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06.10.2026
04:15 Uhr
KI-generiert

KI-Sparhammer bei der Telekom: Wer muss für die Milliarden gehen?

KI-Sparhammer bei der Telekom: Wer muss für die Milliarden gehen?
Symbolbild: KI-generiert

Die Deutsche Telekom setzt voll auf Künstliche Intelligenz und will damit vor allem sparen. Beim KI-Analystentag in Bonn am Montag kündigte Konzernchef Tim Höttges an, bis 2030 jährlich 2,5 Milliarden Euro an Kosten einzusparen. Für die Belegschaft klingt das wenig verheißungsvoll: Die Präsentation deutet nach Medienberichten klar auf weniger Personal hin.

Zum Auftakt zeigte der Telekom-Chef ein KI-generiertes Video, in dem ein digitaler Höttges täuschend echt von den Chancen der Technik schwärmt. Locker, verspielt, magentafarben. Die eigentliche Botschaft war allerdings ernst.

Gespart wird mehr als geplant

Beim Investorentag vor drei Jahren hatte Höttges KI-Einsparungen von 800 Millionen Euro bis 2027 in Aussicht gestellt. Dieses Ziel sei schon jetzt um 300 Millionen Euro übertroffen, sagte er laut Berichten. In Europa spare der Konzern bereits 1,1 Milliarden Euro. Ein Detail fällt dabei auf: Den Agenturberichten zufolge sind die Kosten für die KI-Nutzung selbst in dieser Rechnung nicht enthalten.

Bei den Umsatzchancen fällt die Bilanz bescheidener aus. Mit KI-Produkten peilt Höttges in Europa einen möglichen Zusatzumsatz von einer Milliarde Euro an. Das Ziel sei „konservativ gesetzt“, intern plane man optimistischer. Nach Konzernangaben sollen die KI-Erlöse außerhalb der USA von rund 250 Millionen auf etwa 800 Millionen Euro im Jahr 2030 wachsen. Wie viel davon als Gewinn hängen bleibt, sagt die Telekom nicht.

„Employability“ statt Klartext

Laut Telekom nutzen bereits 83 Prozent der Beschäftigten KI am Arbeitsplatz, 30 Prozent gelten intern als KI-Experten. Höttges reicht das nicht. Ab 2027 soll ein „KI-Karriere Coach“ jeden Mitarbeiter auf einem persönlichen Lernpfad begleiten.

Personalchefin Birgit Bohle sprach davon, Menschen für ihre „Employability“ auszubilden, und zwar ausdrücklich auch für Stellen außerhalb des Konzerns. Die Transformation der Belegschaft werde beschleunigt und „selbstverständlich sozialverträglich gestaltet“. Ein gezeigtes Schaubild machte die Größenordnung deutlich: Auf drei Mitarbeiter, die gehen, kommt dort nur etwa ein neuer.

Gewerkschaft spricht von Zynismus

Die Gewerkschaft DPVKOM hält „Transformation“ für eine freundliche Umschreibung von geplantem Stellenabbau. Bundesvorsitzende Christina Dahlhaus sagte, viele Beschäftigte empfänden es als zynisch, Weiterbildung schon mit Blick auf einen Job außerhalb des Unternehmens zu begründen. Für die Verbliebenen habe KI bereits zu einer „enormen Arbeitsverdichtung“ geführt.

„Von der Produktivitätssteigerung kommt nichts bei den Beschäftigten an.“

Agenten statt Techniker

Was die KI bei der Telekom übernimmt, zeigen rund 500 Projekte. Die Plattform MINDR löse nach Konzernangaben 96 Prozent der Störungen im Mobilfunknetz ohne menschliches Zutun. Die Agenten von „RAN Guardian“ erkennen Großveranstaltungen und bereiten das Netz auf Lastspitzen vor. In den USA übernehmen KI-Agenten Berichten zufolge schon 40 Prozent der Kundenkontakte. Jede dieser Zahlen steht auch für Arbeit, die früher Menschen erledigt haben.

Souverän, aber mit Fragezeichen

Höttges wirbt um Aufträge von Behörden und Bundeswehr. Die Regierung sei „sehr abhängig von unserer Infrastruktur“, sagte er. Kritiker sehen hier Widersprüche. Medienberichten zufolge wehrt sich die Telekom gegen ein Gesetz zum Rückbau von Huawei-Technik und setzt diese teilweise noch in ihrer als souverän beworbenen „T Cloud Public“ ein. Dazu kommt die geplante Fusion mit T-Mobile US. Danach könnte der Firmensitz in Irland oder Malta liegen, und der frühere Staatsmonopolist wäre im strengen Sinn kein deutsches Unternehmen mehr.

Am Ende bleibt eine einfache Rechnung. Kosten kann ein Konzern selbst senken, Kunden für neue Produkte muss er erst gewinnen. Für die Rendite der Aktionäre mag das aufgehen. Für viele Telekom-Beschäftigte ist es ein Grund mehr, die eigene Absicherung selbst in die Hand zu nehmen, etwa mit einer breit gestreuten Vorsorge, zu der auch physisches Gold und Silber gehören können.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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