
Mercedes-Poker um deutsche Werke: Betriebsrat zieht die rote Linie!

Beim Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz knistert es gewaltig. Konzernchef Ola Källenius will bei den deutschen Arbeitskosten 800 Millionen Euro einsparen und droht notfalls damit, zwei Werke zu schließen. Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali hält nun dagegen: Er ist zu Gesprächen bereit, zeigt aber auch, dass er kämpfen will.
Der Forderungskatalog des Vorstands
Was auf dem Tisch liegt, hat es in sich. Berichten zufolge verlangt Källenius bis zu fünf Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche. Sonderzahlungen sollen wegfallen, das Urlaubsgeld soll schrumpfen. Und wenn das nicht reicht? Dann stehen zwei Standorte zur Disposition.
Die Zahlen dahinter sind dramatisch. Laut Unternehmensangaben hat sich der Konzerngewinn 2025 von 10,4 auf 5,3 Milliarden Euro fast halbiert. Es war der dritte Rückgang in Folge. In China, dem wichtigsten Einzelmarkt, brach der Pkw-Absatz um 19 Prozent ein. Dazu kamen US-Zölle und ungünstige Wechselkurse.
„Nicht die Ursache dieser Probleme“
Lümali redet die Lage in einem aktuellen Interview nicht schön. Bei der Frage nach der Schuld wird er aber deutlich:
„Die Beschäftigten sind nicht die Ursache dieser Probleme.“
Wer einen Premiumhersteller vor allem mit längeren Arbeitszeiten in teils nicht ausgelasteten Fabriken retten wolle, mache es sich zu einfach, meint der Betriebsratschef. Nötig seien Innovationen, konkurrenzfähige Produkte und schnellere Entscheidungen. Für jeden Beitrag der Belegschaft fordert er Zusagen zu Investitionen, Produkten und Standorten.
Ein Luxusproblem am Fließband?
Bei den Zahlen, um die es geht, dürfte so mancher Mittelständler staunen. Laut dem Bericht bekamen Mercedes-Beschäftigte 2025 unter anderem Einmalzahlungen von 600 und 650 Euro, eine Ergebnisbeteiligung von 3139 Euro, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, bis zu acht zusätzliche Urlaubstage und eine Extrazahlung in Höhe von 18,4 Prozent des persönlichen Entgelts.
Haben die Beschäftigten also über ihre Verhältnisse gelebt? Lümali weist das zurück. Die Leistungen beruhten auf Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen. Die Rekordgewinne früherer Jahre hätten die Beschäftigten selbst erarbeitet. Das Argument ist nachvollziehbar. Nur zahlt der Weltmarkt keine Prämie für frühere Erfolge.
Die Rechnung geht auch nach Berlin und Brüssel
Bemerkenswert ist, dass der Arbeitnehmervertreter nicht nur die Konzernspitze kritisiert. Er fordert wettbewerbsfähige Energiepreise, schnellere Genehmigungen, Investitionen in die Infrastruktur und eine aktive Industriepolitik. Über die Zukunft der Werke werde nicht nur am Band entschieden, sondern auch „in den Vorstandsetagen, in Berlin und in Brüssel“.
Damit trifft er einen wunden Punkt. Seit Jahren klagt die Industrie über hohe Strompreise, ausufernde Bürokratie und strenge CO2-Vorgaben aus Brüssel. Die schwarz-rote Koalition unter Friedrich Merz hat einen industriepolitischen Aufbruch versprochen. In den Werkshallen fragen sich viele, wann davon etwas ankommt.
Källenius unter Druck
Auch zum Vorstandschef äußert sich Lümali deutlich. Der Kapitalmarkt habe Erwartungen, die sich in der Krise nicht immer erfüllen ließen. Doch der Druck rechtfertige nicht alles. Dass die Mitbestimmung übergangen werde, akzeptiere man nicht. Sein Urteil:
„Drohgebärden zerstören Vertrauen und Zusammenhalt.“
Offiziell spreche man ohnehin erst miteinander und verhandle noch nicht, betont Lümali. Das klingt nach Kompromissbereitschaft, aber auch nach einem langen und zähen Ringen.
Mehr als ein Tarifkonflikt
Wenn selbst die Marke mit dem Stern über Werksschließungen nachdenkt, geht es um mehr als Urlaubsgeld. Auf dem Spiel stehen Wohlstand, Zulieferer und ganze Regionen. Wer in solchen Zeiten sein Erspartes schützen will, setzt verstärkt auf krisenfeste Werte. Physisches Gold und Silber können als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen für Stabilität sorgen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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