
Kurssturz in Hongkong: Chinas Nvidia-Jäger Biren braucht wieder Geld

Die Aktie des chinesischen KI-Chipentwicklers Shanghai Biren Technology ist am Donnerstag an der Hongkonger Börse um fast 12 Prozent eingebrochen. Auslöser war die Ankündigung, über eine Kapitalerhöhung rund 4 Milliarden Hongkong-Dollar (etwa 510 Millionen US-Dollar) einzusammeln. Es ist bereits die zweite Platzierung seit dem Börsengang im Januar.
Neue Aktien mit zehn Prozent Rabatt
Laut einer Pflichtmitteilung an die Börse, die am späten Mittwochabend veröffentlicht wurde, sollen 130 Millionen neue Aktien zu je 31,08 Hongkong-Dollar ausgegeben werden. Die beauftragten Platzierungsagenten arbeiten auf „Best Effort“-Basis. Eine feste Abnahmegarantie gibt es also nicht.
Der Ausgabepreis liegt etwa 10 Prozent unter dem Schlusskurs vom Vortag, der bei 34,44 Hongkong-Dollar lag. Die neuen Papiere entsprechen rund 5 Prozent des bisherigen Aktienkapitals. Für die Altaktionäre bedeutet das eine Verwässerung ihrer Anteile, und das zum Discountpreis. Der Markt reagierte prompt: Im Tagesverlauf rutschte das Papier bis auf 30,24 Hongkong-Dollar ab und ging schließlich mit einem Minus von 11,9 Prozent bei 30,36 Hongkong-Dollar aus dem Handel.
Vom Börsenliebling zum Dauerkunden der Anleger
Dabei war der Start furios. Beim Börsendebüt am 2. Januar 2026 hatte Biren Medienberichten zufolge 5,58 Milliarden Hongkong-Dollar eingesammelt, die Aktien wurden zu 19,60 Hongkong-Dollar ausgegeben. Der Privatanleger-Teil war rund 2.348-fach überzeichnet. Am ersten Handelstag legte das Papier um 76 Prozent zu.
Im Juli folgte die erste Platzierung. Berichten zufolge flossen dabei rund 7,07 Milliarden Hongkong-Dollar zu einem Preis von 46,20 Hongkong-Dollar je Aktie. Wer damals eingestiegen ist, sitzt heute auf einem empfindlichen Verlust. Im September hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg sogar über Pläne für eine Platzierung von rund einer Milliarde US-Dollar berichtet. Jetzt ist es gut die Hälfte geworden. Drei Kapitalrunden in knapp zehn Monaten: Das zeigt, wie hungrig die KI-Branche nach frischem Geld ist.
WofĂĽr das Geld flieĂźen soll
Nach Unternehmensangaben sollen rund 70 Prozent der Mittel in die Lieferkette, die Produktionsvorbereitung und die Markteinführung des Chips der nächsten Generation BR20X fließen. Etwa 20 Prozent sind für Forschung und das Software-Ökosystem vorgesehen, der Rest dient als Betriebskapital. Der BR20X befinde sich nach dem sogenannten Tape-out bereits in der Validierungsphase.
Im Schatten von Washingtons Sanktionen
Biren zählt zu Chinas „vier kleinen Drachen“. Gemeint sind die GPU-Entwickler Moore Threads, MetaX, Enflame und Biren, die Nvidia im Heimatmarkt Konkurrenz machen wollen. Seit Oktober 2023 steht das Unternehmen auf der Entity List der US-Regierung. Damit ist der Zugang zu westlicher Spitzentechnologie weitgehend versperrt. Der Wettbewerb unter den chinesischen Herausforderern wird zudem immer härter.
Auch das Umfeld war am Donnerstag schwierig. Der Hang-Seng-Index fiel um 1,4 Prozent auf 23.785 Punkte und erreichte damit ein Dreimonatstief. Der Technologie-Index gab sogar rund 2,9 Prozent nach. Auch andere KI-Werte wie MiniMax erlitten heftige Verluste.
Fazit: Der KI-Rausch hat seinen Preis
Der Fall Biren steht für ein Muster, das Anleger kennen sollten. Zuerst kommt der Börsenhype, dann muss immer wieder frisches Kapital her, und jedes Mal werden die bestehenden Anteile verwässert. Ob die Milliarden am Ende Gewinne bringen, steht noch in den Sternen. Physisches Gold und Silber kennen dagegen keine Kapitalerhöhung. Niemand kann sie beliebig nachdrucken oder verwässern. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können Edelmetalle deshalb ein stabilisierender Baustein sein, gerade wenn die Technologieblasen wackeln.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂźlich der Information und stellt keine Anlageberatung oder Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten dar. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist fĂĽr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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