
Taiwan als Pokerchip: Ex-US-Militärs schlagen Alarm im Pazifik!

Ehemalige US-Spitzenbeamte erheben schwere Vorwürfe gegen die Taiwan-Politik von Donald Trump. Bei einem Symposium des Global Taiwan Institute in Washington warnten sie am Mittwoch, Waffenlieferungen an Taipeh würden zur Verhandlungsmasse im Deal mit Peking. Gleichzeitig ziehe der Iran-Krieg Amerikas Seemacht aus dem Westpazifik ab, und das ausgerechnet dort, wo der nächste große Konflikt drohen könnte.
„Bruch“ mit jahrzehntelanger Linie
Brent Christensen, früher Direktor des Taipeh-Büros des American Institute in Taiwan (AIT), sprach von einer „Diskontinuität“. Die Taiwan-Politik der aktuellen Regierung sei weniger unabhängig von der China-Politik als früher. Die Sicherheitspartnerschaft sei zwar weiterhin sehr robust. Washington verlange aber massiv mehr Lastenteilung, eine stärkere Rüstungsproduktion auf der Insel, höhere Verteidigungsausgaben und mehr Hightech-Investitionen in den USA.
Noch deutlicher wurde Laura Rosenberger, unter Joe Biden im Nationalen Sicherheitsrat tätig und später AIT-Vorsitzende. Sie zeigte sich besorgt, dass Rüstungsverkäufe als „Verhandlungschip“ gegenüber Peking behandelt würden. Darin sehe sie eine grundlegende Abkehr vom traditionellen Rahmen der US-Politik.
14 Milliarden Dollar auf Eis
Ihr Vorwurf beschränkt sich nicht auf Worte. Ein Waffenpaket über 14 Milliarden US-Dollar sei dem Kongress bereits angekündigt worden, komme aber nicht voran, so Rosenberger. Ein Ende der Blockade sei nicht in Sicht. Trump selbst hatte das Paket im Mai Berichten zufolge als „sehr guten Verhandlungschip“ bezeichnet, mit dem er den Handelsfrieden mit China sichern wolle.
Das ist pikant. In den „Six Assurances“ von 1982 sicherte Washington zu, Peking vor Waffenverkäufen an Taiwan nicht zu konsultieren. Wer Rüstungsgüter nun als Faustpfand im Handelsstreit einsetzt, stellt dieses Versprechen zumindest faktisch infrage. Taiwans Gesandter in den USA, Alexander Yui, beteuerte dagegen, an der US-Position habe sich nichts geändert. Als Beleg dient die Lieferung zweier F-16V-Kampfjets nach dem Gipfeltreffen zwischen Trump und Xi Jinping im September. Bestellt worden waren sie allerdings schon in Trumps erster Amtszeit.
Leere Meere: Wo sind die Flugzeugträger?
Am meisten beunruhigt die Analyse von Mark Montgomery. Der frühere Kommandeur der Carrier Strike Group 5 an Bord der USS George Washington erklärte, die USA seien im Westpazifik noch nie so schwach aufgestellt gewesen wie jetzt. Derzeit operierten dort weder US-Zerstörer noch Flugzeugträger. Sowohl die USS Abraham Lincoln als auch die USS George Washington seien in den Nahen Osten verlegt worden.
Montgomery warnte vor einer „Readiness Bathtub“, einem tiefen Einbruch der Einsatzbereitschaft. Sollte die Zusatzmission bis zum kommenden Frühjahr oder Sommer dauern, könne das die Navy bis 2029 oder 2030 belasten. Hinzu komme, dass Munition und Raketenabwehrsysteme aus dem Indopazifik abgezogen worden seien. Davon gebe es ohnehin viel zu wenig. Peking könne daraus die gefährliche „Illusion“ ableiten, ein Angriff auf Taiwan sei machbar.
„Je länger wir diese Mission fortsetzen, desto tiefer das Tal.“ (Mark Montgomery, ehemaliger US-Trägerkommandeur)
Warum das auch Deutschland trifft
Taiwan ist mehr als ein geopolitischer Streitfall. Die Insel produziert die Hochleistungschips, ohne die weder amerikanische Kampfjets noch deutsche Autos oder Maschinen funktionieren. Montgomery warnte, ein Krieg, der die Halbleiterindustrie der Insel beschädige, könne die Weltwirtschaft „zerstören“. Über Trump urteilte er hart: Der Präsident verstehe den Wert Taiwans grundsätzlich nicht.
Für die exportabhängige deutsche Industrie wäre ein solcher Schock verheerend. Und Berlin? Hier wird lieber über Klimaziele im Grundgesetz gestritten als über die Frage, wie verwundbar unsere Lieferketten tatsächlich sind.
Fazit: Unsicherheit hat einen Preis
Wenn Sicherheitsgarantien verhandelbar werden und Flugzeugträger fehlen, geraten scheinbar feste Ordnungen ins Rutschen. Gerade in solchen Phasen haben sich physisches Gold und Silber historisch als krisenfeste Wertspeicher bewährt. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können sie ein Stück Unabhängigkeit von politischen Pokerspielen bieten.
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