
Mistgabel-Alarm in Brüssel: Meloni liest den EU-Chefs die Leviten!

Diplomatische Floskeln gab es keine. Beim EU-Gipfel in Brüssel hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni die versammelten Staats- und Regierungschefs vor einem Aufstand der Bürger gewarnt. Bleiben die Energiepreise so hoch, würden die Menschen ihre Regierungen bald „mit Mistgabeln“ verfolgen, und zwar in ganz Europa.
„Ist euch eigentlich klar, in welcher Lage wir uns befinden?“
Medienberichten zufolge fiel die Szene am Donnerstag, dem Auftakt des zweitägigen Gipfels. Meloni habe ihre Kollegen ohne Umschweife gefragt, ob sie den Ernst der Lage überhaupt begriffen hätten. Dann kam der Satz, der seither durch Europas Redaktionen geht:
„Ist euch klar, dass sie uns früher oder später alle, und ich sage alle, mit Mistgabeln verfolgen werden, wenn die Preise so bleiben, wie sie sind“
Betroffen seien nicht nur die Italiener, „sondern auch eure Bürger“, schob die Römerin nach. Diese Spitze darf man in Berlin ruhig persönlich nehmen.
Sieben Staaten gegen das CO2-Preis-Karussell
Auslöser des Ausbruchs war ein Streit über das europäische Emissionshandelssystem ETS2. Italien, Griechenland, Zypern, Ungarn, Polen, Tschechien und die Slowakei hatten einen Änderungsantrag eingebracht. Ihr Ziel: Die Schwankungen des CO2-Preises und deren Folgen für die Strompreise sollen kleiner werden.
Zur Einordnung: Mit dem ETS2 sollen künftig auch Brennstoffe fürs Heizen und Sprit im Straßenverkehr unter den Zertifikatehandel fallen. Für Verbraucher bedeutet das: Jeder Liter Diesel und jede Kilowattstunde Wärme wird teurer, weil Brüssel es so vorschreibt.
Nach stundenlangem Ringen einigten sich die Teilnehmer immerhin darauf, das System zu überprüfen. Ein Sieg? Eher ein Etappenerfolg. Überprüfungen dauern in Brüssel bekanntlich gern länger.
Öl über 100 Dollar, Gas so teuer wie seit 2022 nicht
Melonis Wutrede fällt in eine explosive Lage. Die Kriege im Nahen Osten und in der Ukraine setzen den Markt für Mineralölprodukte massiv unter Druck, dazu kommt eine anhaltende Dieselknappheit. Berichten zufolge liegt der Ölpreis trotz einer koordinierten Reservefreigabe der G7 weiter über 100 Dollar je Barrel. Gas kostet so viel wie seit dem Winter 2022 nicht mehr, und die Speicher sind unterdurchschnittlich gefüllt.
Rom hat bereits gehandelt. Italien setzte im September die Kfz-Steuer für ein Jahr größtenteils aus. Außerdem drängen Meloni und Griechenlands Premier Kyriakos Mitsotakis laut Medienberichten darauf, die EU-Schuldenregeln für befristete Entlastungen zu lockern.
Und Deutschland? Zahlt kräftig drauf
Auch hierzulande frisst die Energierechnung die Haushaltskassen auf. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts waren Kraftstoffe im September 37,1 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Energie insgesamt verteuerte sich um 14,9 Prozent.
Auffällig: Deutschland ist nicht unter den sieben Antragstellern. Dabei erhebt es seit 2021 ohnehin einen nationalen CO2-Preis auf Sprit und Heizstoffe. Die Regierung Merz setzt stattdessen auf ein 500-Milliarden-Sondervermögen und die Klimaneutralität bis 2045 im Grundgesetz. Kritiker meinen, diese Lasten müssten am Ende Steuerzahler und kommende Generationen tragen.
Wenn die Politik zögert, hilft nur Eigenvorsorge
Melonis Bild mit den Mistgabeln mag drastisch klingen. Es trifft aber einen Nerv. Wenn Tanken und Heizen zum Luxus werden, verliert die Politik schnell das Vertrauen der Bürger. Frankreichs Gelbwesten-Proteste, 2018 ausgelöst durch eine geplante höhere Spritsteuer, haben gezeigt, wie schnell aus Unmut Aufruhr wird.
Für Sparer ist das doppelt bitter, denn teure Energie treibt die Inflation und frisst das Ersparte auf. Wer vorsorgen will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Entscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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