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Zins-Angst und Hormus-Krise: Warum Gold jetzt kurz Luft holt

Zins-Angst und Hormus-Krise: Warum Gold jetzt kurz Luft holt
Symbolbild: KI-generiert

Gold und Silber haben am Montag, den 12. Oktober, nachgegeben. Nach US-Börsenschluss notierte die Feinunze Gold bei rund 4.168,90 US-Dollar und damit 0,59 Prozent im Minus. Silber fiel um 0,96 Prozent auf 60,12 Dollar. Belastet haben ein festerer Dollar, steigende Ölpreise und Renditen von US-Staatsanleihen, die klar über fünf Prozent liegen.

Der Krieg zwischen den USA und dem Iran treibt die Nachfrage nach sicheren Häfen zwar weiter an. An diesem Tag hat das aber nicht gereicht.

Die Fed als Spielverderber

Den Kurs bestimmt im Moment vor allem eine Frage: Erhöht die US-Notenbank bis Dezember die Zinsen? Die Märkte sehen laut Bericht nur etwa 17 Prozent Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt schon im Oktober. Für mindestens eine Erhöhung bis Jahresende sind es aber satte 87,7 Prozent.

Die jüngsten US-Konjunkturdaten waren schwächer und haben die Sorge vor einer schnellen Erhöhung gedämpft. Doch die Inflation über den Ölpreis bleibt das Problem. Deshalb schauen alle auf diese Woche: Am Mittwoch kommen die Verbraucherpreise für September, am Donnerstag die Erzeugerpreise und die Einzelhandelsumsätze. Fallen die Zahlen heiß aus, dürfte der Druck auf die Fed weiter steigen.

Hormus: Das Nadelöhr der Weltwirtschaft

Die Straße von Hormus ist geopolitisch weiter der größte Risikofaktor. Durch die Meerenge zwischen Iran und Arabischer Halbinsel läuft normalerweise ein großer Teil des weltweiten Ölhandels auf See. Wer sie kontrolliert, hat die Energiepreise der Welt in der Hand.

Irans Sicherheitschef Mohsen Rezaei hat die jüngste US-Antwort auf Teherans sieben Bedingungen für eine Öffnung der Meerenge laut Bericht als unzureichend zurückgewiesen. Gespräche gebe es erst, wenn diese Bedingungen erfüllt seien. Der Ölmarkt hat sofort reagiert: Brent stieg um 1,8 Prozent auf 106,65 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI legte um 2,1 Prozent auf 93,74 Dollar zu.

Für Gold ist das zweischneidig. Krisen stützen den Preis. Teures Öl heizt aber die Inflation an und damit die Angst vor steigenden Zinsen. Am Ende hat das Edelmetall sein zwischenzeitliches Wochenhoch nicht halten können.

Die Schuldenfalle in Washington

Bemerkenswerter sind die Anleihemärkte. Am Freitag lag die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen bei 5,24 Prozent, für 20 Jahre bei 5,65 Prozent und für 30 Jahre bei 5,60 Prozent. Am Montag blieb der Kassamarkt für Anleihen wegen eines Feiertags geschlossen. Die Zahlen zeigen: Wer Amerika langfristig Geld leiht, will deutlich mehr Ausgleich für Inflation, für die Flut neuer Anleihen und für Haushaltsrisiken.

Hohe Renditen machen Gold, das keine Zinsen abwirft, kurzfristig weniger attraktiv. Analysten weisen aber auf eine mögliche Wende hin. Sehen Anleger die US-Schulden irgendwann vor allem als Gefahr für den Wert des Dollars, könnte dieselbe Schuldensorge Gold sogar stützen. Wer auf die Staatsfinanzen in Washington schaut, oder auf das 500-Milliarden-Sondervermögen in Berlin, versteht dieses Argument sofort.

Was die Analysten sagen

David Morrison, Senior Market Analyst bei Trade Nation, hält einen erneuten Test der wichtigen Unterstützung um 4.000 Dollar für möglich, bevor der Markt neuen Schwung holt. Bei den aktuellen Kursen wolle aber keine Seite aufgeben, meint er. Fawad Razaqzada von FOREX.com bleibt kurzfristig vorsichtig: Die Erholung habe an Kraft verloren, solange Dollar und Renditen hoch blieben.

Die wichtigsten Chartmarken laut Bericht:

  • Gold: Widerstand bei 4.220,89 bis 4.226,82 Dollar, danach 4.271,57 und 4.311,17 Dollar. Unterstützung bei 4.175,03, dann 4.154,99 und 4.141,86 Dollar.
  • Silber: Widerstand bei 61,50 bis 61,72 Dollar, darüber 63,06 und 65,09 Dollar. Unterstützung bei 59,96, dann 58,74 und 57,64 Dollar.

Fazit: Wackeln ist kein Einbruch

Der deutsche Aktienindex DAX stieg am selben Tag um 0,76 Prozent auf 25.277,68 Punkte. Wie stabil solche Rekordstände sind, wenn Ölpreise und Zinsen weiter steigen, ist eine offene Frage. Unter dem Goldmarkt bleibt das Fundament dagegen stabil: Laut Bericht stützen die Nachfrage über ETFs und die anhaltenden Käufe der Notenbanken den Preis weiter. Ein Minus von gut einem halben Prozent nach einer langen Rally ist eher ein kurzes Durchatmen. Für langfristig denkende Sparer bleiben physisches Gold und Silber eine sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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