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Gold trotzt der Fed: Ölpreis sinkt, Frankreichs Anleihen wanken!

Gold trotzt der Fed: Ölpreis sinkt, Frankreichs Anleihen wanken!
Symbolbild: KI-generiert

Gold hat am Mittwoch zugelegt, obwohl die US-Notenbank mit weiteren Zinserhöhungen droht. Im späten US-Handel kostete die Feinunze rund 4.141 Dollar, ein Plus von 0,66 Prozent. Silber holte frühe Verluste auf und stand bei knapp 58 Dollar. Geholfen haben ein schwächerer Dollar und ein nachgebender Ölpreis. In Europa sorgt derweil Paris für Unruhe.

Amerikas Häusermarkt bekommt die Zinsen zu spüren

Die neuen US-Konjunkturdaten sehen schwach aus. Laut den Zahlen sanken die Baubeginne im September um 5,2 Prozent auf eine Jahresrate von 1,221 Millionen Einheiten. Analysten hatten mit rund 1,305 Millionen gerechnet. Die schwebenden Hausverkäufe brachen um 7,3 Prozent ein, im Vergleich zum Vorjahr sogar um 11,3 Prozent.

Die Ursache liegt auf der Hand. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen liegt bei rund 5,1 Prozent, und solche Hypothekenzinsen bremsen jeden Häuslebauer aus. Teuer wird das Zinsniveau aber auch für den Staat selbst: Medienberichten zufolge stiegen die Netto-Zinszahlungen der USA im Haushaltsjahr 2026 um 8 Prozent auf 1,05 Billionen Dollar. Das ist mehr als eine Billion Dollar allein für den Schuldendienst. Ob sich Washington diese Last auf Dauer leisten kann, fragen sich inzwischen viele Beobachter.

Hormus: Ein Pulverfass mit Umleitungsschild

Am Ölmarkt bleibt die Lage angespannt. US-Rohöl der Sorte WTI zur Lieferung im Dezember gab um 0,7 Prozent auf 97,15 Dollar je Barrel nach, Brent schloss nahe 108,82 Dollar. Die kommerziellen US-Rohölbestände fielen um 3,1 Millionen Barrel. Erwartet worden war ein Rückgang von nur etwa 300.000 Barrel.

Zwischen den USA und dem Iran gibt es weiterhin keine bestätigte Einigung. Berichten zufolge kommt es im Persischen Golf weiter zu Angriffen auf Schiffe, außerdem gibt es Drohungen gegen saudische Infrastruktur. Die Exporte aus der Region liegen zwar wieder bei rund 24 Millionen Barrel pro Tag und damit über dem Vorkriegsniveau. Allerdings umgehen inzwischen etwa 40 Prozent der Lieferungen die Straße von Hormus. Vor dem Konflikt waren es 17 Prozent. Die Welt hat sich mit der Krise also eingerichtet, gelöst ist sie nicht.

Frankreich: Rendite erstmals seit 2002 über 5 Prozent

In Europa gibt es mehr Grund zur Sorge. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen ist erstmals seit 2002 über 5 Prozent gestiegen. Der Abstand zu deutschen Bundesanleihen wuchs auf rund 157 Basispunkte. Die Anleger zweifeln offenbar an den französischen Staatsfinanzen und an der politischen Stabilität in Paris.

Für deutsche Sparer ist das mehr als eine Randnotiz. In einer Währungsunion bleiben Haushaltsprobleme selten auf ein Land beschränkt. Und Berlin macht mit dem 500-Milliarden-Sondervermögen gerade selbst neue Schulden in Rekordhöhe. Kritiker fragen, wie lange Europas Schuldenspirale noch gutgehen soll. Der DAX gab leicht um rund 0,1 Prozent nach.

Wall Street feiert, Gold bleibt der ruhige Gegenpol

An der Wall Street war die Stimmung dagegen gut. Der Nasdaq Composite stieg um 1,05 Prozent auf 26.702,86 Punkte, der Dow Jones legte 0,69 Prozent auf 52.856,09 Punkte zu. Getragen wurde das von starken Quartalszahlen und neuem Interesse an KI-Aktien. Die Sorgen über hohe Bewertungen im KI-Sektor und teure Finanzierungen bleiben aber bestehen.

Gold bekam das Ganze in abgeschwächter Form zu spüren. Weil die Aktienkurse steigen und die Fed straffen will, fragen weniger Anleger nach dem sicheren Hafen. Gleichzeitig stützt die Unsicherheit am Golf die Nachfrage. Charttechnisch liegt der nächste Widerstand zwischen 4.142,52 und 4.162 Dollar, Unterstützung findet sich bei 4.098,63 Dollar. Bei Silber gilt die Zone um 58,80 Dollar als Hürde auf dem Weg zur 60-Dollar-Marke.

Die Woche der Wahrheit steht bevor

Die Fed befindet sich vor ihrer Sitzung in der kommunikativen Sperrfrist. Bis dahin entscheiden die Konjunkturdaten über die Zinserwartungen: die wöchentlichen Arbeitslosenanträge sowie die Einkaufsmanagerindizes und das Verbrauchervertrauen der Universität Michigan. Fallen die Zahlen schwach aus, könnten die Renditen sinken und der Goldpreis Auftrieb bekommen. Unser Fazit: Die Staatsschulden steigen auf beiden Seiten des Atlantiks, und die Lage am Golf ist ungelöst. Physisches Gold und Silber bleiben deshalb eine sinnvolle Beimischung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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