
Jobabbau gestoppt: Atempause am Arbeitsmarkt – aber noch keine Wende!

Nach Jahren des Schrumpfens hält der deutsche Arbeitsmarkt kurz die Luft an. Laut dem Ifo-Beschäftigungsbarometer für September bauen die Unternehmen unterm Strich keine weiteren Stellen mehr ab, wie die Münchner Wirtschaftsforscher am Freitag mitteilten. Zum Jubeln gibt es trotzdem keinen Grund: Neue Jobs entstehen damit noch lange nicht.
Der Blutverlust stoppt – die Heilung lässt auf sich warten
Das Ifo-Institut berechnet das Barometer jeden Monat für das „Handelsblatt“. Klaus Wohlrabe, Chefstatistiker des Instituts, formulierte es gegenüber der Zeitung vorsichtig:
„Der Abwärtstrend am Arbeitsmarkt ist vorerst gestoppt.“
Das Wort „vorerst“ sollte man ernst nehmen. Erst wenn der Aufschwung länger anhalte und mehr Branchen erfasse, könne man mit neuen Stellen rechnen, so Wohlrabe. Bis dahin plane die Wirtschaft ihr Personal zurückhaltend. „In weiten Teilen der Wirtschaft fehlt weiterhin die Bereitschaft für Neueinstellungen“, sagte der Ifo-Experte.
Industrie blutet weniger, Dienstleister atmen auf
In den einzelnen Branchen sieht es sehr unterschiedlich aus:
- Industrie: Hier gehen weiter Stellen verloren. Das Minus ist aber deutlich kleiner als in den vergangenen drei Jahren.
- Handel: Die Unternehmen streichen weiterhin mehr Stellen, als sie neu schaffen.
- Dienstleister: Erstmals seit Langem planen mehr Firmen mit zusätzlichem als mit weniger Personal.
Das Barometer beruht auf monatlichen Umfragen unter rund 9.000 Unternehmen aus Industrie, Dienstleistung, Handel und Bau. Wie steil der Weg nach oben war, zeigt ein Blick zurück. Im Frühjahr fiel der Indikator Medienberichten zufolge auf den tiefsten Stand seit fast sechs Jahren. Im August erreichte er laut Ifo mit 94,8 Punkten den höchsten Wert seit Mai 2025. Selbst damals wurden aber insgesamt noch Arbeitsplätze abgebaut.
Aufschwung auf Pump?
Einen Tag zuvor hatten die führenden Wirtschaftsinstitute ihre Herbstprognose vorgelegt. Sie rechnen für 2026 mit einem Wachstum von 1,3 Prozent. Auf dem Arbeitsmarkt komme die Erholung allerdings erst mit Verzögerung an. Die Zahl der Erwerbstätigen dürfte in diesem Jahr deutlich und 2027 nochmals leicht zurückgehen. Die Arbeitslosenquote sehen die Forscher 2026 bei 6,4 Prozent.
Aufschlussreich ist, welche Überschrift die Institute ihrem Gutachten gegeben haben: „Aufschwung mit Strukturproblemen – Finanzpolitik auf Abwegen“. Das Wachstum hängt nach ihrer Analyse stark an staatlichen Ausgaben für Verteidigung und Infrastruktur. Private Unternehmen investieren dagegen kaum, weil die Bedingungen am Standort Deutschland ungünstig seien. Grundlegende Reformen, etwa gegen steigende Sozialbeiträge, seien nicht in Sicht.
Die Rechnung kommt später
Das hat seinen Preis. Die Staatsschuldenquote soll laut Prognose bis 2028 auf 68,8 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen. Seit der Grundgesetzänderung von 2025 sichere die Schuldenbremse die Staatsfinanzen langfristig nicht mehr, heißt es im Gutachten. Kanzler Merz hatte im Wahlkampf solide Finanzen versprochen. Jetzt wirkt der Aufschwung wie ein Strohfeuer, das mit geliehenem Geld angeheizt wird. Bezahlen müssen es später die Steuerzahler und ihre Kinder.
Fazit: Durchatmen ja, entspannen nein
Dass kaum noch Stellen verloren gehen, ist eine gute Nachricht für viele Familien. Einen stabilen Aufschwung zeigen die Zahlen aber noch nicht. Die Institute erwarten für 2027 eine Inflation von 3,2 Prozent, die Schulden wachsen, und die Unternehmen stellen weiter kaum ein. Viele Sparer fragen sich deshalb, wie sie ihr Vermögen schützen können. Physisches Gold und Silber können dabei als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen eine sinnvolle Rolle spielen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte sich selbst gründlich informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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