
Jobflaute in Amerika: Immobilien-Stellen brechen auf 12-Jahres-Tief ein!

Der US-Arbeitsmarkt verliert an Schwung. Laut dem am Dienstag veröffentlichten JOLTS-Bericht der US-Arbeitsmarktbehörde BLS gab es im August nur noch 7,079 Millionen offene Stellen. Analysten hatten mit 7,228 Millionen gerechnet. Zum dritten Mal in Folge liegen die Daten damit unter den Erwartungen, und im Immobiliensektor ist die Zahl der Stellen regelrecht eingebrochen.
Drei EnttÀuschungen in Folge
Dabei hatte das Jahr 2026 stark begonnen. FĂŒnf Monate hintereinander ĂŒbertrafen die Daten die Prognosen, im April und Mai sogar deutlich. Im Mai erreichten die offenen Stellen mit rund 7,6 Millionen den höchsten Stand seit zwei Jahren. Dann drehte der Wind: Juni, Juli und jetzt August lagen jeweils unter den Erwartungen.
Ein Detail sorgt fĂŒr Stirnrunzeln. Die Zahl fĂŒr Juli wurde nachtrĂ€glich auf 7,335 Millionen angehoben. Es war die erste Korrektur nach oben seit drei Monaten. Viele Marktbeobachter erinnern sich allerdings noch gut an die Jahre 2023 bis 2025, als Washington seine Arbeitsmarktdaten immer wieder nach unten korrigieren musste. Das Vertrauen in die offiziellen Statistiken hat damals spĂŒrbar gelitten.
Immobilien: Halbiert und auf dem Tiefpunkt
Offiziell spricht die BLS von einer âkaum verĂ€ndertenâ Lage mit 7,1 Millionen offenen Stellen und einer Quote von 4,3 Prozent. Im Handel, in der Informationsbranche und im Gastgewerbe gab es mehr Stellen. Weniger waren es dagegen am Bau, in der Industrie, bei den unternehmensnahen Dienstleistungen und im privaten Bildungssektor.
Am hĂ€rtesten traf es die Immobilien-, Vermietungs- und Leasingbranche. Dort hat sich die Zahl der offenen Stellen fast halbiert, auf nur noch rund 50.000. So wenige waren es zuletzt im Februar 2014. Wenn Makler, Verwalter und Vermieter kaum noch Personal suchen, erwarten sie offenbar wenig GeschĂ€ft. Hohe Finanzierungskosten und teure HĂ€user dĂŒrften dabei eine wichtige Rolle spielen.
Kaum noch mehr Jobs als Arbeitslose
Noch wichtiger ist das VerhÀltnis von offenen Stellen zu Arbeitslosen. Im August gab es nur noch 48.000 mehr freie Stellen als Arbeitssuchende. Im Monat davor waren es noch 419.000. Auf jeden Arbeitslosen kommt damit nur noch etwa eine offene Stelle, im Juli waren es noch 1,1. Die USA stehen kurz davor, mehr Arbeitslose als freie Jobs zu haben.
Auch die Zahl der KĂŒndigungen durch Arbeitnehmer ist ein Warnsignal. Sie sank um 23.000 auf 3,066 Millionen. Das bedeutet: Weniger Amerikaner trauen sich, ihren Job zu wechseln, weil sie nicht mehr sicher sind, etwas Besseres zu finden. Die Neueinstellungen stiegen zwar leicht um 46.000 auf 5,192 Millionen, doch das Ă€ndert wenig am Gesamtbild.
Droht am Freitag die nÀchste EnttÀuschung?
Am Freitag erscheint der offizielle Arbeitsmarktbericht. Im vergangenen Monat meldete die Behörde noch 162.000 neue Stellen. Die JOLTS-Daten deuten jedoch auf eine deutlich schwĂ€chere Entwicklung hin. Marktbeobachter halten es deshalb fĂŒr möglich, dass die neuen Zahlen klar hinter den Prognosen zurĂŒckbleiben.
Was das fĂŒr Anleger bedeutet
Ein schwĂ€cherer Arbeitsmarkt setzt die US-Notenbank Fed unter Druck, die Zinsen zu senken. FĂŒr den Dollar ist das eher schlecht, fĂŒr Gold und Silber eher gut. In der Vergangenheit haben Edelmetalle oft profitiert, wenn MĂ€rkte mit billigerem Geld und einer schwĂ€cheren Wirtschaft rechnen mussten.
FĂŒr deutsche Sparer ist die Nachricht ebenfalls relevant. Wenn die gröĂte Volkswirtschaft der Welt schwĂ€chelt, spĂŒrt das auch die exportabhĂ€ngige deutsche Industrie, die bereits unter US-Zöllen leidet. Physisches Gold und Silber können deshalb eine sinnvolle ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen sein, als Schutz, der nicht von Statistiken, Notenbanken oder Politikern abhĂ€ngt.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Informieren Sie sich bitte selbst, bevor Sie investieren. FĂŒr Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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