erkenntnis, dass in der deutschen Energiepolitik kaum etwas so beständig ist wie der Wandel.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Rechts- oder Steuerberatung dar. Er gibt die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Für die Prüfung individueller Ansprüche wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder eine Verbraucherzentrale.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“