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17.08.2026
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Haushaltssperre wird zum Normalfall: Deutschlands RathÀuser gehen das Geld aus

Haushaltssperre wird zum Normalfall: Deutschlands RathÀuser gehen das Geld aus
Symbolbild: KI-generiert

Stuttgart, Wolfsburg, Ingolstadt, Havelland, Germering, Geretsried – quer durch die Republik verhĂ€ngen StĂ€dte und Landkreise Haushaltssperren. Die Gewerbesteuer bricht weg, die Ausgaben laufen weiter. Und in immer mehr RathĂ€usern wird aus dem Ausnahmezustand der Alltag.

Wenn die wichtigste Einnahmequelle halbiert wird

Die Zahlen aus der Provinz sind drastisch. In Germering rutschten die Gewerbesteuereinnahmen einem Bericht zufolge binnen eines Jahres von 36 auf 20 Millionen Euro. Der KÀmmerer warne inzwischen offen vor der ZahlungsunfÀhigkeit seiner Kommune.

Im oberbayerischen Geretsried das gleiche Bild: rund 30 Millionen Euro Gewerbesteuer im Vorjahr, jetzt noch etwa die HÀlfte. Auch dort blieb nur die vorlÀufige Haushaltssperre.

Im brandenburgischen Havelland folgte auf den Steuereinbruch derselbe Reflex: Neue Ausgaben eingefroren, Stellenausschreibungen gestrichen, Investitionen auf Eis. Was zuerst leidet, ist die Daseinsvorsorge – SchwimmbĂ€der, BĂŒchereien, Straßeninstandhaltung.

Stuttgart: Vom Mini-Minus zum Milliardenloch

Richtig dramatisch wird es dort, wo die Industrie schwĂ€chelt. In Stuttgart wuchs das Defizit dem Bericht zufolge von 6,8 Millionen Euro im Jahr 2024 auf rund 785 Millionen Euro im vergangenen Jahr – und dĂŒrfte weiter steigen.

Das ist kein statistischer Ausreißer, sondern Teil eines bundesweiten Trends. Nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes verzeichneten StĂ€dte, Gemeinden und Landkreise 2025 ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro. 2024 waren es noch rund 25 Milliarden – ein Sprung von fast 28 Prozent.

Der Deutsche StĂ€dtetag rechnet nicht mit Besserung: Die FehlbetrĂ€ge dĂŒrften laut Verband bis 2029 bei etwa 30 Milliarden Euro pro Jahr verharren. Von Erholung spricht dort niemand mehr.

Das stille Risiko in den Sparkassen-Bilanzen

Finanziert wird das Loch ĂŒber Kassenkredite – klassischerweise bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die dem Bericht zufolge rund ein Viertel der neuen Kommunalschulden schultern. Genau dort entsteht ein Risiko, ĂŒber das kaum jemand spricht.

Denn der deutsche Mittelstand finanziert sich ĂŒberwiegend bei denselben Instituten. Kritiker warnen: GerĂ€t die kommunale Verschuldung außer Kontrolle, könnte die Kreditvergabe an Handwerk und Familienbetriebe vor Ort spĂŒrbar enger werden.

Wer bestellt, soll auch zahlen

Die kommunalen SpitzenverbĂ€nde fordern vor allem eines: Der Bund solle die Kosten tragen, die er selbst verursacht – von Unterbringung ĂŒber Kita-Ausbau bis zu wachsenden Sozialleistungen. Eine Kurskorrektur in der Migrations- oder Energiepolitik fordert dagegen kaum jemand.

Aus Sicht unserer Redaktion ist genau das der Kern des Problems. Jahrelang nĂ€hrte die Nullzinsphase der EZB die Illusion, Transformation und Umverteilung gebe es zum Nulltarif. Jetzt steigen die Zinsen – und die Rechnung landet auf den Schreibtischen der KĂ€mmerer.

Im Bundeshaushalt ist der Spielraum lĂ€ngst verplant: Verteidigung, Subventionen, Zinsen. Wer erwartet, dass Berlin die Kommunen dauerhaft freikauft, dĂŒrfte enttĂ€uscht werden. Bleiben höhere GebĂŒhren, weniger Leistungen – und BĂŒrger, die fĂŒr beides zahlen.

Hinweis: Dieser Beitrag gibt die EinschÀtzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Er stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Wer Vermögen aufbauen oder absichern möchte, sollte eigenstÀndig recherchieren und entscheidet eigenverantwortlich. Physische Edelmetalle können als Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio dienen.

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