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Kettner Edelmetalle
23.09.2026
21:44 Uhr
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Drohnen-Alarm am BER: Hauptstadt-Airport schon wieder lahmgelegt!

Drohnen-Alarm am BER: Hauptstadt-Airport schon wieder lahmgelegt!
Symbolbild: KI-generiert

Am Mittwochabend hat eine Drohne den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) stillgelegt. Laut einer Flughafensprecherin wurde das Flugobjekt gegen 20 Uhr ĂŒber der Nordbahn gesichtet. Um 20:20 Uhr wurde der Luftraum gesperrt. Mindestens 45 Minuten lang konnte kein Flugzeug starten oder landen.

Mehrere Maschinen mussten nach Dresden ausweichen, einzelnen Berichten zufolge auch nach Hannover. Um 21:05 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben. Danach lief der Betrieb wieder an, allerdings mit teils deutlichen VerspÀtungen. Wer die Drohne gesteuert hat und warum, ist bislang unklar.

Kein Einzelfall, sondern ein Muster

Wer glaubt, das sei ein Àrgerlicher Zufall, sollte sich die Zahlen ansehen. Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung (DFS) wurden an den 15 internationalen VerkehrsflughÀfen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 166 Drohnen gemeldet. Im gleichen Zeitraum 2025 waren es noch 101.

Am hÀufigsten traf es ausgerechnet den BER: Mit 28 Sichtungen im ersten Halbjahr liegt er bundesweit vorn. Siebenmal musste der Flugverkehr unterbrochen werden. Zum Vergleich: Im ganzen Jahr 2025 waren am Hauptstadtflughafen nur acht Sichtungen registriert worden. Frankfurt am Main folgt mit 27 FÀllen knapp dahinter.

FĂŒr den starken Anstieg in Berlin gibt es laut DFS eine mögliche ErklĂ€rung. Die Bundespolizei habe dort ein neues Detektionssystem installiert, das Drohnen schneller und zuverlĂ€ssiger erkenne. Das klingt beruhigend. Es heißt aber auch, dass solche Flugobjekte frĂŒher wohl oft einfach unbemerkt blieben.

Von MĂŒnchen bis Leipzig: Die EinschlĂ€ge kommen nĂ€her

Der Herbst 2025 hat gezeigt, wie verwundbar Deutschlands Luftverkehr ist. Anfang Oktober musste der MĂŒnchner Flughafen an zwei Abenden hintereinander den Betrieb einstellen. Tausende Passagiere schliefen auf Feldbetten in den Terminals. Ende Oktober stand dann auch der BER fast zwei Stunden still.

Noch beunruhigender ist ein Vorfall vom Sommer. Medienberichten zufolge wurde im August auf der SĂŒdpiste des Flughafens Leipzig/Halle eine Sprengstoffdrohne gefunden. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen lag sie in der NĂ€he einer ukrainischen Transportmaschine. Spezialisten der Bundespolizei entschĂ€rften die Sprengvorrichtung. SpĂ€testens hier ist aus einem lĂ€stigen Ärgernis eine Frage der nationalen Sicherheit geworden.

Was ein Stillstand kostet

Jede Minute ohne Starts und Landungen kostet Geld. Das Deutsche Zentrum fĂŒr Luft- und Raumfahrt (DLR) hat fĂŒr 2024 insgesamt 118 gemeldete Drohnen-StörfĂ€lle an deutschen FlughĂ€fen ausgewertet. In neun davon wurde der Flugbetrieb komplett eingestellt, im Schnitt fĂŒr 32 Minuten. Allein diese neun FĂ€lle verursachten laut DLR einen Schaden von rund einer halben Million Euro.

Dabei sind verpasste AnschlussflĂŒge, verlorene Arbeitszeit und genervte Familien im Urlaubsstress noch gar nicht mitgerechnet.

Erkennen allein reicht nicht

Ein Muster zieht sich durch fast alle FĂ€lle: Die Drohnen werden entdeckt, der Luftraum wird gesperrt, die Polizei sucht – und die TĂ€ter bleiben verschwunden. Was nĂŒtzt die beste Detektion, wenn am Ende niemand die Drohne vom Himmel holt oder den Piloten stellt?

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der neue Vorfall, dass die Politik viel zu lange nur reagiert hat. Seit Jahren streiten Bund, LĂ€nder, Bundespolizei und Bundeswehr ĂŒber ZustĂ€ndigkeiten, wĂ€hrend Hobbypiloten, Saboteure oder womöglich staatliche Akteure den Luftraum ungestraft testen. Ein Industrieland, das seinen Hauptstadtflughafen nicht gegen ein paar Rotoren aus Kunststoff schĂŒtzen kann, hat ein Problem mit seiner Wehrhaftigkeit.

Die BĂŒrger haben ein Recht darauf, dass kritische Infrastruktur geschĂŒtzt wird – und zwar wirksam, nicht erst nach dem nĂ€chsten Arbeitskreis. Der Mittwochabend am BER ist glimpflich ausgegangen. Ob das auch beim nĂ€chsten Mal so ist, weiß niemand.

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