
Atom-Schock für die Energiewende: Kernkraft würde Strom billiger machen!

Eine neue Studie aus Ulm stellt die deutsche Energiepolitik infrage. Laut dem Institut Global Energy Solutions würde ein klimaneutrales Stromsystem mit hohem Kernkraftanteil nur 16,2 Cent je Kilowattstunde kosten. Ohne Atomkraft liegen die berechneten Systemkosten zwischen 25,6 und 41,8 Cent, also deutlich höher.
Die Zahlen kommen zu einem heiklen Zeitpunkt. Die Börsenstrompreise steigen, die Industrie ächzt, und in Deutschland werden die letzten Reaktoren abgerissen.
Die Rechnung, die Berlin nicht hören will
Die im August 2026 veröffentlichte Analyse vergleicht vier Szenarien für das Jahr 2045, ausgehend von einem Jahresbedarf von 950 Terawattstunden. Grundlage ist eine stundengenaue Simulation auf Basis der Last- und Erzeugungsdaten von 2022. Gerechnet wird nicht nur mit den reinen Erzeugungskosten, sondern auch mit Netzausbau, Speichern, Reservekraftwerken und Stromimporten.
Ein System ohne Kernkraft, aber mit 94 Gigawatt Gaskraftwerken für Lastspitzen, käme auf 25,6 Cent. Die Variante mit fast nur erneuerbaren Energien und Stromimporten erreicht sogar 41,8 Cent pro Kilowattstunde. Gegenüber dem Referenzjahr 2022 würden sich die Systemkosten damit laut den Autoren ungefähr verdoppeln. Sie räumen allerdings selbst ein, dass die Ergebnisse stark von den Modellannahmen abhängen.
Das Problem ist bekannt, wird aber gern verschwiegen. Wind und Sonne liefern nur, wenn das Wetter mitspielt. Bei einer Dunkelflaute im Januar braucht das Land trotzdem Strom, und diese Absicherung kostet Milliarden.
Börsenstrom: Die Preiskurve zeigt steil nach oben
Wie wetterabhängig der Strommarkt inzwischen ist, zeigen Daten des Fraunhofer ISE. Im Juli 2026 kostete die Megawattstunde an der Börse im Schnitt 105 Euro, im August 127 Euro. In der ersten Septemberhälfte waren es bereits 150 Euro. Ein Jahr zuvor lag der Septemberwert bei 84 Euro. Neben dem Wetter spielen dabei auch Gaspreise und Stromflüsse über die Grenzen eine Rolle.
Mittags drückt der Solarstrom die Preise teilweise unter null, abends wird es teuer. Deshalb musste die Bundesnetzagentur im September 4.500 Megawatt gesicherte Leistung ausschreiben. Die erfolgreichen Betreiber erhalten 15 Jahre lang eine Vergütung, und am Ende zahlen das Verbraucher und Unternehmen.
Reaktoren reaktivieren: Möglich, aber umstritten
Die US-Beratungsfirma Radiant Energy Group hat im Juni 2026 untersucht, ob stillgelegte deutsche Meiler wieder ans Netz gehen könnten. Nach ihrer Rechnung könnten fünf Reaktoren innerhalb von 41 bis 50 Monaten wieder Strom liefern, zu Erzeugungskosten von rund 3,7 Cent je Kilowattstunde. Die Bundesregierung habe darauf lediglich auf die geltende Gesetzeslage verwiesen.
Die Kraftwerksbetreiber und mehrere Fachleute sind skeptisch. Sie verweisen auf bereits ausgebaute Komponenten, fehlende Genehmigungen und hohe Investitionen. Zugleich läuft der Rückbau weiter, und mit jedem Monat wird ein Neustart unwahrscheinlicher.
Während Deutschland abreißt, baut Amerika aus
In den USA läuft es anders herum. Am 6. Oktober 2026 schloss Google mit Constellation Energy einen 20-Jahres-Vertrag über 890 Megawatt zusätzliche Kernkraftleistung. Constellation will mehr als 4,3 Milliarden Dollar investieren und elf bestehende Reaktoren in Illinois, Pennsylvania und New Jersey leistungsstärker machen. Der erste Strom aus den modernisierten Anlagen soll 2028 fließen. Zusammen mit einem weiteren Liefervertrag sichert sich Google laut Medienberichten rund 3.590 Megawatt.
Deutschland hat nach Fukushima 2011 den Atomausstieg beschlossen. Im April 2023 gingen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 als letzte Reaktoren vom Netz. Inzwischen nennt selbst Bundeskanzler Friedrich Merz den Ausstieg Berichten zufolge einen „schweren strategischen Fehler“. Eine Kurskorrektur gibt es bisher trotzdem nicht.
Fazit: Die Rechnung zahlen die Bürger
Die Studien beweisen noch nicht, dass Kernkraft die Stromrechnungen sicher senken würde. Aber sie zeigen den Kern des Problems: Entscheidend sind die Gesamtkosten einer sicheren Versorgung zu jeder Stunde, nicht der günstige Preis einzelner Windräder. Eine unabhängige Gesamtbilanz fehlt bis heute.
Bis sie vorliegt, zahlen Familien, Mittelstand und Industrie die Mehrkosten. Hohe Energiepreise treiben außerdem die Inflation und schwächen die Kaufkraft. Wer sein Vermögen dagegen absichern will, kann physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio in Betracht ziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich vor jeder Anlageentscheidung selbst. Für Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.
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