
Nato-Traum auf Eis: Rubio stellt in Reykjavik Frieden vor Bündnis

US-Außenminister Marco Rubio hat die Hoffnungen Kiews auf einen baldigen Nato-Beitritt vorerst gedämpft. Bei einer Pressekonferenz mit seiner isländischen Amtskollegin Thorgerdur Katrin Gunnarsdottir sagte er am Dienstag in Reykjavik, eine Aufnahme der Ukraine stehe derzeit nicht zur Debatte. Washington wolle zuerst den Krieg beenden.
Ein Satz, der in Kiew wenig Freude auslösen dürfte. In Berlin übrigens auch nicht.
Kein Ja, kein Nein – aber eine klare Richtung
Auf die Frage, wie die USA zu einem Beitritt Kiews stehen, antwortete Rubio ausweichend. Darauf gebe es „keine Ja-oder-Nein-Antwort“. Eine Mitgliedschaft stehe aber „zum jetzigen Zeitpunkt nicht zur Debatte“. Außerdem erinnerte er daran, dass alle 32 Mitgliedstaaten einer Aufnahme zustimmen müssten. Das ist diplomatisch verpackt, in der Sache aber deutlich.
„Im Moment konzentrieren wir uns bei der Ukraine schlicht darauf, diesen Konflikt zu beenden.“
Die Vereinigten Staaten seien bereit, dabei eine „konstruktive Rolle“ zu spielen, sagte der Minister. Optimistisch klang er trotzdem nicht. Laut Berichten über die Pressekonferenz sagte Rubio, man beobachte die Entwicklung genau. Im Moment deute sie aber nicht auf ein schnelles Ende hin.
Symbolträchtige Bühne im hohen Norden
Der Ort war gut gewählt. Vor dem Termin hatte Rubio laut seiner Gastgeberin das Haus besucht, in dem sich Ronald Reagan und Michail Gorbatschow 1986 zum legendären Gipfel getroffen hatten. Damals verhandelten die Supermächte über Abrüstung. Heute geht es um die Frage, ob Europa jemals wieder eine stabile Friedensordnung bekommt.
Ansonsten drehte sich der Besuch vor allem um die Sicherheit in der Arktis. Rubio warnte Medienberichten zufolge vor Bedrohungen für Unterseekabel und Schifffahrtswege. Von Island aus will er nach Griechenland und Portugal weiterreisen.
Trumps Linie: „Die Nato können Sie vergessen“
Rubios Aussage ist keine Überraschung, sondern folgt dem bekannten Kurs. Präsident Donald Trump hat eine Nato-Mitgliedschaft der Ukraine als Teil einer Friedenslösung mehrfach ausgeschlossen. Vor seinem Treffen mit Wolodymyr Selenskyj im Weißen Haus im Februar 2025 sagte er dazu knapp: „Die Nato können Sie vergessen.“
Ein Blick zurück zeigt, wie lange diese Frage schon offen ist. Beim Gipfel in Bukarest 2008 stellte die Nato der Ukraine und Georgien eine Mitgliedschaft in Aussicht. Einen konkreten Fahrplan gab es nie, auch weil Deutschland und Frankreich damals bremsten. Im September 2022 beantragte Selenskyj offiziell eine beschleunigte Aufnahme. Ein Zeitplan folgte auch darauf nicht, und mehrere Mitglieder hatten Vorbehalte.
Moskaus rote Linie
Für Russland ist der mögliche Beitritt seit Jahren einer der wichtigsten Streitpunkte. Der Kreml sieht in der Osterweiterung des Bündnisses eine Bedrohung. Wer wirklich Frieden will, kommt an dieser Frage nicht vorbei, so unbequem das auch ist.
Diplomatie mit Hochdruck – und Europa schaut zu?
Washington hat seine Vermittlung zuletzt verstärkt. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner führten im vergangenen Monat Gespräche in Moskau und Kiew. Nach Angaben Selenskyjs haben die amerikanischen Unterhändler vorgeschlagen, bis Ende Oktober ein Dreiertreffen mit der Ukraine und Russland auf technischer Ebene abzuhalten. Das gab er bei einem Auftritt mit Bundeskanzler Friedrich Merz in Kiew bekannt.
Damit ist das Kräfteverhältnis klar: Die Weichen stellen Washington und Moskau. Deutschland gehört zu den größten Unterstützern Kiews in Europa, sitzt am Verhandlungstisch aber höchstens in der zweiten Reihe. Für den deutschen Steuerzahler ist das ein unangenehmer Gedanke. Er trägt einen großen Teil der Kosten, hat aber kaum Einfluss auf das Ergebnis.
Wie es mit dem Krieg weitergeht, ist offen. Viele Bürger setzen in solchen Zeiten auf Werte, die nicht von politischen Entscheidungen abhängen. Physisches Gold und Silber haben sich über Generationen als Krisenschutz bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie für Stabilität sorgen.
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