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16.10.2026
15:47 Uhr
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Exportnation in Not: China reißt ein 100-Milliarden-Loch!

Exportnation in Not: China reißt ein 100-Milliarden-Loch!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Handelsdefizit mit China dürfte 2026 erstmals die Marke von 100 Milliarden Euro überschreiten. Davor warnt das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer neuen Hochrechnung. Ausgerechnet die Autoindustrie, über Jahrzehnte das Kronjuwel der deutschen Wirtschaft, verliert dabei am schnellsten an Boden.

Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 sind deutlich: Deutschland bezog fast zweieinhalbmal so viele Waren aus der Volksrepublik, wie es selbst dorthin lieferte. Der einstige Exportweltmeister kauft heute in Peking mehr ein, als er verkauft.

Vom Überschuss zur schwarzen Null

Im Jahr 2025 lag das Defizit laut IW bei rund 90 Milliarden Euro. Verglichen mit dem Vor-Corona-Jahr 2019 wäre das für 2026 erwartete Minus um satte 90 Milliarden Euro gewachsen. Fast ein Viertel dieses Anstiegs könnte nach Einschätzung der Forscher allein auf den Fahrzeugsektor entfallen.

Wie dramatisch der Absturz ist, zeigt ein Blick zurück. 2019 erwirtschaftete Deutschland im Autohandel mit China noch einen Überschuss von mehr als 23 Milliarden Euro. 2025 waren davon noch etwa sechs Milliarden übrig. Bis Ende 2026 könnte das Plus nach IW-Berechnungen auf magere eine Milliarde Euro zusammenschrumpfen.

Laut den Schätzungen dürften die deutschen Ausfuhren von Fahrzeugen und Teilen nach China gegenüber 2019 um rund 54 Prozent einbrechen. Die Einfuhren aus China könnten im selben Zeitraum um mehr als 475 Prozent steigen. Weitere Medienberichte nennen neben den Autobauern auch Maschinenbau und Elektroindustrie als Branchen, die unter Druck stehen.

Chinas Autoflut rollt über Deutschland

Von Januar bis Juli 2026 kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamts 175.000 neue Pkw aus China nach Deutschland, ein Plus von 120,9 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr war die Volksrepublik damit der volumenstärkste Autoexporteur nach Deutschland. Die Schüler haben ihre Lehrmeister überholt.

Woran liegt das? China führt den Markt für Elektromobilität an und verkauft Elektro- und Hybridautos mit einem deutlich besseren Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Beratungsgesellschaft AlixPartners beziffert die Produktionskosten eines chinesischen E-Autos auf etwa 20.000 US-Dollar. Ein vergleichbares europäisches Modell kostet in der Herstellung rund 31.000 US-Dollar.

Subventionen allein erklären die Lücke nicht

Staatliche Hilfen aus Peking spielen eine Rolle, aber nur zum Teil. Energie und Arbeit sind in China günstiger. Steuern, Abgaben, Bürokratie und Regulierung belasten die Unternehmen dort spürbar weniger. Aus Sicht unserer Redaktion ist das ein Zeugnis für den Standort Deutschland, das sich keine Bundesregierung schönreden kann. Teurer Strom und ausufernde Vorschriften haben über Jahre die Wettbewerbsfähigkeit geschwächt.

Brüssel reagiert und läuft hinterher

Die EU hat bisher wenig ausgerichtet. Im Oktober 2024 führte sie Zusatzzölle auf chinesische Elektroautos ein. Hersteller wie BYD, SAIC und MG brachten daraufhin verstärkt Hybridmodelle auf den europäischen Markt, für die diese Zölle nicht gelten.

Jetzt folgt der nächste Schritt: In Peking hat sich die EU-Kommission mit China auf eine flexible Importobergrenze von 350.000 Hybridautos pro Jahr geeinigt. Der Wert soll jedes Jahr um sechs Prozent steigen und ab dem 1. Dezember gelten. Ob eine Mengenbegrenzung hausgemachte Kostennachteile ausgleichen kann, ist fraglich.

Ein Niedergang über zehn Jahre

Auch weltweit verkaufen deutsche Hersteller weniger. Kraftfahrzeuge und Teile blieben im ersten Halbjahr 2026 mit 124,7 Milliarden Euro zwar das wichtigste Exportgut, lagen aber 5,8 Prozent unter dem Vorjahr. Von Januar bis Juli wurden rund 2,0 Millionen neue Pkw exportiert, 4,0 Prozent weniger. Der Exportwert sank sogar um 8,9 Prozent.

Nach Zahlen des VDA gingen 2016 noch 4,41 Millionen Pkw ins Ausland, 2025 waren es nur noch etwa 3,17 Millionen. Für 2026 erwartet der Verband rund 3,2 Millionen. Das ist kein einmaliger Einbruch. Die Exporte sinken seit Jahren.

Wenn das industrielle Fundament eines Landes schwächer wird, wird auch das Vermögen seiner Bürger unsicherer. Viele Sparer ergänzen ihr breit gestreutes Portfolio deshalb mit physischem Gold und Silber. Diese Werte hängen weder von Handelsbilanzen noch von politischen Entscheidungen ab.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte eigenständig recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.

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