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14.10.2026
10:53 Uhr
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Fed-Vize Williams: Noch ein Zinsschritt – dann soll Schluss sein!

Fed-Vize Williams: Noch ein Zinsschritt – dann soll Schluss sein!
Symbolbild: KI-generiert

John Williams, Chef der New Yorker Federal Reserve, hält 2026 noch eine weitere Zinserhöhung für angemessen. 2027 sieht er dagegen keinen Bedarf für weitere Schritte. Das sagte der einflussreiche Notenbanker am Dienstag in einem Interview mit Bloomberg News. Ob die Inflation sich an diesen Fahrplan hält, ist allerdings offen.

Ein Satz, der die Märkte beruhigt

Seine Ansicht habe sich nicht geändert, erklärte Williams: Eine weitere Anhebung könne angemessen sein. Er sehe derzeit aber keinen Grund zu der Annahme, dass danach noch mehr nötig sei. Der Anleihemarkt atmete hörbar auf. Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen, die besonders empfindlich auf den Zinskurs der Fed reagiert, gab einen zwischenzeitlichen Anstieg von bis zu drei Basispunkten wieder ab.

Zur Einordnung: Am 16. September hatte die Fed den Leitzins um einen Viertelprozentpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Medienberichten zufolge war es die erste Erhöhung seit 2023 und der erste Kurswechsel unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh. Den hatte Donald Trump eigentlich in der Erwartung ausgesucht, dass er die Zinsen senkt. Daraus wurde nichts.

Zölle, Öl, KI: der Preistreiber-Cocktail

Williams erwartet, dass sich die Inflation im kommenden Jahr „erheblich“ verlangsamt und dem Zwei-Prozent-Ziel näherkommt. Die Effekte von Zöllen und Energiepreisschock würden nachlassen. Dass er im September für die Erhöhung war, begründete er mit zwei Entwicklungen: Die Hoffnung auf ein schnelles Ende des Iran-Konflikts und fallende Ölpreise habe sich als zu optimistisch erwiesen. Außerdem sei der Abstand zwischen Rohöl- und Raffineriepreisen stark gewachsen. Sprit ist also spürbar teurer geworden.

„Ich glaube nach wie vor, dass disinflationäre Kräfte am Werk sind.“

Die Kennzahlen der Kerninflation seien sogar gesunken, betonte Williams. Auch der Arbeitsmarkt sei nicht aus dem Gleichgewicht geraten. Es handle sich nicht um eine insgesamt überhitzte Wirtschaft. Eine Ausnahme räumte er aber ein: Beim Ausbau der KI-Infrastruktur übersteige die Nachfrage das Angebot, und das werde noch eine Weile so bleiben. Langfristig hofft er auf Produktivitätsgewinne durch KI, die die Preise drücken. Wann das so weit sein könnte, lasse sich aber kaum vorhersagen.

Falken gegen Tauben – und ein skeptischer Markt

Mit seiner Prognose liegt Williams im Median der Fed-Projektionen. Nicht alle Kollegen sehen das so entspannt. Beth Hammack aus Cleveland und Lorie Logan aus Dallas halten mehr als eine weitere Erhöhung für nötig. Auch die Anleger sind skeptisch: Laut den Federal-Funds-Futures rechnen sie mit zwei weiteren Zinsschritten, einem im Dezember und einem 2027.

Ganz festlegen will sich Williams selbst nicht. Es sei erst Mitte Oktober, und man müsse die Daten weiter beobachten. Die nächste Fed-Sitzung findet am 27. und 28. Oktober statt, vorher kommen noch neue Verbraucherpreisdaten.

Die Troika und das Schweigen

Das Gewicht seiner Worte kommt nicht von ungefähr. Der Präsident der New York Fed hat ein ständiges Stimmrecht und ist Vize des Offenmarktausschusses. Mit dem Vorsitzenden und dessen Stellvertreter gilt er als Teil der Führungs-„Troika“. Beobachter vermuteten, seine Rede vom 29. September sei mit Warsh abgestimmt gewesen. Williams sagt, er habe dort nur seine eigene Sicht vertreten. Er stehe in regelmäßigem Kontakt mit dem Vorsitzenden, mehr wolle er dazu nicht sagen.

Was das fĂĽr Sparer bedeutet

Williams gibt sich als Optimist. Seine Rechnung hängt allerdings an vielen Bedingungen: am Ölpreis, an den Zöllen, an einem Nahost-Konflikt ohne Ende in Sicht und an einem KI-Boom, der die Nachfrage anheizt. Dazu kommt politischer Druck. Trump fordert weiter deutlich niedrigere Zinsen, obwohl die Inflation noch nicht besiegt ist.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt das, wie schnell sich Prognosen von Notenbanken überholen können. Wer sein Vermögen nicht allein von ihnen abhängig machen will, findet in physischem Gold und Silber eine bewährte Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio, unabhängig davon, ob am Ende die Falken oder die Tauben recht behalten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger sollte eigenständig recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst.

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